15. Dezember 2017

Ich dachte es wäre alles wieder schrecklich. Aber jetzt ist es nochmal so viel schlimmer geworden. Ich könnte ständig in Tränen ausbrechen, erbreche täglich zwischen 1-3 mal, und gestern hab ich mir 3 mal die Zigarette aufs Bein gedrückt. Ich zähle es nicht wirklich als SV, aber trotzdem… und was noch schlimmer ist, ich weiß dass ich nicht aufhören kann. Wenn ich heimkomme ist das erste was ich mache essen und möglichst viel Wasser gleichzeitig in mich reinkippen. Nicht mal weil ich essen will, sondern weil ich kotzen will. Weil ich muss. Weil der Druck weg muss. Weil ich weiß dass es mir schadet. Weil ich das brennen im Hals spüren muss. Ich habe einige Kilo zugenommen, das ist zwar fast nicht zu ertragen, aber im Moment kann ich es einfach nicht ändern… und ich freue mich auf heute Nachmittag. Wenn ich a) kotzen kann und b) nochmal die Zigarette auf der Haut brennen spüre. Die Blasen sind zwar etwas nervig, aber Pflaster gehen da auch…

Mein Körper ist auch richtig im Arsch. Ich merke es am Herzschlag, an den Kopfschmerzen, der extremen Müdigkeit (oder ist das einfach nur die Depression?) und an den Muskelkrämpfen. Aber es ist mir egal. Hab es eh nicht anders verdient.

Und sonst? Schule läuft, ich habe gute Noten, bin die einzige die noch nie gefehlt hat, funktioniere. Egal zu welchem Preis.

Weihnachten rückt unaufhaltsam näher. Und damit die schlimmste Zeit des Jahres. Am 24. werden es 9 Jahre. Damals hat es alles angefangen. An diesem Abend ist ein Teil von mir gestorben. Und ein weiterer Teil im Laufe der folgenden Jahre. Ich werde überwältigt von Flashbacks. Ich schaffe es kaum noch das alles aus meinen Gedanken zu verbannen. Habe vermehrt Angst-und Panikattacken, dissoziiere. Die Nächte sind besonders schlimm. Ein Albtraum jagt mich in den nächsten. Ich gehe schon mit Tränen in den Augen ins Bett, weil ich weiß was kommen wird….

Nächste Woche schreibe ich nochmal 3 Sachen. 2 davon sehr anspruchsvoll bzw. nein, es ist nicht schwierig, nur einfach viel zu lernen, und das andere muss ich mir mehr oder weniger nochmal alles selber zusammenschreiben und Infos dazu suchen, denn die neue Lehrerin ist zwar nett, aber ihren Unterricht kann man vergessen. Bin echt froh wenn Frau Dr. N. Ende Januar wieder kommt…

und Geschenke hab ich auch noch nicht. 2 davon kann ich hoffentlich noch über Amazon Prime holen, für 3 andere muss ich aber in die Stadt. Und mir wird schlecht und schwindelig wenn ich nur daran denke…

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20. November 2017

Alles ist zum kotzen. Wortwörtlich. Und dementsprechend sehe ich auch aus. Blass, Haut unrein ohne Ende, etc. Wenigstens die Augenringe verschwinden relativ kurz danach immer wieder. Aber es ist echt schrecklich wie mich der gestrige Tag allein zugerichtet hat.

Und es wird nicht besser. Psychisch bin ich komplett am Ende. Kann nicht schlafen, könnte dauerhaft heulen. Aber die Maske sitzt wieder perfekt. Wenigstens etwas.

Von allen Seiten kommen sie, die Kommentare um die ich NIE bitte. „Du musst aufhören abzunehmen sonst sieht es ja nicht mehr gesund aus“, „da stehen ja schon die Knochen raus“, „willst du nichts essen?“. Es nervt mich so unendlich. Man könnte meinen ich würde nur aus Haut und Knochen bestehen. Und das ist absolut nicht wahr. Ich bin nach wie vor zu fett und mein Gewicht viel zu hoch (und das meine ich objektiv, ich bin ja nicht mal annähernd im Untergewicht oder so.) Wieso meinen immer alle sich einmischen zu können? Mache ich bei anderen doch auch nicht, ist gar nicht schwer. Mal ganz zu schweigen davon dass ich 23 Jahre alt bin und es verdammt nochmal meine Entscheidung ist was ich mit meinem Körper mache.

