17. September 2017

Das Wochenende ist vorbei. Es war unspektakulär. Die meiste Zeit verbrachte ich irgendwo rumliegend. Emotional leer. Ausgelaugt. Irgendwie taub.

Ich verbringe viel Zeit mit nachdenken. Wie alles so kommen konnte. Verliere mich oft in Erinnerungen. Analysiere mein Verhalten in den verschiedenen Situationen und hasse mich immer wieder aufs Neue dafür. Bin traurig. Und kämpfe gegen die Angst und Verzweiflung die mich langsam aber sicher zu überrennen versuchen. Gestern sind ein paar Tränen geflossen, aber nichts weltbewegendes. Hatte ich schnell wieder unter Kontrolle. Bringt ja eh nichts außer geschwollene, schmerzende, rote Augen und Kopfschmerzen.

Ich habe es heute sogar geschafft ein bisschen an Zusammenfassungen und Organisation meiner Sachen  zu arbeiten. Aber es hätte immer noch besser sein können….

Habe vorhin gebadet, meine Haare gewaschen, meine Tasche wartet gepackt an meinem Schreibtisch, mein 2. Laborkittel hängt gewaschen und gebügelt an der Tür, den muss ich jetzt nur noch zusammenlegen und einpacken. Dann muss ich das alles morgen nicht mehr machen.

Habe mir 2 Bücher rausgesucht die jetzt gelesen werden. 2 weitere werden morgen bestellt. Vielleicht hilft es mir wieder mehr zu lesen. Ich klammere mich an jeden Strohhalm. Eigentlich würde ich mir auch gerne neue Kopfhörer für unterwegs holen, aber ich will auch nicht so viel Geld von meinen Eltern verschwenden. Die haben auch so schon genug Kosten wegen mir…

Eigentlich sollte ich jetzt schon längst im Bett liegen und schlafen. Und ich weiß dass ich das morgen früh bitter bereuen werde. Aber ich will nicht. Will nicht in aller Stille meinem Kopf ausgeliefert im Bett liegen, nur um dann irgendwann in einen Schlaf zu rutschen der nur wieder Alpträume für mich bereitält. Aber ohne Schlaf wird der Tag morgen nur noch schlimmer als er ohnehin ist, also werd ich jetzt wohl oder übel gehen müssen…

 

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15. September 2017

Ich verstehe mich einfach selbst nicht. Die letzten Tage liefen gut. Für meine Verhältnisse sogar sehr gut. Ich habe mich schnell an die Schule gewöhnt, habe sogar sofort Anschluss gefunden. Ich bin sicher dass ich den Stoff bewältigen kann, in einigen Fächern bin ich, wie meine Hausärztin schon zu mir sagte, tatsächlich unterfordert. Englisch z.B. Ich dachte heute wirklich ich würde einschlafen. Und ich finde es unglaublich schwer da ein gutes Maß zu finden. Einerseits möchte ich mitarbeiten/mich beteiligen, aber andererseits weiß ich nicht wie oft ich was sagen/mich melden „darf“ ohne dass es blöd rüberkommt, ich will das ja nicht raushängen lassen…naja, wenigstens muss ich mir da keine Sorgen um Noten machen, das krieg ich hin. Und ich habe Angst dass man mir ansieht dass ich mich langweile. Genau wie in Fachrechnen, das war gestern für mich wirklich anstrengend, aber ich habe die Hoffnung dass es etwas besser wird wenn wir mal Kalkulationen etc. machen. Aber wenn man Mathe an der Uni hatte ist das schon echt hart wenn man Umrechnungen macht und sich dann noch Erklärungen anhören muss warum 1000*1000 nicht 2000 ist. Und dann fühle ich mich arrogant und hasse mich dafür. Zu Recht.

Also alles in allem lief es gut. Und trotzdem komme ich heute heim und alles ist einfach nur schrecklich. Ich bin depressiv, lebensmüde, möchte mich nur noch in der Ecke verkriechen, weinen und schreien. Keine positiven Gedanken möglich, in meinem Kopf nur schlimme Gedanken und Hoffnungslosigkeit. Der unerfüllbare Wunsch nach einem baldigen Ende der sich anfühlt als würde sich in mir Säure ausbreiten.

Ich habe die letzte halbe Stunde damit verbracht intensiv zu analysieren was das ausgelöst haben könnte. Der Wegfall von Stress jetzt wo das Wochenende da ist? Liegt es einfach daran dass ich jetzt „Zeit“ dafür habe und mein Unterbewusstsein nur darauf gewartet hat? Oder liegt es vielleicht auch daran dass mir heute in Laborkunde wieder hart und schmerzlich bewusst wurde dass ich bald auffliegen werde. Noch denken alle ich wäre normal. Bald werden sie meine Narben sehen. Ich wünschte ich könnte das verhindern. Ich wünschte ich könnte sie einfach verschwinden lassen. Der Selbsthass frisst sich durch meine Gedanken. Und ich kann noch nicht mal einschätzen wie lange diese Gnadenfrist noch anhält. Wir haben keinen Zeitplan bekommen, ich weiß nicht wann wir mit Blutdruck und Puls messen anfangen. Nächste Woche wird einem von uns Blut abgenommen für Laborkunde, mein Glück ist nur dass das mit Sicherheit auf freiwilliger Basis sein wird. D.h. ich werde es ganz bestimmt nicht werden. Es fühlt sich an als würde ich darauf warten müssen mich irgendwann vor der Klasse komplett ausziehen müssen. Irgendwie logisch, denn rein emotional gesehen stehe ich ohne meine langen Ärmel ja schon irgendwie „nackt“ vor ihnen. Wenn ich jetzt daran denke bereue ich schon wieder alles und will nur noch weglaufen.

