Beyond the Night

Die letzte Nacht war hart. Der Schmerz fast unerträglich. Und sehr schwer in Worte zu fassen. 

Aber: der Kampf war wohl nicht umsonst. Denn so schlimm es auch war, es hat irgendetwas tief in mir drin hervorgebracht. Vielleicht eine Art Reserve-Energie, die geschlafen hat bis sie auch wirklich dringendst benötigt wird. Diese Energie hat sich zu Motivation transformiert. Motivation die mich antreibt nicht länger auf diesem Weg weiterzugehen. Diesem Weg, der in den letzten Monaten daraus bestand kampflos Stück für Stück unterzugehen. 

Habe ich also heute gelernt? Nein, habe ich nicht. Damit bin ich nicht zufrieden, kann aber damit leben, und das ist auch schon mal was. Ich werde morgen in die Uni fahren und diese dämliche Klausur schreiben. Ich werde nicht bestehen, darauf war ich aber ohnehin eingestellt. Ich sehe es vielmehr als ein weiterer Kampf gegen die Angst, in diesem Fall speziell die Angst das Haus zu verlassen und unter Menschen zu sein. Und wenn ich das morgen schaffe ohne danach einfach nur sterben zu wollen, sehe ich es als Erfolg an. 

Was also habe ich heute gemacht? Schließlich habe ich behauptet Motivation gefunden zu haben. Ich habe angefangen mich wieder zu strukturieren. Ich habe Ziele formuliert, mit kleineren Unterpunkten wie diese Ziele erreicht werden können. Es sind keine „konkreten“ Ziele. Sondern allgemeine, mit dem großen Ziel einen guten und gesunden Alltag für mich zu schaffen. 

Ich plane wieder jeden Tag. Zuerst ein paar allgemeine Dinge, dann versuche ich für jeden Tag einen groben Ernährungsplan aufzustellen (auf den ich mich aber gerade jetzt am Anfang nicht komplett verkrampft versteifen will, denn dazu stecke ich im Moment zu sehr in der Essstörung – ich brauche kleine Schritte, ein von heute auf morgen gibt es nicht) und am Schluss gibt es für den Anfang 3-4 Punkte, Dinge die ich erledigen/schaffen will, die dann am Ende des Tages abgehakt werden können. Damit sind nicht nur richtige Aufgaben gemeint, sondern auch bewusst schöne Dinge erleben, einfach auch Dinge die ich sowieso schon mache. Es geht darum alles bewusster wahrzunehmen, nicht den ganzen Tag wir eine leblose Hülle vor mich hinzuvegetieren. 

Außerdem habe ich ein Test-Bullet Journal angefangen. Ich denke dass das etwas für mich ist, und nicht nur zu mehr Struktur verhelfen kann, sondern auch als „Skill“ bzw. sinnvolle Ablenkung sehr gut verwendet werden kann. Vorerst bleibt es aber bei einem Test, etwa einen Monat lang. Denn wenn ich mich sofort da reinstürze könnte es schief gehen. Ich möchte es zwanglos und locker angehen, denn schließlich besteht ja trotz allem die Möglichkeit dass es nicht so klappt, und dann besteht weniger Gefahr dass ich mich dafür selbst fertig mache bzw. verurteile. 

Das war heute ein sehr großer Schritt für mich. Mal wieder. Und es war auch bei weitem nicht leicht. Aber es hinterlässt ein positives Gefühl. Und es zeigt mir, die letzten Klinikaufenthalte waren nicht umsonst. Ich habe eine Menge über mich gelernt, und versuche jetzt das wieder anzuwenden. Und auch Erkenntnisse und Rückmeldungen von damals nicht weiter wegzuschieben. Essstörung, Depression, PTBS usw. anzuerkennen, nicht zu verleugnen. 

Ich habe bis September Zeit wieder ein bisschen auf die Beine zu kommen. Das sollte zu schaffen sein.