Ist einfach komplett die gleiche scheiße wie mit dem „du hast ja Abi und schon Erfahrungen mit studieren, du schaffst das ja alles locker mit lauter 1ern“ und „da bist du doch unterfordert“. Habe ich um diese Meinungen gebeten? Nein, habe ich nicht. Warum können mich nicht einfach alle mal in Ruhe lassen?

Wie schlecht es um meine Psyche bestellt ist habe ich vor allem heute in Naturwissenschaftliche Grundlagen zu spüren bekommen. Just for fun haben wir den Querschnitt eines Blattes mikroskopiert. Und wie schneidet man den? Richtig, mit Rasierklingen. Und ich habe echt nicht kommen sehen wie sehr es mich triggern würde. Ich kann seitdem kaum an was anderes denken. Naja, doch, aber auch nur wie ich heute auf meine Schrittzahl (gezählt wird nur zuhause) kommen und gleichzeitig noch alles für morgen lernen soll. Und meine Nägel müssen ja auch noch gemacht werden. Und Hautpflege. Und und und. Und nach jedem dieser Gedanken – KlingeKlingeKlinge, wo ich sie zuhause versteckt habe und was ich damit alles machen könnte. Scheiße.

Das wird wieder eine lange Nacht….

08. November 2017

Ich sitze im Zug und warte darauf dass er irgendwann losfährt und mich nachhause bringt. Einfach weil es ein Teil des alltäglichen Rhythmus ist. Und nicht weil ich nachhause möchte. Eigentlich ist es völlig egal wo ich mich aufhalte. Es ist alles ein einziger Schmerz. Mein Absturz hat begonnen. Heute versagt, morgen werde ich sowas von versagen, und das nächste Woche brauch ich’s doch nicht mal zu versuchen.  Es bringt doch nichts. Wie dumm ich war zu glauben, zu hoffen es schaffen zu können. Es bleibt dabei, ich werde niemals irgendetwas schaffen/erreichen. Ich bin eine einzige Verschwendung:  Zeit, Platz, Nahrung, Geld, Luft.  Ich möchte nur noch sterben. Nichts mehr fühlen, nicht diesen ständigen Schmerz, das ständige Versagen. 

Meine Unterlippe ist zerbissen und blutet. Es reicht nicht. Nicht im geringsten. Vielleicht heute Abend. Beine. Sieht ja eh niemand. Scheiß auf 498 Tage ohne SV. Es bedeutet nichts. Nur Qual. Aushalten. Kontrolle. Und was bringt es mir? Nichts. Es ändert nichts an dem was ich bin. Ich bin trotzdem nicht normal. Ich bin immer noch die dumme, dreckige, kaputte und gestörte N. die ich schon immer war. Die keinen Platz in dieser Welt hat. Weil sie es nicht geschissen kriegt. 

Letzte Nacht nicht mal 2 Stunden Schlaf zusammenbekommen. Dafür geheult. Ich will nicht wissen wie sehr sich das heute noch steigert. Obwohl, vielleicht bin ich mach dem schneiden ruhiger, vielleicht könnte ich schlafen. Haha, wers glaubt. 

Jeden Tag kotzen. Mehrmals. Totaler Rückfall. Es ist eklig, es ist erbärmlich und ich hasse mich dafür, aber ich kann nicht anders. Ich nehme nur noch Nahrung zu mir die „leicht wieder rauszukriegen ist“. Ich warte nur darauf. Es ist mir teilweise sogar egal ob meine Eltern es mitbekommen könnten. Sollen sie mich ruhig mal sehen wie ich wirklich bin, für was sie sich den Arsch aufreißen. Vielleicht werden sie dann begreifen dass ich es nicht wert bin, und sich abwenden. Dann wäre ich frei….und könnte allem endlich ein Ende setzen…

Edit: nichts mit schneiden. Ich hab keine Kraft mehr. Ich muss mich jetzt ne Stunde hinlegen bevor ich lerne. Nicht mal um zu schlafen, sondern aus dem simplen Grund dass ich nicht mehr weiß wie ich noch sitzen/stehen/gehen soll. Mein oberer Rücken ist duechgehend verkrampft und langsam wird es wirklich gemein. Dazu kommt die Erkältung, ich friere selbst mit mehreren Schichten Kleidung und dicker Decke plus zusätzlichem Heizlüfter. Vorhin wieder dieses unkontrollierbare zittern am ganzen Körper gehabt. Ich hasse es…. alles.