Zu allem dazu kommt noch dass ich die letzten Wochen wieder zugenommen habe. Ich weiß nicht wie viel, auf die Waage traue ich mich einfach nicht. Aber ich kann es sehen. Und meine Oma hat diesbezüglich auch schon einen Kommentar abgegeben (auch wenn sie es lustig und nicht böse gemeint hat, es hat alles bestätigt). D.h. ich muss jetzt wieder richtig aufpassen. Alles auf den Schulalltag ausrichten. Das viele sitzen macht es verdammt schwer und ich bin es nicht mehr gewohnt. Werde teilweise richtig unruhig weil ich mich nicht bewegen kann…Erwische mich wieder dabei wie ich ständig mit den Beinen wippe bzw. „zittere“. So extrem hatte ich das schon lange nicht mehr, ich glaube sogar das letzte Mal war noch in der Klinik, und auch da war es nicht so extrem wie jetzt. Es nervt. Ich kann es nicht abstellen und habe sehr starke Angst dass andere es mitkriegen und dass es sie stört….danke ehemalige Mitpatientin dass du mich damals aus dem nichts deswegen so zickig und gemein angefahren hast dass ich deswegen danach noch über ne Stunde Weinkrämpfe und ein schlechte Gewissen (weil ich dich genervt/gestört habe) hatte. Naja, muss einfach versuchen achtsamer zu sein. Kontrolle heißt, wie immer in meinem Leben, auch hier das Zauberwort. Naja, ändert nichts an der Tatsache dass ich abnehmen muss. Dringend. Morgen und übermorgen ist schon mal extremes Kalorien-Einsparen angesagt. Morgen Abend muss ich ne Pizza essen, will Oma nicht verletzen, sie hat da irgendwie ne Art Ritual draus gemacht wenn meine Eltern nicht da sind. Aber sonst esse ich halt nichts. Für die Schule muss ich mir noch ne gute Strategie überlegen. Ganz ohne ist dumm und unrealistisch.

Wieder einmal versuche ich mich mit schreiben abzulenken. Den Zusammenbruch so lange wie möglich rauszuzögern. Oma kommt heute Abend noch mal kurz, irgendwas trinken und Gute Nacht sagen. Auch ein Ritual seit Opa nicht mehr da ist. Und vorher darf ich nicht weinen.

Die ganze Erbschafts-Geschichte hat die Vergangenheit wieder sehr stark in den Fokus meines Unterbewusstseins gerückt. Alpträume (eigentlich jede Nacht), Flashbacks alles ist wieder an der Tagesordnung. Ich habe Panik davor dass es mal in der Schule passiert. Besser gesagt habe ich Angst mal in eine Panikattacke zu rutschen. Dann könnte ich sofort meinem Leben ein Ende setzen, denn das würde ich nicht ertragen. Es macht mich so unfassbar wütend, wie sehr es sich schon wieder in mein Leben gedrängt hat. Nach der Klinik hatte ich es wirklich gut im Griff. Klar, es war nicht perfekt, aber wesentlich besser. Und jetzt ist alles wieder wie vorher. Nein, es ist schlimmer. Immer wieder sein Name, ich will ihn nicht hören. Ich will nichts von ihm wissen. Will seine bloße Existenz verdrängen. Vergessen. Und nicht auch noch zusätzliche Informationen erhalten wie etwa die Tatsache dass er heiratet. Das alles führt dazu dass er wieder ständige Präsenz in meinem Kopf hat. Und das geht gar nicht….Ich hoffe dieser Alptraum hat bald ein Ende, ich ertrage es langsam nicht mehr….

Es ist schon ironisch. Ich hasse mich für die Narben und was ich mir dadurch selbst angetan habe, den ganzen Stress den sie verursachen, und trotzdem schreit alles in mir nach ein paar tiefen, blutenden Schnitten. Nach der Beruhigung, der Betäubung. Wie schön wäre es dadurch mal wieder richtig „aufatmen“ zu können…..Wieso bin ich so?! Warum schaffe ich es nicht von diesen Gedanken, dieser Sehnsucht weg? Warum kann ich nicht einfach wie andere sein? Was habe ich aus mir und meinem Leben nur gemacht….es ist erbärmlich…ich bin erbärmlich.

 

26. Juli 2017

Ich glaube ich stehe unter Schock. Alles fühlt sich unwirklich an. Atmen fällt schwer. Nebel vor meinen Augen, meine Hände zittern beinahe unkontrollierbar.

