15. Oktober 2017

Ich weiß nicht was ich schreiben soll. I h weiß nicht was es zu sagen gibt. Alles in mir ist pures Chaos. Ich bin gefangen in einem Strudel aus Angst, Unsicherheit und Verzweiflung. Ich bekomme nichts so hin wie ich es möchte. Auch heute nicht. Ich habe gelernt, ja, aber nicht genug. Nichts was ich mache ist jemals genug. Zu oft die letzten Tage habe ich die Kontrolle über meine Tränen verloren. Immer nur für 3-4 Tränen, die ich dann schnell wegwischen musste bevor sie ihre Spuren auf meinem Gesicht hinterlassen, aber jede einzelne ist zu viel. 

Ich bin müde, so müde, dass es keine Worte dafür gibt. Ich will aufgeben, nicht mehr kämpfen. Aber ich darf nicht. Es muss weitergehen, und ich muss gut funktionieren. 

Mein Hass auf meinen Körper ist im Moment überwältigend. Jedes Mal wenn ich mich sehe, und wenn es nur mein Arm ist, jedes Mal wenn ich über meinen Körper nachdenke, möchte ich schreien, könnte vor Wut und Hass heulen.  (Von den praktischen Übungen in der Schule möchte ich gar nicht erst anfangen…)

Möchte mir alles aufschneiden, möchte dass der Schmerz endet…. aber nein. Kontrolle und Disziplin. Das ist alles was mein Leben noch ausmacht. Disziplin: jeden Tag aufstehen und funktionieren. Kontrolle: die Maske muss sitzen, Gefühle und Erinnerungen unterdrückt werden. Es ist alles so anstrengend…

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27. September 2017

Wie befürchtet war heute alles andere als das, was man als angenehmen Tag bezeichnen würde. Wie angekündigt, haben wir passend zum Thema Wunden mit Verbänden angefangen. Und zwar praktisch. An uns gegenseitig. Ich wollte einfach nur im Boden versinken. Weglaufen, mich verstecken. Mich irgendwo einrollen und einfach nur darauf zu warten irgendwann zu sterben.  Meine Lehrerin hat auch für nen Moment blöd geschaut, sich dann aber recht schnell wieder gefangen. Der Rest des Unterrichts hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit.

 Seitdem bin ich so richtig fertig. Gefangen in einem tiefen tiefen Loch. Scham, Selbsthass, Traurigkeit. Eigentlich wäre mir nach heulen, aber meine Augen könnten trockener nicht sein. Es ist als hätte mir jemand so richtig feste in den Magen geschlagen, und seitdem bekomme ich keine Luft mehr. Es war ein Fehler. Alles ein riesen Fehler. Genauso wie ich. Ich bin auch nur ein einziger dummer Fehler….Gerade schwimme ich in einem Meer aus Negativität, die Strömung droht mich für immer zu verschlingen und ich sehe nirgends Land. Ich hasse mich so sehr. Wie kann man nur so abartig dumm und unfähig sein? Ich sollte gar keine Existenzberechtigung haben…Ich weiß es jetzt schon, schlafen wird heute eine Schlacht. Und ich weiß auch dass ich sie verlieren werde. Und morgen wieder völlig übermüdet und am Ende funktionieren muss. Wieder dort hin muss.  

Ich mag nicht mehr. Ich bin so erschöpft und kaputt. Wem mache ich eigentlich was vor? Ich werds in diesem Leben eh zu nichts mehr bringen. Nichts auf die Reihe kriegen. Ich bin und bleibe eine dumme, gestörte Versagerin…Ich bin es so leid die Stärke zu spielen, mit allen Mitteln normal wirken zu wollen wenn es am Ende doch nichts bringt…. am liebsten würde ich mir die Beine von unten bis oben aufschlitzen. Will mich schlagen. Mir das geben was ich verdient habe. Aber selbst das habe ich eigentlich nicht verdient. Ich verdiene nichts…Gegessen habe ich seit Tagen nicht mehr wirklich ausreichend (wenn man es objektiv betrachten würde. Nehme trotzdem nicht ab. Aber das fällt auch unter die Kategorie „nicht verdient“. Fett und hässlich bleiben. Für immer. Das habe ich schon eher verdient….Mein Rücken besteht auch nur noch aus verkrampften Muskeln. Mein Kopf explodiert wohl jeden Moment. Das wäre aber wohl  zu schön um wahr zu sein…..