15. Oktober 2017

Ich weiß nicht was ich schreiben soll. I h weiß nicht was es zu sagen gibt. Alles in mir ist pures Chaos. Ich bin gefangen in einem Strudel aus Angst, Unsicherheit und Verzweiflung. Ich bekomme nichts so hin wie ich es möchte. Auch heute nicht. Ich habe gelernt, ja, aber nicht genug. Nichts was ich mache ist jemals genug. Zu oft die letzten Tage habe ich die Kontrolle über meine Tränen verloren. Immer nur für 3-4 Tränen, die ich dann schnell wegwischen musste bevor sie ihre Spuren auf meinem Gesicht hinterlassen, aber jede einzelne ist zu viel. 

Ich bin müde, so müde, dass es keine Worte dafür gibt. Ich will aufgeben, nicht mehr kämpfen. Aber ich darf nicht. Es muss weitergehen, und ich muss gut funktionieren. 

Mein Hass auf meinen Körper ist im Moment überwältigend. Jedes Mal wenn ich mich sehe, und wenn es nur mein Arm ist, jedes Mal wenn ich über meinen Körper nachdenke, möchte ich schreien, könnte vor Wut und Hass heulen.  (Von den praktischen Übungen in der Schule möchte ich gar nicht erst anfangen…)

Möchte mir alles aufschneiden, möchte dass der Schmerz endet…. aber nein. Kontrolle und Disziplin. Das ist alles was mein Leben noch ausmacht. Disziplin: jeden Tag aufstehen und funktionieren. Kontrolle: die Maske muss sitzen, Gefühle und Erinnerungen unterdrückt werden. Es ist alles so anstrengend…

27. September 2017

Wie befürchtet war heute alles andere als das, was man als angenehmen Tag bezeichnen würde. Wie angekündigt, haben wir passend zum Thema Wunden mit Verbänden angefangen. Und zwar praktisch. An uns gegenseitig. Ich wollte einfach nur im Boden versinken. Weglaufen, mich verstecken. Mich irgendwo einrollen und einfach nur darauf zu warten irgendwann zu sterben.  Meine Lehrerin hat auch für nen Moment blöd geschaut, sich dann aber recht schnell wieder gefangen. Der Rest des Unterrichts hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit.

 Seitdem bin ich so richtig fertig. Gefangen in einem tiefen tiefen Loch. Scham, Selbsthass, Traurigkeit. Eigentlich wäre mir nach heulen, aber meine Augen könnten trockener nicht sein. Es ist als hätte mir jemand so richtig feste in den Magen geschlagen, und seitdem bekomme ich keine Luft mehr. Es war ein Fehler. Alles ein riesen Fehler. Genauso wie ich. Ich bin auch nur ein einziger dummer Fehler….Gerade schwimme ich in einem Meer aus Negativität, die Strömung droht mich für immer zu verschlingen und ich sehe nirgends Land. Ich hasse mich so sehr. Wie kann man nur so abartig dumm und unfähig sein? Ich sollte gar keine Existenzberechtigung haben…Ich weiß es jetzt schon, schlafen wird heute eine Schlacht. Und ich weiß auch dass ich sie verlieren werde. Und morgen wieder völlig übermüdet und am Ende funktionieren muss. Wieder dort hin muss.  