Meine Eltern sind nicht da. Meine Mutter hat heute einen Brief von ihrem Bruder bekommen. In der Anahme dass ich ihn, wie die andere Korrespondenz mit ihren Geschwistern auch, würde lesen dürfen habe ich ihn gelesen. Und ich kann nicht mehr. Sie wissen es. Sie hat ihnen das privateste, intimste Geheimnis meines Lebens verraten. Wie vielen hat sie noch davon erzählt? Ich kann nicht mehr. Wie konnte sie mir das antun? Ich bin so unendlich verletzt. Enttäuscht. Wütend. Bin nicht in der Lage das auch nur ansatzweise zu verarbeiten. Ich will sie nie wieder ansehen müssen. Nie wieder mit ihr reden. Wie soll ich heute, wenn sie nach Hause kommen und dann mit Oma auf ihren Namenstag anstoßen, auch nur halbwegs eine gute Miene hinbekommen?

Ich will schreien, ich will bluten, will den Schmerz rauslassen, will vergessen und verschwinden. Mir fehlen die Worte. Ich hätte nicht erwartet, dass es mir tatsächlich noch schlechter gehen könnte als jemals zuvor. Ich habe mich getäuscht. Genauso wie ich mich in meinen Eltern getäuscht habe. Ich wurde verraten. Verletzt. Gedemütigt. Nie wieder werde ich ihnen irgendetwas von mir preisgeben. Im Moment hasse ich sie. Alle. Jeden Menschen auf dieser Welt. Man kann Menschen nicht vertrauen. Das wusste ich. Aber das? Übertrifft alles bisher da gewesene. Meine Anspannung explodiert gerade. Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich spüre meinen Puls in meinen Ohren. Jeder Atemzug ist ein Kampf. Sie haben es nicht verdient, dass ich für sie lebe. Dass ich für sie kämpfe. Nur noch Oma ist da. Also weitermachen – für sie. Alle anderen können mich mal. Ich hab genug. Es ist alles nur zum kotzen. Kotzen? Eine gute Idee. Könnte bisschen Druck wegnehmen…aber es ist vermutlich nie genug Erlösung. Kann es die überhaupt noch geben?

7. Juli 2017

Alles ist eine ewige Katastrophe. Wie eine lange Straße auf der ich gezwungen bin zu laufen. Eine schreckliche Straße, in tiefste Dunkelheit gehüllt, und mit Alpträumen und Monstern zu beiden Seiten. Und diese Straße hat kein Ende.

Die Sache mit dem Testament spitzt sich zu. Mir hätte klar sein müssen dass er seinen Titel als größtes Arschloch verteidigen würde und sofort auf seinen Pflichtteil besteht, aber vermutlich wollte ich es verdrängen. Dadurch ist alles wieder allgegenwärtig. Flashbacks die mich innerlich so zerreißen, dass ich mich danach oft wundere wieso mein Körper noch ganz ist. Dissoziationen die mich komplett aus dem hier und jetzt reißen. Und in mir ein tobender, nicht zu bändigender Hass. Auf die Leute, die mich damals gezwungen haben es meinen Eltern zu sagen. Die schamlos meine Schwäche und ihre Machtposition ausgenutzt haben, als ich am Boden lag, eingesperrt war und nur da raus wollte, und zu schwach war um diesen hohen Preis dafür nicht zu zahlen. Obwohl dass nicht ganz stimmt, ich wollte ja nicht, aber klein, in die Ecke gedrängt und ohne jede Hilfe, ich konnte ohnehin nur verlieren. Und damit wurde die Mauer zwischen mir und meinen Eltern errichtet. Ich bezweilfe dass die je wieder weggehen wird. Und die spüre ich jetzt deutlicher denn je.

Der Schmerz frisst mich auf. Ich schlage mir die Nächte um die Ohren, versuche mich in Büchern und Spielen zu verlieren bis mein Körper nicht mehr kann und ich erschöpft in einen fürchterlichen Schlaf falle. Dabei bräuchte ich den Schlaf dringend zur Erholung. Meine Maske sitzt in der Regel recht gut, aber von Zeit zu Zeit bekommt sie Risse. Meist kämpfe ich dann damit, versuche meine wahren Gefühle mit dem Anschein schlechter Laune zu verstecken. Ich bin zu dem Schluss gekommen dass es so am einfachsten auszusitzen ist. Bis ich die Maske wieder „repariert“ bekommen habe. Lieber ein bisschen rummaulen als ihnen die Wahrheit zu offenbaren.

Und ich bin ja auch wütend. Das ist ja nicht mal gelogen.  Auf die Welt in der wir leben, auf meine Familie, und am allermeisten auf mich selbst. Verstärkt wird das vermutlich im Moment dadurch, dass wir uns wieder mal an dem Zeitpunkt im Monat befinden, in dem mein Körper und ich uns hoffnungslos bekriegen. Naja, zumindest noch schlimmer als sonst jedenfalls. Ich finde keine Worte, die meinen Selbsthass adequat beschreiben könnten.