15. September 2017

Ich verstehe mich einfach selbst nicht. Die letzten Tage liefen gut. Für meine Verhältnisse sogar sehr gut. Ich habe mich schnell an die Schule gewöhnt, habe sogar sofort Anschluss gefunden. Ich bin sicher dass ich den Stoff bewältigen kann, in einigen Fächern bin ich, wie meine Hausärztin schon zu mir sagte, tatsächlich unterfordert. Englisch z.B. Ich dachte heute wirklich ich würde einschlafen. Und ich finde es unglaublich schwer da ein gutes Maß zu finden. Einerseits möchte ich mitarbeiten/mich beteiligen, aber andererseits weiß ich nicht wie oft ich was sagen/mich melden „darf“ ohne dass es blöd rüberkommt, ich will das ja nicht raushängen lassen…naja, wenigstens muss ich mir da keine Sorgen um Noten machen, das krieg ich hin. Und ich habe Angst dass man mir ansieht dass ich mich langweile. Genau wie in Fachrechnen, das war gestern für mich wirklich anstrengend, aber ich habe die Hoffnung dass es etwas besser wird wenn wir mal Kalkulationen etc. machen. Aber wenn man Mathe an der Uni hatte ist das schon echt hart wenn man Umrechnungen macht und sich dann noch Erklärungen anhören muss warum 1000*1000 nicht 2000 ist. Und dann fühle ich mich arrogant und hasse mich dafür. Zu Recht.

Also alles in allem lief es gut. Und trotzdem komme ich heute heim und alles ist einfach nur schrecklich. Ich bin depressiv, lebensmüde, möchte mich nur noch in der Ecke verkriechen, weinen und schreien. Keine positiven Gedanken möglich, in meinem Kopf nur schlimme Gedanken und Hoffnungslosigkeit. Der unerfüllbare Wunsch nach einem baldigen Ende der sich anfühlt als würde sich in mir Säure ausbreiten.

Ich habe die letzte halbe Stunde damit verbracht intensiv zu analysieren was das ausgelöst haben könnte. Der Wegfall von Stress jetzt wo das Wochenende da ist? Liegt es einfach daran dass ich jetzt „Zeit“ dafür habe und mein Unterbewusstsein nur darauf gewartet hat? Oder liegt es vielleicht auch daran dass mir heute in Laborkunde wieder hart und schmerzlich bewusst wurde dass ich bald auffliegen werde. Noch denken alle ich wäre normal. Bald werden sie meine Narben sehen. Ich wünschte ich könnte das verhindern. Ich wünschte ich könnte sie einfach verschwinden lassen. Der Selbsthass frisst sich durch meine Gedanken. Und ich kann noch nicht mal einschätzen wie lange diese Gnadenfrist noch anhält. Wir haben keinen Zeitplan bekommen, ich weiß nicht wann wir mit Blutdruck und Puls messen anfangen. Nächste Woche wird einem von uns Blut abgenommen für Laborkunde, mein Glück ist nur dass das mit Sicherheit auf freiwilliger Basis sein wird. D.h. ich werde es ganz bestimmt nicht werden. Es fühlt sich an als würde ich darauf warten müssen mich irgendwann vor der Klasse komplett ausziehen müssen. Irgendwie logisch, denn rein emotional gesehen stehe ich ohne meine langen Ärmel ja schon irgendwie „nackt“ vor ihnen. Wenn ich jetzt daran denke bereue ich schon wieder alles und will nur noch weglaufen.