Ich mag nicht mehr. Ich bin so erschöpft und kaputt. Wem mache ich eigentlich was vor? Ich werds in diesem Leben eh zu nichts mehr bringen. Nichts auf die Reihe kriegen. Ich bin und bleibe eine dumme, gestörte Versagerin…Ich bin es so leid die Stärke zu spielen, mit allen Mitteln normal wirken zu wollen wenn es am Ende doch nichts bringt…. am liebsten würde ich mir die Beine von unten bis oben aufschlitzen. Will mich schlagen. Mir das geben was ich verdient habe. Aber selbst das habe ich eigentlich nicht verdient. Ich verdiene nichts…Gegessen habe ich seit Tagen nicht mehr wirklich ausreichend (wenn man es objektiv betrachten würde. Nehme trotzdem nicht ab. Aber das fällt auch unter die Kategorie „nicht verdient“. Fett und hässlich bleiben. Für immer. Das habe ich schon eher verdient….Mein Rücken besteht auch nur noch aus verkrampften Muskeln. Mein Kopf explodiert wohl jeden Moment. Das wäre aber wohl  zu schön um wahr zu sein…..

15. September 2017

Ich verstehe mich einfach selbst nicht. Die letzten Tage liefen gut. Für meine Verhältnisse sogar sehr gut. Ich habe mich schnell an die Schule gewöhnt, habe sogar sofort Anschluss gefunden. Ich bin sicher dass ich den Stoff bewältigen kann, in einigen Fächern bin ich, wie meine Hausärztin schon zu mir sagte, tatsächlich unterfordert. Englisch z.B. Ich dachte heute wirklich ich würde einschlafen. Und ich finde es unglaublich schwer da ein gutes Maß zu finden. Einerseits möchte ich mitarbeiten/mich beteiligen, aber andererseits weiß ich nicht wie oft ich was sagen/mich melden „darf“ ohne dass es blöd rüberkommt, ich will das ja nicht raushängen lassen…naja, wenigstens muss ich mir da keine Sorgen um Noten machen, das krieg ich hin. Und ich habe Angst dass man mir ansieht dass ich mich langweile. Genau wie in Fachrechnen, das war gestern für mich wirklich anstrengend, aber ich habe die Hoffnung dass es etwas besser wird wenn wir mal Kalkulationen etc. machen. Aber wenn man Mathe an der Uni hatte ist das schon echt hart wenn man Umrechnungen macht und sich dann noch Erklärungen anhören muss warum 1000*1000 nicht 2000 ist. Und dann fühle ich mich arrogant und hasse mich dafür. Zu Recht.

Also alles in allem lief es gut. Und trotzdem komme ich heute heim und alles ist einfach nur schrecklich. Ich bin depressiv, lebensmüde, möchte mich nur noch in der Ecke verkriechen, weinen und schreien. Keine positiven Gedanken möglich, in meinem Kopf nur schlimme Gedanken und Hoffnungslosigkeit. Der unerfüllbare Wunsch nach einem baldigen Ende der sich anfühlt als würde sich in mir Säure ausbreiten.

Ich habe die letzte halbe Stunde damit verbracht intensiv zu analysieren was das ausgelöst haben könnte. Der Wegfall von Stress jetzt wo das Wochenende da ist? Liegt es einfach daran dass ich jetzt „Zeit“ dafür habe und mein Unterbewusstsein nur darauf gewartet hat? Oder liegt es vielleicht auch daran dass mir heute in Laborkunde wieder hart und schmerzlich bewusst wurde dass ich bald auffliegen werde. Noch denken alle ich wäre normal. Bald werden sie meine Narben sehen. Ich wünschte ich könnte das verhindern. Ich wünschte ich könnte sie einfach verschwinden lassen. Der Selbsthass frisst sich durch meine Gedanken. Und ich kann noch nicht mal einschätzen wie lange diese Gnadenfrist noch anhält. Wir haben keinen Zeitplan bekommen, ich weiß nicht wann wir mit Blutdruck und Puls messen anfangen. Nächste Woche wird einem von uns Blut abgenommen für Laborkunde, mein Glück ist nur dass das mit Sicherheit auf freiwilliger Basis sein wird. D.h. ich werde es ganz bestimmt nicht werden. Es fühlt sich an als würde ich darauf warten müssen mich irgendwann vor der Klasse komplett ausziehen müssen. Irgendwie logisch, denn rein emotional gesehen stehe ich ohne meine langen Ärmel ja schon irgendwie „nackt“ vor ihnen. Wenn ich jetzt daran denke bereue ich schon wieder alles und will nur noch weglaufen.

