Überraschungen. Schritt für Schritt weiter. :)

Und (ich war zu dumm einen wirklich passenden Titel zu finden) was ich am wichtigsten finde: endlich mal wieder ein positiver Eintrag in diesem Tagebuch/Blog! 🙂

Heute war ein sehr sehr turbulenter Tag. Und ich bin ein sehr schlechter Mensch -.-

Ich bin nach wenigen Stunden unruhigem Schlaf aufgewacht. Mit dem Gefühl jeden Moment die Kontrolle über alles zu verlieren. Ich war verbittert. Verzweifelt. Traurig. Meine Eltern wollten unbedingt da hin. Und ich wurde nach und nach immer ekliger. Dummer Streit. Und schließlich doch das Haus verlassen. Im Auto musste ich tatsächlich heftig gegen die Tränen in meinen Augen ankämpfen. Das Gefühl mir gleich eine Schule anzusehen, die mir eine Ausbildung zum Wunschberuf ermöglichen könnte, und gleichzeitig zu wissen dass es nicht klappen würde war unerträglich schmerzhaft. 

Und dann war ich da. Und es sah alles noch viel besser aus als ich mir ausgemalt hatte. Tolle Räumlichkeiten, sehr freundliche Lehrer, usw. Die Sekretärin hat gesehen dass ich eine Bewerbung dabei hatte, und tja, da kam ich dann irgendwie nicht mehr raus. Und zack, auf ein mal saß ich bei der Schulleiterin im Büro zum Gespräch. Ich war so nervös. Ich glaub ich hab geredet wie ein kompletter Vollidiot. Ich war überrumpelt, so etwas hätte ich nicht erwartet. 

Und dann das unerwartete: ich habe den Platz bekommen. Ich habe einen Ausbildungsvertrag mitbekommen, und ich habe 4 Wochen Zeit ihn zurückzuschicken. So lange bleibt der Platz für mich reserviert. 

Danach hat die stellvertretende Schulleiterin noch einen kurzen Vortrag über die Ausbildung gehalten. Sie unterrichtet Labor und „Rechnen“. Sehr interessant. Das war der Zeitpunkt an dem ich sämtlichen mir verblieben Mut zusammengekratzt habe. Nachdem sie fertig war ging ich auf die zu und sprach das verhasste Problem an. (Wir üben nämlich an uns gegenseitig, verstecken wäre da niemals möglich gewesen.) sie meinte das sei überhaupt kein Problem, reagierte sehr verständnisvoll, auch als ich erzählte dass ich eben genau deswegen schon mal eine sehr enttäuschende Abfuhr bekommen hatte. Sie meinte das ist kein Problem und es würde so oder so eine Lösung gefunden werden, und dass sie das in all den Jahren in denen sie unterrichtet auch schon öfters hatte und es versteht. 

Bildlich gesprochen: ich bin sehr überrascht dass der riesige Felsbrocken der mir in dem Moment vom Herzen gefallen ist kein größeres Erdbeben ausgelöst hat. 

Wir haben uns dann noch den Rest der Räumlichkeiten angesehen. Im Labor und in der Lehrpraxis waren auch Schüler die erklärt und gezeigt haben (einer hat meinem Cholesterinwert gemessen um zu demonstrieren wie es funktioniert). Es war unglaublich spannend und alle haben sich echt bemüht, auch die Lehrer sind immer irgendwo gewesen und haben einen angesprochen, man könnte Fragen stellen, es war toll. 

Ich kann gar nicht in Worte fassen wie überrascht mich das alles hat. Ich war so in diesem negativen Strudel gefangen, ich habe keinen noch so kleinen Lichtschimmer mehr sehen können. Und doch ist er zu mir gekommen.  

Und zwar hauptsächlich durch meine Eltern. Ich habe diese Menschen eigentlich gar nicht verdient. Sie sind pures Gold wert. Und ich werde mein Verhalten von heute wieder gut machen. Und zwar sowas von. Die beiden fliegen morgen mit Freunden nach Prag, und wenn sie wiederkommen beginnt Mission „mach es mehr als wieder gut und danke ihnen in jeder erdenklichen Weise“. Und ich freue mich darauf.

Und die Zusammenfassung am Ende dieses Tages: wider Erwarten habe ich tatsächlich bekommen was ich mir so sehr gewünscht habe: Einen Ausbildungsplatz an dieser Schule. Und im September starte ich dann in dieses neue Kapitel meines Lebens. In die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Und ich kann es kaum erwarten! 🙂 und ich werde mein allerbestes geben.