In nicht mal mehr einer Stunde kommt A. Wir haben uns seit der Beerdigung nicht mehr gesehen. Ich würde mir einen netten Abend mit einer Freundin vielleicht sogar wünschen, aber ich sehe darin nur Anstrengung. Eigentlich würde ich mich viel lieber wieder in meinem Zimmer verkriechen und verzweifelt versuchen in einem Buch zu entkommen…..mir und dem Rest der Welt.

Edit: In dem Moment, in dem ich mit schreiben fertig war, kamen meine Eltern nachhause. Die waren aufm Sommerfest von Mamas Schule. Und meinen dann noch seelenruhig wir können noch ne Runde mit den Hunden gehen. Ich wurde so so wütend. Sie weiß dass ich Besuch bekomme, sie weiß dass ich so früh nicht mit den Hunden gehen möchte. Aber nein, spielt ja keine Rolle. Und dann rummeckern wegen meiner schlechten Laune. Und ich bin noch wütender. Mitgegangen. Völlig sinnlos weil wir eh scnell wieder umkehren mussten. Dafür hab ich das Haus verlassen und wurde von vielen Leuten gesehen. Und ich hätte jedes Mal losheulen können. Aber klar, Töchterchen funktioniert. Das ist alles was sie sehen. Das ist alles worüber sie sich Gedanken machen. Jedes Mal wenn meine Mutter sich wieder beschwert dass ich nur lese oder spiele oder sonst was, möchts ich sie anschreien. Ihr die Alternativen aufzählen und sie fragen ob ihr das lieber wäre. Aber ich schweige nur. Am Ende.

Es ist einfach nur zum heulen.

Gestern war Opas Beerdigung. Es war grausam. Es war traurig. Und es war schön. Es hätte ihm gefallen. Seine Jagdhornbläser habe viele Lieder für ihn gespielt. Das war sein Leben. 30 Jahre lang. Es gab viele schöne Worte über ihn. Alle haben gesagt wie besonders diese Beerdiung war. Und es waren so viele Leute da. Klar, alle haben ihn gemocht, aber mit so vielen Leuten hatte glaube ich dann doch keiner von uns gerechnet. Ich habe mich auf dem Friedhof an meine Rose für ihn geklammert als wäre es das einzige was mich zusmmenhalten kann. Und ich denke nicht dass es an der Kälte lag dass ich nicht nur gezittert habe, sondern dass es mich am ganzen Körper schier geschüttelt hat. Ich glaube das war zu viel Emotion…

Und ich glaube er war da. Als die Bläser gespielt haben, es war als wäre er vorne beim Altar bei ihnen gestanden. Und als alles auf dem Friedhof standen kam erst richtig großer Graupel. Kleine Eiskristalle die auf der Rose in meinen Händen und in meinen Haaren gelandet ist. Und dann auf einmal, ganz plötzlich kam die Sonne und hat uns angeschienen und gewärmt. Und es hat sich wirklich so angefühlt als ob er das war.  Meine beste Freundin war auch da. Und als sie mich umarmt hat sagte sie „Siehst du jetzt lässt er die Sonne wieder scheinen“. Allein dass sie da war, das hat mir so viel bedeutet. Aber diese Worte, diese Bestätigung meiner Gedanken, das war Balsam, Salbe und Trost für meine Seele. So viele schöne Blumen schmücken sein Grab. Ich habe es nicht über mich gebracht wie die restliche Familie noch Erde reinzuwerfen, aber ich glaube das versteht er. Auch das Kaffeetrinken im Anschluss hätte ihm bestimmt gefallen. Alle haben sich gut unterhalten. Und jeder sagte zu uns wie geschockt sie über die Nachricht waren. Das alles so plötzlich kam. Aber sie werden ihn alle in guter Erinnerung behalten, das weiß ich und das ist mir wichtig.  Ich glaube ich werde immer an ihn denken wenn mich die Strahlen der Sonne treffen und wärmen. Das ist er.