Das alles ist nur ein kleiner Anfang. Es geht mir damit ein wenig besser, aber dieser eine Tag löst ganz bestimmt nicht all meine Probleme in Luft auf. Ich bin trotzdem noch von Angst zerfressen. Ich muss trotzdem noch mit Tränen kämpfen. Ich kann meinen Körper trotzdem nicht ansehen oder an ihn denken ohne mich zu hassen. Und von den Dingen die mir die Vergangenheit ruiniert hat will ich gar nicht erst anfangen (dass sich das nicht mehr ändern wird, dass weiß ich und habe mehr oder weniger gelernt mit diesen Einschränkungen zu leben (Stichwort Beziehung, Familie etc.) auch wenn es sehr schmerzhaft ist darüber nachzudenken sobald es meine Eltern betrifft, keine Enkel etc. Ich glaube damit werde ich wohl nie ganz fertig werden, aber dann ist es halt so). Oh, irgendwie habe ich doch noch damit angefangen, naja egal, mein Blog/Tagebuch – meine Texte/Inhalte/Themen.  Ich bin immer noch eine Katastrophe im Sozialleben, immer noch die schlechteste Freundin die man haben kann, aber auch daran kann ich arbeiten. Kleine Schritte eben. Und die 2 Freundinnen die ich habe, die werden geduldig auf mich warten, und nehmen mich auch im Moment so wie ich bin. Eigentlich sind sie ein Geschenk das ich nicht verdient habe.

Und um das ganze Geschwafel jetzt zu beenden, denn es ist schon wieder nach Mitternacht und ich muss um 6 aufstehen, noch eine unnötige Nebeninformation: meine Haare sind jetzt gute 6-7 cm kürzer. Das ist bitter, denn meine Haare wachsen in der Geschwindigkeit einer, ähm, kriechbehinderten (gehbehindert kann man da ja nicht sagen) Schnecke, aber sie sehen endlich wieder gesund aus, und das ist auch was wert 🙂

Btw: Der Titel von diesem Eintrag ist der Name von einem Lied, dass ich vor Jahren mal gefunden hae. Ist eigentlich kein „richtiges“ Lied, sondern ein Lied dass ich gehört habe als es in einer Sci-Fi Serie, die mein Vater immer anschaut, vorkam. Es geht dabei eigentlich um Frieden nach dem Tod, vom Ende allen Schmerzes und Leids. Es ist eine schöne Szene und das Lied ist auch sehr schön. Irgendwie kam es mir heute in den Sinn und hat daher so seinen Platz im heutigen Tagebucheintrag bekommen.

Changes

So so viele Veränderungen in meinem Leben.

Neue Uni (super) neuer Studiengang (absolut spitze) und dann…ja…dann ist da er. Ich hab mich ewig dagegen gewehrt, wollte das alles nicht, aber den Kampf hab ich wohl verloren. Wenn ich an ihn denke ist alles vergessen, ich fühl mich gut. Wenn ich an ihn denke wechselt in mir alles immer wieder zwischen glücklich sein und Angst. Und weil ich Genie ja sowas nicht kommen sehen hab, und Therapie aufgehört habe, hab ich nun niemanden mit dem ich drüber reden kann.

Alles in meinem Leben ist im Moment so viel. Und überwiegend gut. Und ich bin komplett überfordert. 

 
Aber jetzt mal der Reihe nach: Die neue Uni ist super. Gefällt mir so viel besser als München, und auch das hinfahren (von der Tatsache dass ich 3 Mal die Woche um 5 aufstehen muss) ist wesentlich angenehmer. Ich hab ne himmlische Kaffee-Quelle direkt am Bahnhof (und Nachmittags dann tolle frische Fruchtsäfte und Smoothies) und in der Uni hab ich auch zig Kaffee-Quellen (für grade mal 1 €). 

Der Studiengang ist einfach nur ideal für mich. Mein absoluter Favorit dieses Semester wäre dann wohl Entertainment Computing (das Gamer-Girl in mir ist da perfekt aufgehoben :D) und auch HCI (Human Computer Interaction), Informationstechnische Grundlagen und Mathe sind gut. Einführung in das wissenschaftliche arbeiten für Medieninformatik und Einführung Projektmanagement sind….naja, sagen wir es sind notwendige Übel. Da komm ich auch irgendwie durch 😀 