Zu allem dazu kommt noch dass ich die letzten Wochen wieder zugenommen habe. Ich weiß nicht wie viel, auf die Waage traue ich mich einfach nicht. Aber ich kann es sehen. Und meine Oma hat diesbezüglich auch schon einen Kommentar abgegeben (auch wenn sie es lustig und nicht böse gemeint hat, es hat alles bestätigt). D.h. ich muss jetzt wieder richtig aufpassen. Alles auf den Schulalltag ausrichten. Das viele sitzen macht es verdammt schwer und ich bin es nicht mehr gewohnt. Werde teilweise richtig unruhig weil ich mich nicht bewegen kann…Erwische mich wieder dabei wie ich ständig mit den Beinen wippe bzw. „zittere“. So extrem hatte ich das schon lange nicht mehr, ich glaube sogar das letzte Mal war noch in der Klinik, und auch da war es nicht so extrem wie jetzt. Es nervt. Ich kann es nicht abstellen und habe sehr starke Angst dass andere es mitkriegen und dass es sie stört….danke ehemalige Mitpatientin dass du mich damals aus dem nichts deswegen so zickig und gemein angefahren hast dass ich deswegen danach noch über ne Stunde Weinkrämpfe und ein schlechte Gewissen (weil ich dich genervt/gestört habe) hatte. Naja, muss einfach versuchen achtsamer zu sein. Kontrolle heißt, wie immer in meinem Leben, auch hier das Zauberwort. Naja, ändert nichts an der Tatsache dass ich abnehmen muss. Dringend. Morgen und übermorgen ist schon mal extremes Kalorien-Einsparen angesagt. Morgen Abend muss ich ne Pizza essen, will Oma nicht verletzen, sie hat da irgendwie ne Art Ritual draus gemacht wenn meine Eltern nicht da sind. Aber sonst esse ich halt nichts. Für die Schule muss ich mir noch ne gute Strategie überlegen. Ganz ohne ist dumm und unrealistisch.

Wieder einmal versuche ich mich mit schreiben abzulenken. Den Zusammenbruch so lange wie möglich rauszuzögern. Oma kommt heute Abend noch mal kurz, irgendwas trinken und Gute Nacht sagen. Auch ein Ritual seit Opa nicht mehr da ist. Und vorher darf ich nicht weinen.

Die ganze Erbschafts-Geschichte hat die Vergangenheit wieder sehr stark in den Fokus meines Unterbewusstseins gerückt. Alpträume (eigentlich jede Nacht), Flashbacks alles ist wieder an der Tagesordnung. Ich habe Panik davor dass es mal in der Schule passiert. Besser gesagt habe ich Angst mal in eine Panikattacke zu rutschen. Dann könnte ich sofort meinem Leben ein Ende setzen, denn das würde ich nicht ertragen. Es macht mich so unfassbar wütend, wie sehr es sich schon wieder in mein Leben gedrängt hat. Nach der Klinik hatte ich es wirklich gut im Griff. Klar, es war nicht perfekt, aber wesentlich besser. Und jetzt ist alles wieder wie vorher. Nein, es ist schlimmer. Immer wieder sein Name, ich will ihn nicht hören. Ich will nichts von ihm wissen. Will seine bloße Existenz verdrängen. Vergessen. Und nicht auch noch zusätzliche Informationen erhalten wie etwa die Tatsache dass er heiratet. Das alles führt dazu dass er wieder ständige Präsenz in meinem Kopf hat. Und das geht gar nicht….Ich hoffe dieser Alptraum hat bald ein Ende, ich ertrage es langsam nicht mehr….

Es ist schon ironisch. Ich hasse mich für die Narben und was ich mir dadurch selbst angetan habe, den ganzen Stress den sie verursachen, und trotzdem schreit alles in mir nach ein paar tiefen, blutenden Schnitten. Nach der Beruhigung, der Betäubung. Wie schön wäre es dadurch mal wieder richtig „aufatmen“ zu können…..Wieso bin ich so?! Warum schaffe ich es nicht von diesen Gedanken, dieser Sehnsucht weg? Warum kann ich nicht einfach wie andere sein? Was habe ich aus mir und meinem Leben nur gemacht….es ist erbärmlich…ich bin erbärmlich.

 

von einer Sekunde auf die andere

Ich habe keine Ahnung woher es kam, aber ich meine Stimmung ist gerade so stark gefallen dass ich es kaum ertrage. Nur noch sterben will. Nur noch körperlichen Schmerz und alles Innere betäuben will. So einen schnellen Wechsel von „erträglich“ zu „es wird nie wieder gut werden“ hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Und ich habe keine Möglichkeit das „erträglicher“ zu machen. Schneiden ist keine Option. Sterben ist keine Option. Leben ist zu schwer. Ich bin hier gefangen. Komme nicht vorwärts und nicht rückwärts. Ich will nur noch weg. Aufhören zu atmen. Bluten. Mich mit Tabletten wegballern. Irgendetwas. Aber ich darf nicht. Erlaube es mir nicht. Muss funktionieren.