Alles in allem wäre es trotz der Tragik, dem Schmerz und der Trauer ein schöner Tag, ein schöner Abschied gewesen. Wenn nicht meine Tante gewesen wäre. Was die sich geleistet hat….Wir können es alle noch gar nicht richtig glauben dass das wirklich passiert ist. Sie hat die Tage vorher schon rumgezickt und gejammert wegen ihrem Ex-Mann. Von dem sie seit 20 Jahre geschieden ist. Dass sie ihn auf der Beerdigung nicht sehen will und wenn sie ihn aufm Freidhof sieht würde sie ihn rausschmeißen. Wir haben ihr gesagt dass sie das nicht machen kann. Dass sie Oma und uns alle nicht so blamieren kann. Seit Jahren ist sie glücklich wieder verheiratet, man könnte meinen man könnte es mit dem Hass gut sein lassen. Aber nein, sie hat es tatsächlich getan. In der Kirche. Hat sie ihn aus einer der Bänke (vor den Augen aller anderen) rausgeholt und weggeschickt. Wie kann man so wenig Anstand haben? Er hatte nie ein Problem mit meinen Großeltern, auch nach der Scheidung nicht. Und überhaupt, wie kommt sie auf die Idee sie hätte zu entscheiden wer kommen darf und wer nicht?! Und auch später konnte sie es nicht gut sein lassen und hat alle mit ihrem Hass und ihren „Rechtfertigungen“ genervt. Und keiner hat ihr Verständnis entgegengebracht. Also ist sie recht früh gegangen. Wir haben versucht es vor Oma geheimzuhalten, aber gegen Abend kam es dann doch raus….Klar, keiner von uns weiß was genau in der Ehe alles vorgefallen ist, es waren sicherlich beide nicht unschuldig. Aber das rechtfertigt nichts. Schon gar nicht nach 20 Jahren. Mal zu Verdeutlichung: Mamas zweiter Bruder wird für mich immer ein Monster bleiben für das was er mir angetan hat. Aber ich habe kein Wort darüber verloren dass er in der Todesanzeige erwähnt wird obwohl meine Mutter sich dafür mehr oder weniger sogar entschuldigt hat. Und ich hätte mit Sicherheit auch kein Wort darüber verloren wenn er gestern da gewesen wäre, denn es war sein Vater und es wäre sein gutes Recht gewesen. Und ohne jetzt egoistisch oder selbstbezogen klingen zu wollen, was zwischen uns vorgefallen ist war mit Sicherheit schlimmer als die „schlechte“ Ehe meiner Tante.

Aber was sie heute gebracht hat, das kann und werde ich ihr nicht verzeihen. Hat sie doch tatsächlich die Nerven zu Oma zu fahren, rumzuschreien, zu versuchen sich als Opfer darzustellen, nur Vorwürfe zu machen. Meine Oma hat ihr als letztes nur noch gesagt: „Sich so aufzuführen wo der Papa noch nicht mal richtig begraben ist. Schäm dich, schäm dich in Grund und Bode“ (es ist irgendwie verdammt schwer dass alles aus dem bayrischen ins Hochdeutsche zu übersetzen). Daraufhin ist sie gegangen. Meine Oma tut mir so unendlich leid. Was sie alles mitmachen muss. Sie sieht auf einmal so alt aus. So zerbrechlich dass es mir die Tränen in die Augen treibt. Ich hasse meine Tante dafür dass sie alles nur noch schlimmer machen muss. Wie kann ein Mensch so sein? Keiner von uns hätte das erwartet….

Ich bin so unruhig. Innerlich aufgwühlt. Weiß nichts mit mir anzufangen. Werde jetzt wohl mal aufräumen und Bad putzen, dann hat meine Mutter schon mal einen Stresspunkt weniger…..

13 Reasons Why

Ich habe die Serie angeschaut. Gestern um 23:30 angefangen, heute Nachmittag mit den letzten 2 Episoden beendet. Ich war bis halb sieben Uhr morgens wach. Auch wenn ich da schon ausgeschaltet habe, es ist nichts worauf es sich gut schlafen lässt. Ich war dann bis 14:30 im Bett, bevor ich mich mit roten, geschwollenen und brennenden Augen ins Bad geschleppt habe….

Natürlich musste ich es tun, obwohl ich sehr genau wusste dass es ein Fehler ist. Ich kenne das Buch, habe es mehrmals gelesen.

Es sind nicht die Menschen und ihre grausamen Handlungen, die aufgezeigt werden, was mich so fertig macht. So etwas überrascht mich nicht mehr, kann mich nicht mehr schocken. Selbst wenn ich das Buch nicht gekannt hätte. Ich denke das bringt meine Vergrangenheit so mit sich. Ich erwarte von Menschen sowieso nur noch das Schlimmste. Auf diese Art spart man sich Enttäuschungen. Klar, viel des gezeigten hat starkt getriggert, vor allem an Erinnerungen aus der Vergangenheit (Trauma) gezerrt. Aber es war nicht das Schlimmste.

Das Schlimmste waren die Szenen der Eltern. Zu wissen dass das meine hätten sein können, zu wissen dass man ihnen das antun könnte. Das dieser weinende Mensch der am Ende seiner Kräfte ist meine Mutter sein könnte. Ich habe sie schon einmal so erlebt. Naja nicht genauso, denn ich lebte noch. Aber nahe dran. Ein Gefühl, eine Erinnerung die sich tief in mich eingebrannt hat.

Ich habe lange nicht mehr so sehr geweint wegen einer Serie/eines Films. Und ich bin jetzt einfach nur fertig. Ich habe Kopfschmerzen. Ich schaffe es nicht mal ein Lächeln aufzusetzen. Ich beschwere mich nicht, ich wusste es würde so kommen. Und ich bin  wütend auf mich selbst. Wütend, denn es existiert immer noch dieser Teil in mir, der sich an Hannah’s Stelle wünscht. Sich wünscht ebenfalls tot zu sein. Verschwunden. Nicht mehr existierend. Ich schaffe es nicht diesen Teil in mir auszulöschen. Dafür hasse ich mich….