Und dann kommt…J. J. habe ich in der Klinik kennengelernt. Er ist 8 Jahre älter als ich, aber das fällt halt überhaupt nicht auf xD Wir haben viele ähnliche Interessen, er ist ein super liebenswerter Mensch, man kann mit ihm lachen und sich ernst unterhalten, und am wichtigsten: Er gibt mir das Gefühl wertvoll zu sein. Ich kann es nicht beschreiben…ich fühl mich einfach wohl/sicher/gut aufgehoben bei ihm. Er ist der einzige männliche Mensch (von meinem Vater mal abgesehen) der mich umarmen kann ohne dass es sich schlecht anfühlt/ich Angst habe/mich ekel etc. Er hat mich am Samstag zum Abschied geküsst. Das war….gemischt. Es hat sich einerseits gut und richtig angefühlt, aber andererseits bekomm ich beim Gedanken daran und was eventuell irgendwann folgen würde, extrem Panik…..Ich habe so eine Situation so viele Jahre lang so kategorisch ausgeschlossen, dass es jetzt vollkommen überfordernd über mir hereinbricht. Und ich habe niemandem mit dem ich darüber reden kann….der mir helfen könnte damit umzugehen. Hab ich wieder super hinbekommen alles. Ich habe Angst.Angst.Angst. Alles in den Sand zu setzen, Angst verletzt zu werden. Einfach nur Angst. Und dann bin ich wieder glücklich. Es ist alles so unglaublich verwirrend…..

Ich bin wirklich der größte Idiot der auf dieser Welt rumläuft. Naja, vielleicht nicht der größte, aber ich gehört mindestens unter die top 100….Ich hab die Kontrolle verloren. Ich bin so bescheuert. 

Außerdem steht mal wieder der Sommer vor der Tür. Ein riesen Problem, jetzt schon. Und durch die letzen Verletzungen in der Klinik kann ich (selbst wenn ich irgendwie den Mut finden würde) erst Recht nicht im T-Shirt rumlaufen. Alles noch rot und dick und man sieht die Stiche. Und die Verbrennungen von den Zigaretten wollen auch nicht schnell genug verblassen….Ein Grund mehr warum ich so ein Idiot bin. Ich hasse mich manchmal so sehr für meine Dummheit/Unfähigkeit. Das Schlimme daran ist glaube ich auch, dass ich niemanden dafür verantwortlich machen kann außer mich selbst. An allem bin ich selbst schuld…

  (Wenn es nur so leicht wäre…)

Naja, genug gejammert. Es hat aber sehr gut getan das alles mal einfach ohne nachzudenken runterzuschreiben.

  

Alles wieder beim alten.

Seit Dienstag bin ich also wieder zuhause.

Und es ist alles beim alten. Beim sehr alten. Fühle mich als hätte ich 10 Schritte rückwärts gemacht.

Nur noch am Boden, kämpfe tagsüber immer wieder mit Tränen….

Wie die Klinik war werde ich ständig gefragt. Nun ja, es war keine Zeitverschwendung, denn ich habe sehr liebe Menschen kennengelernt. Ansonsten…naja. Nach dem 3. Mal nähen und vielen schlimmen Situationen war ich dermaßen von mir selbst und allem angekotzt….Kurz gesagt ich habs aufgegeben. Mache wieder das was ich am besten kann – allen zeigen was sie sehen wollen, und irgendwie am leben bleiben. Therapie werde ich nicht mehr machen. Ich bin es leid. Ist doch nur Verschwendung der Therapiezeit, die andere garantiert besser nutzen können.

Bald geht das Studium los. Ich kann nicht beschreiben wie sehr ich Angst habe. Allein beim Gedanken daran schwindet sämtliche Energie die ich noch habe.

Ich habe ständig Kopfschmerzen, bin nur noch erschöpft und müde.

Wie gerne würde ich einfach verschwinden. Einfach sterben. Der Plan würde stehen. Aber zu viele würde ich damit verletzen. Das kann ich meiner Familie nicht antun.

Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Bin so am Ende…. Und alleine.

26. Februar 2016

Der Tag hat nicht gerade gut angefangen. Um halb sieben aufgestanden, Stationsversammlung überlebt, und danach gleich Kerngruppe. Die ganze Zeit massiv Druck gehabt. Hab meinen Stressball massakriert und mein ganzer Körper war durchgehend angespannt. Hab ich auch bei der Anfangs-Runde gesagt. Und Dr. N (OA, hat die Gruppe heute allein mit uns gemacht weil Dr. K. nicht da war, normalerweise schaut er sonst nur zu) hat mich damit auch voll ernst genommen. Das hat gut getan. Auch dass er gesagt hat, er würde es nicht verurteilen wenn es als letzte Möglichkeit dann in einer SV enden würde. Dafür, und dass er es hat gut sein lassen als er merkte dass es mir zu viel wurde mit darüber reden, der Aufmerksamkeit und allem, bin ich ihm mehr als dankbar. Hab mir danach auch gleich das am meisten gefrorenen Cool-Pack geholt, und brav geskillt. Mit den anderen zusammen Mittag gegessen, auch wenn ich nur ein paar Bissen runtergebracht habe. Und dann erst mal 3 Stunden geschlafen. Hat so gut getan zu wissen, dass man erst um 18 Uhr wieder einen Termin hat und wirklich Zeit hat zu schlafen ohne im Hinterkopf ständig zu hoffen, dass man den Wecker auch hört. Hat wirklich verdammt gut getan. Und der Kaffee danach auch. 