Habe mir Wein geholt. Vielleicht hilft Alkohol. Bin ja eher nicht der Typ dafür…also ich meine damit es bringt mir nichts.  Hätte noch Tabletten da…aber das würde nur bewirken dass ich ne Überdosis nehmen will und das geht ja gleich gar nicht… Muss mich ins Bett verziehen. Der einzige Ort an dem ich den Tränen freien Lauf lassen kann. Das Schluchzen in Kissen und Decke ersticken kann…

Ich bin gerade einfach nur überfordert. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal so einen krassen Fall gehabt habe. Also im Sinne von so schnell und ohne Vorwarnung.

Warum kann es nicht einfach mal gut sein? Besser werden? Ich bin es leid mich mit dem ganzen Scheiß rumzuschlagen…

16. August 2016

Heute hatte ich bereits eine Antwort der Studentenkanzlei im Uni-Postfach. Die Exmatrikulation wurde storniert. Ich kann nicht in Worte fassen wie groß der Fels war der mir da vom Herzen gefallen ist. Die Überweisung läuft auch. Hat mein Vater gleich gemacht als er zuhause war. Ich bin so erleichtert.

Auch wenn es mir trotzdem nicht besonders gut geht, merke ich eine deutliche Besserung. Ablenkung klappt wieder besser. Auch wenn es nur ein paar YouTube Videos sind, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Dass meine Eltern wieder da sind hatte ich mir schöner vorgestellt. Aber irgendwie ist es komisch….Bin es nicht mehr gewohnt ständig jemanden um mich rum zu haben. So anstrengend die letzten Tage waren, es hat schon gut getan mal allein zu sein. Aber alleine zu wohnen würde ich mir nicht zutrauen. Grad was SV und kotzen angeht….

Jetzt kann ich mich den Rest der Ferien dem abnehmen widmen. Nachdem ich meine ersten kleinen Erfolge die letzten Tage wieder runinuert habe. Sport kann ich die nächste Woche nicht machen, weil nicht zuhause und so, aber wenigstens das Essen kann ich wieder besser kontrollieren.

Morgen gehts nochmal shoppen. Geburtstagsgeschenk für Papa und ein paar Drogerie-Sachen für mich, bevor es Donnerstag zu meiner anderen Oma geht….Das wird wieder lustig. Nicht. Außerdem kommt meine Oma (also die, die hier im Haus neben uns wohnt) auch mit, und ich muss dann mein Zimmer mit ihr teilen. Da hätte ich normalerweise überhaupt kein Problem mit, aber jetzt hab ich frische Wunden und immernoch nen Verband drauf. Das ist praktisch unmöglich zu verheimlichen….Also wieder Stress pur.

Aber ich sehe der Zukunft nicht ganz so hoffnungslos entgegen. Ich habe eine zweite Chance bekommen, und grade was Studium betrifft bin ich wieder motivierter. Eigentlich wärs mir am liebsten die Ferien wären schon vorbei. Mir fehlt die Struktur schon sehr. Und ich bin gespannt was das nächste Semester so an neuem Input bringen wird….

Habe heute total vergessen die Medis rechtzeitig zu nehmen. Jetzt werde ich noch ne Stunde mindestens warten müssen bis sie halbwegs wirken und ich mich auf den Weg ins Bett machen kann. Und das obwohl ich morgen nicht ausschlafen kann :/ Tja, selbst schuld wenn man so doof ist. Bin ich halt morgen fertig wie Sau. Eigentlich graut es mir vor morgen. Bin nicht wirklich bereit das Haus zu verlassen. So von der Energie her…Aber muss ja.

15. August 2016

Alles ist so unwirklich. Als wäre das alles nur ein furchtbarer Traum aus dem ich einfach nicht aufwachen kann. Aber es ist die Realität.

Ich mache nichts. Ich sitze den ganzen Tag auf dem Sofa, starre in meinen Laptop, aber ohne irgendetwas wahrzunehmen. Ich habe kein Kraft für die leichtesten Dinge. Kein Interesse mehr. Egal um was es geht.

Das Geld konnte heute auch nicht überwiesen werden, weil Feriertag und so. Hatte keiner von uns mehr auf dem Schirm.