Um diesen völlig negativen Post nicht negativ zu beenden: Die Musik der Serie ist richtig gut 🙂 (Ok, ich gebs zu, dass war ein miserabler Versuch, aber hey, was anderes fällt mir nicht ein…)

Beyond the Night

Die letzte Nacht war hart. Der Schmerz fast unerträglich. Und sehr schwer in Worte zu fassen. 

Aber: der Kampf war wohl nicht umsonst. Denn so schlimm es auch war, es hat irgendetwas tief in mir drin hervorgebracht. Vielleicht eine Art Reserve-Energie, die geschlafen hat bis sie auch wirklich dringendst benötigt wird. Diese Energie hat sich zu Motivation transformiert. Motivation die mich antreibt nicht länger auf diesem Weg weiterzugehen. Diesem Weg, der in den letzten Monaten daraus bestand kampflos Stück für Stück unterzugehen. 

Habe ich also heute gelernt? Nein, habe ich nicht. Damit bin ich nicht zufrieden, kann aber damit leben, und das ist auch schon mal was. Ich werde morgen in die Uni fahren und diese dämliche Klausur schreiben. Ich werde nicht bestehen, darauf war ich aber ohnehin eingestellt. Ich sehe es vielmehr als ein weiterer Kampf gegen die Angst, in diesem Fall speziell die Angst das Haus zu verlassen und unter Menschen zu sein. Und wenn ich das morgen schaffe ohne danach einfach nur sterben zu wollen, sehe ich es als Erfolg an. 

Was also habe ich heute gemacht? Schließlich habe ich behauptet Motivation gefunden zu haben. Ich habe angefangen mich wieder zu strukturieren. Ich habe Ziele formuliert, mit kleineren Unterpunkten wie diese Ziele erreicht werden können. Es sind keine „konkreten“ Ziele. Sondern allgemeine, mit dem großen Ziel einen guten und gesunden Alltag für mich zu schaffen. 

Ich plane wieder jeden Tag. Zuerst ein paar allgemeine Dinge, dann versuche ich für jeden Tag einen groben Ernährungsplan aufzustellen (auf den ich mich aber gerade jetzt am Anfang nicht komplett verkrampft versteifen will, denn dazu stecke ich im Moment zu sehr in der Essstörung – ich brauche kleine Schritte, ein von heute auf morgen gibt es nicht) und am Schluss gibt es für den Anfang 3-4 Punkte, Dinge die ich erledigen/schaffen will, die dann am Ende des Tages abgehakt werden können. Damit sind nicht nur richtige Aufgaben gemeint, sondern auch bewusst schöne Dinge erleben, einfach auch Dinge die ich sowieso schon mache. Es geht darum alles bewusster wahrzunehmen, nicht den ganzen Tag wir eine leblose Hülle vor mich hinzuvegetieren. 

Außerdem habe ich ein Test-Bullet Journal angefangen. Ich denke dass das etwas für mich ist, und nicht nur zu mehr Struktur verhelfen kann, sondern auch als „Skill“ bzw. sinnvolle Ablenkung sehr gut verwendet werden kann. Vorerst bleibt es aber bei einem Test, etwa einen Monat lang. Denn wenn ich mich sofort da reinstürze könnte es schief gehen. Ich möchte es zwanglos und locker angehen, denn schließlich besteht ja trotz allem die Möglichkeit dass es nicht so klappt, und dann besteht weniger Gefahr dass ich mich dafür selbst fertig mache bzw. verurteile. 

Das war heute ein sehr großer Schritt für mich. Mal wieder. Und es war auch bei weitem nicht leicht. Aber es hinterlässt ein positives Gefühl. Und es zeigt mir, die letzten Klinikaufenthalte waren nicht umsonst. Ich habe eine Menge über mich gelernt, und versuche jetzt das wieder anzuwenden. Und auch Erkenntnisse und Rückmeldungen von damals nicht weiter wegzuschieben. Essstörung, Depression, PTBS usw. anzuerkennen, nicht zu verleugnen. 

Ich habe bis September Zeit wieder ein bisschen auf die Beine zu kommen. Das sollte zu schaffen sein.

Das alles ist nur ein kleiner Anfang. Es geht mir damit ein wenig besser, aber dieser eine Tag löst ganz bestimmt nicht all meine Probleme in Luft auf. Ich bin trotzdem noch von Angst zerfressen. Ich muss trotzdem noch mit Tränen kämpfen. Ich kann meinen Körper trotzdem nicht ansehen oder an ihn denken ohne mich zu hassen. Und von den Dingen die mir die Vergangenheit ruiniert hat will ich gar nicht erst anfangen (dass sich das nicht mehr ändern wird, dass weiß ich und habe mehr oder weniger gelernt mit diesen Einschränkungen zu leben (Stichwort Beziehung, Familie etc.) auch wenn es sehr schmerzhaft ist darüber nachzudenken sobald es meine Eltern betrifft, keine Enkel etc. Ich glaube damit werde ich wohl nie ganz fertig werden, aber dann ist es halt so). Oh, irgendwie habe ich doch noch damit angefangen, naja egal, mein Blog/Tagebuch – meine Texte/Inhalte/Themen.  Ich bin immer noch eine Katastrophe im Sozialleben, immer noch die schlechteste Freundin die man haben kann, aber auch daran kann ich arbeiten. Kleine Schritte eben. Und die 2 Freundinnen die ich habe, die werden geduldig auf mich warten, und nehmen mich auch im Moment so wie ich bin. Eigentlich sind sie ein Geschenk das ich nicht verdient habe.