Mit J. D. und A. zusammen Abendgegessen, dann auch etwas mehr geschafft.

Um 18 Uhr hatte ich noch PET-Imagination. War ok. Hab nur ziemlich Kopfschmerzen gehabt, was für Imagination ja doch eher unvorteilhaft ist.

Jetzt noch Musik hören und zeichnen. Der Tag war schon in Ordnung. Gibt auf jeden Fall schlechtere.

Endlich Wochenende. Endlich nach Hause. Werde morgen früh von meinen 2 Engelchen abgeholt, ich freu mich schon so so sehr ❤ !

   
 

25. Februar 2016

Wass für ein Scheiß-Tag. Seit gestern nur noch krass Schneide-Druck wie seit langem nicht mehr und ich kann nicht weil ich morgen erst Verbandszeug kaufen muss. Cool-Pack hat auch einfach null gebracht. PET-Gruppe war zwar sehr interessant, aber einfach anstrengend. Danach Körpertherapie Einzel war irgendwie nur enttäuschend. Hat mir überhaupt nichts gebracht. 

Im Moment hab ich nur noch das Gefühl dass dieser Aufenthalt eine einzige Zeitverschwendung sein wird. Dass sich nichts ändern wird. Gestaltung war eine einzige Katastrophe heute. Sie wollte dass wir eine Tür mit Schloss malen durch dass man durchschauen kann. Kam mir vor wie im Kunst-Unterricht. Zwischendurch nur noch mit den Tränen gekämpft. Bin ich froh wenn ab nächste Woche Frau T. wieder da ist, diese Vertretung ist ne einzige Katastophe.

Abendessen ausgelassen. Geht nicht. Ist mir auch total egal. Eigentlich ist mir grad alles egal. Da ist wieder diese Müdigkeit in mir, gegen die schlafen, aller Schlaf den diese Welt geben kann, einfach nichts bringt. Gedankenkreisen. Um SV und Tod. Wie gesagt, ein echter Scheiß-Tag.

   
   

23. Februar 2016

Der Tag war einfach nur super anstrengend. PET-Gruppe war sehr kräftezehrend. Denn obwohl nicht über Einzelfälle, sonder nur über allgemeine Informationen gesprochen wird, ist man doch immer in Gedanken bei der Vergangenheit. Hinterher war ich fix und fertig. Bin auf’m Bett gelegen, hab Frust-gefressen und Serien geguckt um nichts fühlen und denken zu müssen. Bin mit den anderen zum Mittagessen gegangen, aber Stimmung war einfach total im Arsch. Danach erfahren dass Papa um halb vier kommt. Hat mich echt gefreut. Erst mal geschlafen bis ich mich zu Körpertherapie Gruppe hochraffen musste. War aber ganz ok. Wir mussten zu zweit zusammengehen und die Sätze 1. Es ist mir wichtig… , 2. Ich kann es nicht leiden wenn…. & 3. Was möchte ich in meinem Leben unbedingt noch erreichen/erfahren? in jeweils 4 Minuten vervollständigen/beantworten. Und am Ende das wichtigste davon benennen. Bei mir war es für mich einstehen, kämpfen und nicht mehr davonlaufen. Wie gesagt, war ok.

Danach war Papa da. Das hat die Stimmung deutlich gehoben. Haben jeder 2 Tassen Cappuccino getrunken, geredet und ich hab ihm Instagram-Tiervideos gezeigt. Also völlig zwanglos und entspannt alles. Er hat mir ein paar Sachen mitgebracht, die ich vergessen hatte. Meine Kuscheldecke, mein Kuschelkissen und mein externes CD-Laufwerk. (War den neuen Laptop schon so gewohnt, dass ich nicht mehr dran gedacht hatte dass der alte wesentlich kleiner ist und kein Laufwerk drin hat…) Und natürlich den Exmatrikulationsantrag. Den hab ich ihm gleich ausgefüllt wieder mitgegeben. Jetzt, abends, noch Sherlock schauen, entspannen und abschalten. Alles in allem hat sich der Tag zun positiven gewendet. Nur vor der Nacht habe ich Angst. Hoffentlich träume ich nicht…