Zu allem dazu kommt noch dass ich die letzten Wochen wieder zugenommen habe. Ich weiß nicht wie viel, auf die Waage traue ich mich einfach nicht. Aber ich kann es sehen. Und meine Oma hat diesbezüglich auch schon einen Kommentar abgegeben (auch wenn sie es lustig und nicht böse gemeint hat, es hat alles bestätigt). D.h. ich muss jetzt wieder richtig aufpassen. Alles auf den Schulalltag ausrichten. Das viele sitzen macht es verdammt schwer und ich bin es nicht mehr gewohnt. Werde teilweise richtig unruhig weil ich mich nicht bewegen kann…Erwische mich wieder dabei wie ich ständig mit den Beinen wippe bzw. „zittere“. So extrem hatte ich das schon lange nicht mehr, ich glaube sogar das letzte Mal war noch in der Klinik, und auch da war es nicht so extrem wie jetzt. Es nervt. Ich kann es nicht abstellen und habe sehr starke Angst dass andere es mitkriegen und dass es sie stört….danke ehemalige Mitpatientin dass du mich damals aus dem nichts deswegen so zickig und gemein angefahren hast dass ich deswegen danach noch über ne Stunde Weinkrämpfe und ein schlechte Gewissen (weil ich dich genervt/gestört habe) hatte. Naja, muss einfach versuchen achtsamer zu sein. Kontrolle heißt, wie immer in meinem Leben, auch hier das Zauberwort. Naja, ändert nichts an der Tatsache dass ich abnehmen muss. Dringend. Morgen und übermorgen ist schon mal extremes Kalorien-Einsparen angesagt. Morgen Abend muss ich ne Pizza essen, will Oma nicht verletzen, sie hat da irgendwie ne Art Ritual draus gemacht wenn meine Eltern nicht da sind. Aber sonst esse ich halt nichts. Für die Schule muss ich mir noch ne gute Strategie überlegen. Ganz ohne ist dumm und unrealistisch.

Wieder einmal versuche ich mich mit schreiben abzulenken. Den Zusammenbruch so lange wie möglich rauszuzögern. Oma kommt heute Abend noch mal kurz, irgendwas trinken und Gute Nacht sagen. Auch ein Ritual seit Opa nicht mehr da ist. Und vorher darf ich nicht weinen.

Die ganze Erbschafts-Geschichte hat die Vergangenheit wieder sehr stark in den Fokus meines Unterbewusstseins gerückt. Alpträume (eigentlich jede Nacht), Flashbacks alles ist wieder an der Tagesordnung. Ich habe Panik davor dass es mal in der Schule passiert. Besser gesagt habe ich Angst mal in eine Panikattacke zu rutschen. Dann könnte ich sofort meinem Leben ein Ende setzen, denn das würde ich nicht ertragen. Es macht mich so unfassbar wütend, wie sehr es sich schon wieder in mein Leben gedrängt hat. Nach der Klinik hatte ich es wirklich gut im Griff. Klar, es war nicht perfekt, aber wesentlich besser. Und jetzt ist alles wieder wie vorher. Nein, es ist schlimmer. Immer wieder sein Name, ich will ihn nicht hören. Ich will nichts von ihm wissen. Will seine bloße Existenz verdrängen. Vergessen. Und nicht auch noch zusätzliche Informationen erhalten wie etwa die Tatsache dass er heiratet. Das alles führt dazu dass er wieder ständige Präsenz in meinem Kopf hat. Und das geht gar nicht….Ich hoffe dieser Alptraum hat bald ein Ende, ich ertrage es langsam nicht mehr….

Es ist schon ironisch. Ich hasse mich für die Narben und was ich mir dadurch selbst angetan habe, den ganzen Stress den sie verursachen, und trotzdem schreit alles in mir nach ein paar tiefen, blutenden Schnitten. Nach der Beruhigung, der Betäubung. Wie schön wäre es dadurch mal wieder richtig „aufatmen“ zu können…..Wieso bin ich so?! Warum schaffe ich es nicht von diesen Gedanken, dieser Sehnsucht weg? Warum kann ich nicht einfach wie andere sein? Was habe ich aus mir und meinem Leben nur gemacht….es ist erbärmlich…ich bin erbärmlich.