Und um das ganze Geschwafel jetzt zu beenden, denn es ist schon wieder nach Mitternacht und ich muss um 6 aufstehen, noch eine unnötige Nebeninformation: meine Haare sind jetzt gute 6-7 cm kürzer. Das ist bitter, denn meine Haare wachsen in der Geschwindigkeit einer, ähm, kriechbehinderten (gehbehindert kann man da ja nicht sagen) Schnecke, aber sie sehen endlich wieder gesund aus, und das ist auch was wert 🙂

Btw: Der Titel von diesem Eintrag ist der Name von einem Lied, dass ich vor Jahren mal gefunden hae. Ist eigentlich kein „richtiges“ Lied, sondern ein Lied dass ich gehört habe als es in einer Sci-Fi Serie, die mein Vater immer anschaut, vorkam. Es geht dabei eigentlich um Frieden nach dem Tod, vom Ende allen Schmerzes und Leids. Es ist eine schöne Szene und das Lied ist auch sehr schön. Irgendwie kam es mir heute in den Sinn und hat daher so seinen Platz im heutigen Tagebucheintrag bekommen.

11. November 2016

Nachdem ich im Zug fast komplett eingeschlafen bin, bin ich mittlerweile in der Uni. Früher als mir lieb ist, denn eigentlich hätte ich Freitags ja nur von 12 bis 14 Uhr das doofe EIMI Tutorium. Aber wir machen ab dieser Woche die „Mathe Lerngruppe“. Also eigentlich machen wir nur das Übungsblatt zusammen. Müssten wir eh, wir sollen nämlich immer zu zweit abgeben damit die Übungsleiter weniger korrigieren müssen. 

Trotzdem wäre ich viel lieber noch Zuhause. Ich bin so unendlich müde. Schlafen klappt wirklich so gar nicht im Moment, und ich Trau mich nicht die Promethazin zu nehmen, denn in der Dosis die ich brauchen würde um nur halbwegs vernünftig zu schlafen, befürchte ich dass ich am nächsten Tag erst recht müde wäre… Ich kann also nur verlieren… Ich träume jede Nacht von der OP. Keine schönen Träume… Und als wäre das nicht genug, mischt sich die Vergangenheit wieder täglich in mein Leben ein. Als hätte das eine das andere auf die Idee gebracht. Hatte wohl zu lange „einigermaßen Ruhe“. Alles doof.

Heute Nachmittag muss ich dann unbedingt mit der 1. Studienleistung vom Programmieren fertig werden. Eine Aufgabe von 3 hab ich schon (die muss nur noch kommentiert werden, meiner Meinung nach das schwierigste von allem), und die anderen beiden müssen wenigstens so weit fertig werden dass die Programme funktionieren. Morgen kann ich nichts dran machenm weil wieder Ligaschießen ist und ich arbeiten muss, hab also nur noch den Sonntag. Montag hab ich Uni und um 23:55 muss es abgegeben sein. Stress. Aber bin ja selber schuld. So unfähig….

D.h. die nächsten 2 Wochen nicht ausschlafen. Bin gespannt wie ich mit dem Schlafmangel funktionieren werde. Wenn das mit den Nächten so weiter geht klapp ich wohl früher oder später zusammen…..

01. August 2016

Kurzes Update: 

Mir geht’s beschissen. Bin wieder voll im Bulimie-Teufelskreis, ständig nur traurig und müde. Ständig Schneidedruck, aber hab einfach keine Lust dass jemand merken könnte wie es mir geht. Das würde nur noch mehr Stress bedeuten mit dem ich nicht auch noch umgehen kann. Ich bin fetter denn je, hab mich vor ein paar Tagen gewogen und nen Schock bekommen, jeder Blick in den Spiegel ist eine Qual, ich möchte jedes Mal nur heulen und den Spiegel einschlagen… Jetzt erst mal so gut wie möglich Diät und wieder Sport… Auch wenn ich das wahrscheinlich sowieso nicht schaffe/kann. So eine Versagerin wie ich halt bin…

Das Semester hab ich nach allen Regeln der Kunst versaut, ist fraglich, wie und ob ich so überhaupt weiter studieren soll/kann. 