Morgen kommen meine Eltern heim. Weiß nicht wie ich das finden soll. Einerseits ist es gut, weil ich nicht mehr allein mit allem bin, und weil sich mein Dad dann um die ganze Geld-Scheiße kümmert, aber sie werden auch sehen wie es mir geht. Und davor hab ich Angst. Ich habe keine Kraft für die Maske. Sämtliche Energie geht fürs überleben drauf. Sie werden merken dass ich mich wieder verletzt habe. Alles eher unschön. Aber eigentlich spielt es keine Rolle wie ich es finde, sie kommen ja so oder so. Wenigstens die Hunde werden sich wie verrückt freuen ❤

ich kompensiere stark übers Essen. Nein, fressen ist da wohl das passendere Wort. Ich hab bestimmt schon alles wieder drauf was ich abgenommen hatte. Und mehr. Traue mich nicht auf die Waage. Normalerweise wären das Mengen die ok sind. Aber normalerweise würde ich auch kotzen. Und dafür fehlt mir im Moment die Kraft/Energie. Ist alles zu anstrengend.

Habe den Verband auch nicht mehr gewechselt. Werde ich heute machen müssen bevor ich ins Bett gehe. Bewege den Arm zwischendurch schon immer so, dass die Kompressen sich ein bisschen von der Wunde lösen. Das wird wieder ne Sauerei nachher…

Nehme jetzt dann meine Medis damit ich bald einschlafe. Das ist das Beste daran. Mein Kopf will ums verrecken keine Ruhe geben, aber dank der Tabletten klappt mein Körper einfach irgendwann weg. Und ich muss mir keine Sorgen machen wie lange das einschlafen wieder dauern wird. Wenigstens ein stressiger Aspekt weg.

abendliches Heulen

Stze hier, schwitze weil so heiß im Pulli, und kämpfe gegen Tränen. Überweisung hat nicht funktioniert, weil meine Karte dafür noch nicht registriert ist. D.h. ich muss Montag zur Bank. Dieser Gedanke hat mir vorhin erst mal ne miese Panikattacke eingebracht. Und am liebsten würde ich nur noch weglaufen…Aber das Geld muss so schnell wie möglich überwiesen werden, ich komm also nicht drum rum. Obwohl die Angst in mir schon abwägt, was schlimmer wäre, endgültiges Uni-Aus oder am Montag das Haus verlassen und so tun als wäre ich erwachsen und selbstständig und keine versagerische Enttäuschung auf Beinen, die nichts auf die Reihe kriegt. Perfekt 😦

Jetzt muss ich meinen fetten Körper gleich aus dem Haus bewegen und mit den Hunden Gassi gehen. Das wird ne Menge Kraft kosten….Ich will mich doch einfach nur verkriechen. Will meine Pillen nehmen und schlafen… Nicht mehr denken. Nicht mehr fühlen….

Mit J. war es schön. Für diese kurze Zeit war ich abgelenkt, konnte sogar ein bisschen (echt) lächeln, und die Zeit ein bisschen genießen. Aber kaum war er weg, stürzten die Probleme wieder auf mich ein.

Würde am liebsten weiter schneiden. Mit ner frischen Klinge, an den Beinen…Aber ich muss mich zusammenreißen…

Dann werd ich das Gassi gehen mal hinter mich bringen und danach schlafen gehen….

danke für nichts

Bin wieder zuhause. Und es hat nichts gebracht. Bin umsonst ewig lange in der Praxis gesessen. Sie meinte, in so schlechtem Zustand hat sie mich selten erlebt. Ja, toll, bringt mich jetzt auch nicht wirklich weiter. Sie hat versucht meine Psychiaterin anzurufen, aber die ist 3 Wochen im Urlaub. Sie wollte mir jetzt auch nichts neues verschreiben, weil sie nicht weiß wie ich das vertragen würde, und sie auch keine Wechselwirkung mit den anderen Medis riskieren will. Logisch kann ich das nachvollziehen, aber ich bin trotzdem sehr enttäuscht. Ich soll jetzt 25mg mehr vom Sertralin nehmen und Promethazin auch regelmäßig. Sie hat noch gefragt ob ich drüber reden will, aber ich konnte nicht. Zu viel Scham, Angst…. Ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft. Naja, muss ich so irgendwie klar kommen. Hab sie auch überzeugen können sich die Schnitte nicht anzuschauen, mit dem Argument es nicht wieder aufreißen zu wollen. Sie ist am Mittwoch wieder in der Praxis, und dann soll ich anrufen damit sie weiß wies mir geht. Sie hat auch gefragt was ich mache wenn am Wochenende alle Stricke reißen. Darauf hatte ich keine Antwort. Die dürfen nicht reißen….