 

von einer Sekunde auf die andere

Ich habe keine Ahnung woher es kam, aber ich meine Stimmung ist gerade so stark gefallen dass ich es kaum ertrage. Nur noch sterben will. Nur noch körperlichen Schmerz und alles Innere betäuben will. So einen schnellen Wechsel von „erträglich“ zu „es wird nie wieder gut werden“ hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Und ich habe keine Möglichkeit das „erträglicher“ zu machen. Schneiden ist keine Option. Sterben ist keine Option. Leben ist zu schwer. Ich bin hier gefangen. Komme nicht vorwärts und nicht rückwärts. Ich will nur noch weg. Aufhören zu atmen. Bluten. Mich mit Tabletten wegballern. Irgendetwas. Aber ich darf nicht. Erlaube es mir nicht. Muss funktionieren.

Habe mir Wein geholt. Vielleicht hilft Alkohol. Bin ja eher nicht der Typ dafür…also ich meine damit es bringt mir nichts.  Hätte noch Tabletten da…aber das würde nur bewirken dass ich ne Überdosis nehmen will und das geht ja gleich gar nicht… Muss mich ins Bett verziehen. Der einzige Ort an dem ich den Tränen freien Lauf lassen kann. Das Schluchzen in Kissen und Decke ersticken kann…

Ich bin gerade einfach nur überfordert. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal so einen krassen Fall gehabt habe. Also im Sinne von so schnell und ohne Vorwarnung.

Warum kann es nicht einfach mal gut sein? Besser werden? Ich bin es leid mich mit dem ganzen Scheiß rumzuschlagen…

16. August 2016

Heute hatte ich bereits eine Antwort der Studentenkanzlei im Uni-Postfach. Die Exmatrikulation wurde storniert. Ich kann nicht in Worte fassen wie groß der Fels war der mir da vom Herzen gefallen ist. Die Überweisung läuft auch. Hat mein Vater gleich gemacht als er zuhause war. Ich bin so erleichtert.

Auch wenn es mir trotzdem nicht besonders gut geht, merke ich eine deutliche Besserung. Ablenkung klappt wieder besser. Auch wenn es nur ein paar YouTube Videos sind, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Dass meine Eltern wieder da sind hatte ich mir schöner vorgestellt. Aber irgendwie ist es komisch….Bin es nicht mehr gewohnt ständig jemanden um mich rum zu haben. So anstrengend die letzten Tage waren, es hat schon gut getan mal allein zu sein. Aber alleine zu wohnen würde ich mir nicht zutrauen. Grad was SV und kotzen angeht….

Jetzt kann ich mich den Rest der Ferien dem abnehmen widmen. Nachdem ich meine ersten kleinen Erfolge die letzten Tage wieder runinuert habe. Sport kann ich die nächste Woche nicht machen, weil nicht zuhause und so, aber wenigstens das Essen kann ich wieder besser kontrollieren.

Morgen gehts nochmal shoppen. Geburtstagsgeschenk für Papa und ein paar Drogerie-Sachen für mich, bevor es Donnerstag zu meiner anderen Oma geht….Das wird wieder lustig. Nicht. Außerdem kommt meine Oma (also die, die hier im Haus neben uns wohnt) auch mit, und ich muss dann mein Zimmer mit ihr teilen. Da hätte ich normalerweise überhaupt kein Problem mit, aber jetzt hab ich frische Wunden und immernoch nen Verband drauf. Das ist praktisch unmöglich zu verheimlichen….Also wieder Stress pur.

Aber ich sehe der Zukunft nicht ganz so hoffnungslos entgegen. Ich habe eine zweite Chance bekommen, und grade was Studium betrifft bin ich wieder motivierter. Eigentlich wärs mir am liebsten die Ferien wären schon vorbei. Mir fehlt die Struktur schon sehr. Und ich bin gespannt was das nächste Semester so an neuem Input bringen wird….