  

22. Februar 2016

Erster „richtiger“ Therapie-Tag ist geschafft. Kerngruppe war irgendwie komisch. Waren alle irgendwie ziemlich abweisend uns neuen gegenüber. Dr. K. war aber besser als erwartet. Die Horror-Kerngruppen-Stunde vom letzten Mal wird sich anscheinend nicht wiederholen 🙂 Er macht nur immer wieder dieses eklige Ding mit den Augen, wo er sie so nach oben dreht und man nur noch den Augapfel sieht, aber naja, ich muss ihn ja nicht die ganze Zeit anschauen. Wir haben metaphorisch einen Segelausflug geplant, also wer welche Aufgabe und Position übernehmen würde. War als Kennenlern-Übung gar nicht mal schlecht. 

Dann Nachmittags noch Einzel bei Frau Dr. S. gehabt. War ganz gut. Wir haben über mein Verhalten in Gruppen und darüber, das richtige Maß zwischen Bequemlichkeit (Schweigen und Zurückhaltung) und Veränderung (Offenheit und Reden) geredet. Und in welchen Situationen und Aktivitäten im Alltag ich gut abschalten kann und „bei mir selbst“ bin wollte sie wissen. Hab vor allem Hunde, Bogenschießen, Bücher, Filme, Musik und Spiele genannt. Bei ihr muss man am Ende der Stunde eine Überschrift für diese finden. Meine war „Selbstreflektion“. Sie meinte heute auch wieder wie sehr ich mich verändert habe. Das sagen echt alle vom Personal, die mich noch vom letzten Mal kennen. Schwester H. hat mich gestern auch erst mal ganz herlich umarmt, das war echt lieb. 

Ansonsten komm ich ganz gut zurecht. Bin meistens mit D., J., C., und A. zusammen. Wir lachen viel, und ich fühle mich relativ wohl.

   
 

17. Februar 2016

Bin gut in der Klinik angekommen. Naja, mehr oder weniger. Wie es scheint hab ich mit meiner „Mitbewohnerin“ Glück gehabt. Sie ist sehr nett. Mama meinte gestern, dass sie mir immer jemanden ins Zimmer tun, der vom Alter her meine Mutter sein könnte (sie hat Zwillinge, 1 Jahr jünger als ich, also kommt schon irgendwie hin 😀 ) 

D. ist jedenfalls auch gestern gekommen, ist aber zum 1. Mal hier. 

Gestern Aufnahme bei Frau Dr. S. gehabt. Sie war was das „medizinische“ angeht zum Glück sehr nachsichtig (also nix mit ausziehen und dem scheiß…). Therapeutisch gesehen…ich weiß es noch nicht. Sie ist wirklich lieb, aber ich weiß nicht wie weit ich mit ihr kommen werde. Vor allem weil sie in 3 Wochen in Urlaub geht. Der nich realistische Teil in mir hofft, dass Frau K. dann wieder kommen wird, aber das wird wohl nichts… Mal schauen…Gewicht heute morgen war katastrophal, das muss unbedingt runter!

   
 

26. Januar 2016

So, zuerst mal: Ich habe den passwortgeschützten Eintrag gelöscht. Es ist im Nachhinein doch nichts, was ich in meinem Tagebuch behalten möchte. Und ich habe auch nicht vor, nochmal sowas zu schreiben, also hat sich das mit dem Passwort wohl auch erledigt…

So, ich bin zurück. Psychisch hab ich mich in der letzten Zeit wieder gefangen. Dank Hobby usw.

Jetzt bin ich aber krank. Hab ne mega Erkältung, und zusätzlich hab ich mir noch am Sonntag beim aufwärmen vor dem Training irgendwie nen Muskel zwischen den Schulterblättern gezerrt. Das ist in Kombination nicht lustig, denn jedes Mal wenn ich niesen muss fühlt es sich an als würde mir einer nen Dolch hinten reinrammen. Außerdem ist schlafen nicht erholsam, denn sobald ich mich oder auch nur meinen Kopf nach rechts drehe wache ich auf, weil aua. Nicht lustig. Dementsprechend ist meine Laune.