Wie auch immer. Werde jetzt versuchen ein bisschen zu schlafen, bevor ich mich an die Mail setze. Bin total erschöpft….

12. August 2016

Sitze im Wartezimmer bei meiner Hausärztin. Gestern war schrecklich. Habe als Bedarf ja „nur“ Promethazin (oder wie auch immer das geschrieben wird…) und das hat halt nix gebracht. Klar ich bin müde geworden, und hab dann auch geschlafen aber innerlich war alles gleich aufgewühlt, da ist nichts verändert gewesen. Was dann dazu geführt hat dass ich geschnitten hab. Aber selbst dafür bin ich zu blöd und auf den Armen sind jetzt nur so kleine Kratzer die mir auch nicht wirklich helfen. 

Ich hoffe sehr sie kann mir irgendwas geben damit ich die nächsten Tage halbwegs rumkrieg ohne durchzudrehen. 

Dass ich seit gestern weiß was für Medis wir im Haus haben ist auch nicht wirklich hilfreich…. 

Wenn ich nachhause komme werd ich dann wohl oder übel ne Mail an die studentenkanzlei schicken müssen (Hallo soziale Ängste 😔) ich hasse sowas… 

J. möchte am Wochenende unbedingt zu mir kommen. Eigentlich will ich ja meine Ruhe, aber irgendwie würd ich ihn auch gern sehen, er fehlt mir. Und mein Verstand sagt mir auch dass jede Stunde die ich in Gesellschaft verbringe gut wäre… Sicherer wäre… 

Ach ich weiß auch nicht. Wie schaff ich es nur immer mich in so einen Haufen scheiße rein zu manövrieren?! Wie kann man nur so dermaßen blöd und unfähig sein?! 

Und jetzt bin ich so dermaßen nervös und möchte am liebsten raus in den Regen und zu Fuß nachhause laufen. Einfach abhauen. Aber kann ich ja jetzt auch nicht bringen. Und ich hoffe ja doch auf irgendwas hilfreiches… 

Deswegen muss ich mir jetzt selbst in den Arsch treten und durchhalten und kämpfen…. Auch wenn mir vor lauter negativem Gefühls-und Gedankenchaos nur noch schlecht ist und ich am liebsten durchgehend kotzen würde…. 

am Abgrund

Ich bin am Ende. Gerade Post von der Uni bekommen. Habe die Frist zur Rückmeldung fürs Wintersemester verpasst. Bin also exmatrikuliert. Und es ist mir irgendwie egal. Habe nur wahnsinnig Angst wie es weitergehen soll. Angst es meinen Eltern zu sagen.

Ein weiterer Punkt der mich am Leben gehalten hat…verloren. Vorbei.

Ich will nur noch sterben. Aber das geht nicht solange meine Eltern im Urlaub sind. Das kann ich ihnen und meinen Großeltern nicht antun.

Also muss ich kompensieren. Ein paar Schnitte am Bein sollten fürs erste reichen. Die werden immer recht groß und halten recht lange an….

Ich bin so erledigt. Wenn ich in den Spiegel schaue, erschrecke ich. Nicht vor meiner Hässlichkeit, oder dem widerlich fetten Körper, sondern vor meinen Augen. Die sind so leer, so kalt. So waren sie schon lange nicht mehr.

Ich bin allein. Allein mit dem ganzen Scheiß. Allein mit dem Selbsthass, den Selbstvorwürfen, der Scham….

Ich kann nicht mal mehr weinen…Ich kann nichts mehr.

Irgendwie bezweifle ich, dass ich dieses Jahr überleben werde…Dass ich Weihnachten erleben werde…

Jetzt heißt es erst mal kämpfen. Bis Dienstag, bis meine Eltern dass mit Uni und so erfahren. Jetzt kann ich ihnen das nicht sagen. Sie sollen ihren Urlaub genießen…Und im Moment ist die Scham zu groß.

Ich weiß nicht was ich noch tun soll…Vielleicht einfach ein paar von den Bedarfs-Medis nehmen. Oder das Zolpidem suchen…Aber das wollte ich eigentlich aufheben…

Ich weiß eigentlich gar nichts mehr…..