Habe heute total vergessen die Medis rechtzeitig zu nehmen. Jetzt werde ich noch ne Stunde mindestens warten müssen bis sie halbwegs wirken und ich mich auf den Weg ins Bett machen kann. Und das obwohl ich morgen nicht ausschlafen kann :/ Tja, selbst schuld wenn man so doof ist. Bin ich halt morgen fertig wie Sau. Eigentlich graut es mir vor morgen. Bin nicht wirklich bereit das Haus zu verlassen. So von der Energie her…Aber muss ja.

15. August 2016

Alles ist so unwirklich. Als wäre das alles nur ein furchtbarer Traum aus dem ich einfach nicht aufwachen kann. Aber es ist die Realität.

Ich mache nichts. Ich sitze den ganzen Tag auf dem Sofa, starre in meinen Laptop, aber ohne irgendetwas wahrzunehmen. Ich habe kein Kraft für die leichtesten Dinge. Kein Interesse mehr. Egal um was es geht.

Das Geld konnte heute auch nicht überwiesen werden, weil Feriertag und so. Hatte keiner von uns mehr auf dem Schirm.

Morgen kommen meine Eltern heim. Weiß nicht wie ich das finden soll. Einerseits ist es gut, weil ich nicht mehr allein mit allem bin, und weil sich mein Dad dann um die ganze Geld-Scheiße kümmert, aber sie werden auch sehen wie es mir geht. Und davor hab ich Angst. Ich habe keine Kraft für die Maske. Sämtliche Energie geht fürs überleben drauf. Sie werden merken dass ich mich wieder verletzt habe. Alles eher unschön. Aber eigentlich spielt es keine Rolle wie ich es finde, sie kommen ja so oder so. Wenigstens die Hunde werden sich wie verrückt freuen ❤

ich kompensiere stark übers Essen. Nein, fressen ist da wohl das passendere Wort. Ich hab bestimmt schon alles wieder drauf was ich abgenommen hatte. Und mehr. Traue mich nicht auf die Waage. Normalerweise wären das Mengen die ok sind. Aber normalerweise würde ich auch kotzen. Und dafür fehlt mir im Moment die Kraft/Energie. Ist alles zu anstrengend.

Habe den Verband auch nicht mehr gewechselt. Werde ich heute machen müssen bevor ich ins Bett gehe. Bewege den Arm zwischendurch schon immer so, dass die Kompressen sich ein bisschen von der Wunde lösen. Das wird wieder ne Sauerei nachher…

Nehme jetzt dann meine Medis damit ich bald einschlafe. Das ist das Beste daran. Mein Kopf will ums verrecken keine Ruhe geben, aber dank der Tabletten klappt mein Körper einfach irgendwann weg. Und ich muss mir keine Sorgen machen wie lange das einschlafen wieder dauern wird. Wenigstens ein stressiger Aspekt weg.

abendliches Heulen

Stze hier, schwitze weil so heiß im Pulli, und kämpfe gegen Tränen. Überweisung hat nicht funktioniert, weil meine Karte dafür noch nicht registriert ist. D.h. ich muss Montag zur Bank. Dieser Gedanke hat mir vorhin erst mal ne miese Panikattacke eingebracht. Und am liebsten würde ich nur noch weglaufen…Aber das Geld muss so schnell wie möglich überwiesen werden, ich komm also nicht drum rum. Obwohl die Angst in mir schon abwägt, was schlimmer wäre, endgültiges Uni-Aus oder am Montag das Haus verlassen und so tun als wäre ich erwachsen und selbstständig und keine versagerische Enttäuschung auf Beinen, die nichts auf die Reihe kriegt. Perfekt 😦

Jetzt muss ich meinen fetten Körper gleich aus dem Haus bewegen und mit den Hunden Gassi gehen. Das wird ne Menge Kraft kosten….Ich will mich doch einfach nur verkriechen. Will meine Pillen nehmen und schlafen… Nicht mehr denken. Nicht mehr fühlen….

Mit J. war es schön. Für diese kurze Zeit war ich abgelenkt, konnte sogar ein bisschen (echt) lächeln, und die Zeit ein bisschen genießen. Aber kaum war er weg, stürzten die Probleme wieder auf mich ein.

Würde am liebsten weiter schneiden. Mit ner frischen Klinge, an den Beinen…Aber ich muss mich zusammenreißen…

Dann werd ich das Gassi gehen mal hinter mich bringen und danach schlafen gehen….