Aber ansonsten ist psychisch wieder alles „stabil“. Mal abgesehen davon dass ich meinen Körper wieder auf höchstem Level hasse….Aber das ist wohl normal. Die nächsten Wochen, ab heute, wird wieder radikal wenig gegessen. So kann ich mich in der Klinik nicht auf die Waage stellen, das überleb ich nicht…

Die Klinik-Aufnahme rückt immer näher. und so langsam kommt die Angst. Ich will nicht von zuhause weg…v0n meiner Familie und meinen Hunden 😦 Ich will mich nicht mit all der Scheiße auseinandersetzen…Fühle mich im Moment von der bloßen Vorstellung von Klinik überfordert…Aber ich hoffe das wird wieder. Dieses Mal weiß ich wenigstens was auf mich zukommt, kenne das Personal und alles…Naja…

Ich hoffe ich kann morgen wieder zum Training gehen. Das ist inzwischen so ein fester Bestandteil dass es mir total fehlt, und da ist es mir dann auch egal ob es weh tut.

Die Wunden des letzten Ausrutschers konnte ich bis jetzt erfolgreich verstecken, und das ist ne enorme Erleichterung.

Mehr von dieser langweiligen Scheiße gibts im Moment wohl nicht zu sagen.

Das Gespräch

Gestern bin ich also pünktlich um 12:45 Uhr in der Klinik eingelaufen, hab mich im Sekretariat angemeldet und musste dann auch gar nicht mehr lange warten – da kam sie auch schon: Frau Psychologin. Hätte nicht gedacht dass ich mich so freuen würde sie wieder zu sehen. Sie hat mich freundlich begrüßt, und mich erst mal darauf hingewiesen dass sie umgezogen ist 😀 (ihr Büro) Sie musste kurz nochmal auf Station, hat mir kurz erklärt wo ihr Zimmer ist (war ja nicht besonders schwer, ich kenn mich da ja quasi blind aus).

Als sie wieder kam, gings los. Auf ins Zimmer, hingesetzt, und schon kam sie wieder mit diesen Fragen, mit denen sie mich beim letzten Mal schon zur Verzweiflung gebracht hat :’D Hab ich ja schon irgendwie vermisst. Haben also geredet, wie der aktuelle Stand ist, ob sich Dinge verbessert haben, ob ich was aus dem Aufenthalt mitnehmen konnte usw. Sie hat sich ziemlich gefreut dass ich diese Frage bejahen konnte 🙂 Hab auch gesagt dass es die letzten Wochen halt wieder schwieriger war usw.

Jedenfalls meinte sie auch, dass die Trauma-Gruppe gut für mich wäre, also war es praktisch eh schon entschieden. Ein kurzer Anruf im Belegungs-Sekretariat, mich damit angemeldet, und konnte mir gleich sagen wann ich dran bin. Am 16. oder 17. Februar werd ich dann also wieder dort sein.

Einziges Problem: Sie hat mich darauf hingewiesen dass sie starke Probleme mit der Hüfte hat, noch nicht weiß ob sie Reha machen muss oder operiert wird und so, und es kann sein dass sie dann nicht da ist. Aber wenn ich aufgenommen werde ist sie sicher noch da, und sie hat mich extra gefragt wer meine zweite Wahl wäre, und gesagt sie sorgt dafür dass ich nicht zu irgendjemandem komme. Sie ruft mich auch nochmal an wenn sie mehr weiß. Find ich toll von ihr.

War insgesamt ein sehr komisches Gefühl wieder dort zu sein. Alles so vertraut, und irgendwie erwartet man halt gleich gewisse Menschen zu treffen, obwohl man ja weiß dass sie nicht da sind 😀 aber naja.

Irgendwie bin ich ja schon nervös/aufgeregt. Aber ich denke das wird schon. Aber d.h. auch dass die nächsten Wochen harte Diät ansteht. Die werden mich gleich am ersten Tag wiegen, und nach der ganzen Frust-Fresserei der letzten Wochen ist es im Moment eine einzige Katastrophe mit dem Gewicht/dem Körper -.- Dass werden nochmal stressige Wochen. Das muss unbedingt runter bis dahin….

Das Gespräch hat aber auch wieder krass getriggert. War ne sehr harte Nacht. Erst mal in den Schlaf geheult und dann wieder Alpträume der höchst hässlichen Art….Dementsprechend fertig bin ich heute.

Aber alles in allem bin ich sehr zufrieden. Ich habe das Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und hoffe so so sehr dass mir der Aufenthalt was bringen wird.