Die Hoffnung auf ne Beziehung hab ich auch verloren. Denn sobald auch nur der Gedanke an „mehr als nur küssen“ kommt, bekomme ich nur Panik ohne Ende (und ich hasse mich so sehr dafür…und ja ein bisschen auch ihn) , und überhaupt kann ich nicht glauben dass er jemand wie mich haben möchte. Und ich will mich da emotional nicht drauf einlassen, denn Schmerz hab ich genug in meinem Leben. Und ja, dieser Gedanke tut weh. Hoffnung zu verlieren tut berdammt weh… 

Alles so doof… Jetzt 2 Monate lang im Zimmer verkriechen… Wenigstens etwas. Meine Ruhe… 

Und eigentlich kommen auch wieder tagtäglich suizidale Gedanken. Und ich fühle mich so gefangen. Weil ich nichts machen darf… Ich will absolut nicht mehr Leben. Ich hasse es nur noch. Hasse mich so sehr… Will nicht mehr existieren…

Und ich bin mit all dieser scheiße allein, und so hart es ist, ich denke es ist gut so. 

Changes

So so viele Veränderungen in meinem Leben.

Neue Uni (super) neuer Studiengang (absolut spitze) und dann…ja…dann ist da er. Ich hab mich ewig dagegen gewehrt, wollte das alles nicht, aber den Kampf hab ich wohl verloren. Wenn ich an ihn denke ist alles vergessen, ich fühl mich gut. Wenn ich an ihn denke wechselt in mir alles immer wieder zwischen glücklich sein und Angst. Und weil ich Genie ja sowas nicht kommen sehen hab, und Therapie aufgehört habe, hab ich nun niemanden mit dem ich drüber reden kann.

Alles in meinem Leben ist im Moment so viel. Und überwiegend gut. Und ich bin komplett überfordert. 

 
Aber jetzt mal der Reihe nach: Die neue Uni ist super. Gefällt mir so viel besser als München, und auch das hinfahren (von der Tatsache dass ich 3 Mal die Woche um 5 aufstehen muss) ist wesentlich angenehmer. Ich hab ne himmlische Kaffee-Quelle direkt am Bahnhof (und Nachmittags dann tolle frische Fruchtsäfte und Smoothies) und in der Uni hab ich auch zig Kaffee-Quellen (für grade mal 1 €). 

Der Studiengang ist einfach nur ideal für mich. Mein absoluter Favorit dieses Semester wäre dann wohl Entertainment Computing (das Gamer-Girl in mir ist da perfekt aufgehoben :D) und auch HCI (Human Computer Interaction), Informationstechnische Grundlagen und Mathe sind gut. Einführung in das wissenschaftliche arbeiten für Medieninformatik und Einführung Projektmanagement sind….naja, sagen wir es sind notwendige Übel. Da komm ich auch irgendwie durch 😀 

Und dann kommt…J. J. habe ich in der Klinik kennengelernt. Er ist 8 Jahre älter als ich, aber das fällt halt überhaupt nicht auf xD Wir haben viele ähnliche Interessen, er ist ein super liebenswerter Mensch, man kann mit ihm lachen und sich ernst unterhalten, und am wichtigsten: Er gibt mir das Gefühl wertvoll zu sein. Ich kann es nicht beschreiben…ich fühl mich einfach wohl/sicher/gut aufgehoben bei ihm. Er ist der einzige männliche Mensch (von meinem Vater mal abgesehen) der mich umarmen kann ohne dass es sich schlecht anfühlt/ich Angst habe/mich ekel etc. Er hat mich am Samstag zum Abschied geküsst. Das war….gemischt. Es hat sich einerseits gut und richtig angefühlt, aber andererseits bekomm ich beim Gedanken daran und was eventuell irgendwann folgen würde, extrem Panik…..Ich habe so eine Situation so viele Jahre lang so kategorisch ausgeschlossen, dass es jetzt vollkommen überfordernd über mir hereinbricht. Und ich habe niemandem mit dem ich darüber reden kann….der mir helfen könnte damit umzugehen. Hab ich wieder super hinbekommen alles. Ich habe Angst.Angst.Angst. Alles in den Sand zu setzen, Angst verletzt zu werden. Einfach nur Angst. Und dann bin ich wieder glücklich. Es ist alles so unglaublich verwirrend…..

Ich bin wirklich der größte Idiot der auf dieser Welt rumläuft. Naja, vielleicht nicht der größte, aber ich gehört mindestens unter die top 100….Ich hab die Kontrolle verloren. Ich bin so bescheuert. 

Außerdem steht mal wieder der Sommer vor der Tür. Ein riesen Problem, jetzt schon. Und durch die letzen Verletzungen in der Klinik kann ich (selbst wenn ich irgendwie den Mut finden würde) erst Recht nicht im T-Shirt rumlaufen. Alles noch rot und dick und man sieht die Stiche. Und die Verbrennungen von den Zigaretten wollen auch nicht schnell genug verblassen….Ein Grund mehr warum ich so ein Idiot bin. Ich hasse mich manchmal so sehr für meine Dummheit/Unfähigkeit. Das Schlimme daran ist glaube ich auch, dass ich niemanden dafür verantwortlich machen kann außer mich selbst. An allem bin ich selbst schuld…

  (Wenn es nur so leicht wäre…)

Naja, genug gejammert. Es hat aber sehr gut getan das alles mal einfach ohne nachzudenken runterzuschreiben.