05. April 2017

Ich würde so gerne darüber schreiben wie gut es mir geht. Wie ich alles schaffe. Und glücklich bin. Aber das wäre gelogen. Und mein Leben besteht wohl schon aus genug Lügen…

Nein, die Realität sieht anders aus. Ich bin durchgehend niedergeschlagen. Nur noch müde von allem. Nichts macht Spaß. Nichts ist gut.

Die letzte Nacht war mal wieder sehr anstrengend. Aber es ist ja auch immer anstrengend wenn einen etwas einholt was man wegschieben will, von dem man sich selbst einreden will es sei in Ordnung. Denn eigentlich ist es das ganz und gar nicht. Ich weiß selbst nicht warum es gerade wieder letzte Nacht hochkam. Vermutlich gibt es auch keinen speziellen Grund, es war wohl einfach mal wieder an der Zeit.

Das leidige Thema Zukunft. Das ewige allein sein. Das Leben mit der Gewissheit dass sich daran auch nichts ändern wird. Dass ich nie genug sein werde. Nie eine Beziehung haben werde, ganz zu schweigen von Kindern. Nicht dass ich welche wollen würde, ich wäre eine schreckliche Mutter. Aber meine Eltern werden nie meine Hochzeit erleben, nie Enkelkinder haben. Und darum tut es mir leid. Sehr sogar…

Ich bin einsam. Es fällt schwer sich das einzugestehen, aber es ist so. Und ich kann daran auch nichts ändern. Ich bin zu unfähig für alles. Freundschaft? Was ist das. Wenn ich ganz ehrlich bin gibt es das in meinem Leben nicht mehr. Die 2 Personen, die ich früher vielleicht noch Freundinnen genannt hätte….wenn ich knallhart ehrlich bin sind es doch nur noch Bekannte. Ein, zwei, Nachrichten die Woche, wenn es super gut läuft. Ein Treffen alle 2 Wochen, ebenfalls wenn es gut läuft. Banalitäten austauschen. Nicht unbedingt was bei mir unter den Begriff Freundschaft fällt. Es gab Zeiten da war das anders. Aber ich vielleicht war ich da auch noch nicht so sozial unfähig. Keine Ahnung. Es ist Vergangenheit. Und irgendwo tief in mir drin resultiert daraus ein stechender Schmerz, den ich in der Regel gut im Griff habe, der aber im Moment wieder versucht die Oberhand zu gewinnen.

Uni wird wohl auch nichts dieses Semester. Hatte mich für 3 Kurse angemeldet, im Losverfahren keinen einzigen davon bekommen. Naja, nichts neues. Wann hatte ich schon mal wirklich Glück im Leben. Stehe jetzt auf der Warteliste, aber ich mache mir keine Hoffnungen. Dann belege ich dieses Semester einfach Kurse, die mich nicht interessieren. Und werde dementsprechend vermutlich keinen einzigen Tag in der Uni sein. Hat vielleicht auch was. Dann muss ich wenigstens nicht das Haus verlassen. Und es spart eine Menge Geld (Zug). Das Geld kann ich gut für die Ausbildung gebrauchen. 200-300 €, je nachdem wieviel reduziert wird, da kann ich jeden Cent der eingespart wird doch gut verwenden.

Ich sehne mich nach Entspannung. Nicht einfach nur rumgammeln, wie ich es eh den ganzen Tag mache. Sondern Momente in denen es mir gut geht, ich nicht von den Sorgen und Ängsten zerrissen werde. Eine Pause von allem. Nichts fühlen müssen. Ich wüsste natürlich, wie ich das bekommen könnte, aber das geht ja nicht. Ich darf keine Spuren hinterlassen. Niemand darf wissen dass es mir nicht gut geht. Schließlich steht ja auch noch das äztliche Gutachten zur Berufseignung an, das darf ich nicht vermasseln.

Ich glaube mittlerweile dass die Tabletten tatsächlich eine Wirkung hatten. Und dass es mir auch durch das Absetzen jetzt Tag für Tag schlechter geht. Aber darüber zu jammern hilft ja auch nichts. Jetzt ist es nun mal so, und ich muss irgendwie versuchen damit zu leben.

Heute werde ich wohl nicht mehr lange aufbleiben. Wir haben Besuch und reden und lächeln ist mir zu anstrengend. Ich bin zu müde….

05. März 2017

Alles geht den Bach runter. Mit dem Plan mich für meine Wunschausbildung zu bewerben hatte ich ein paar Tage wieder Hoffnung. Aber dann hab ich der harten Realität ins Auge geblickt. Das kann nichts werden. Ich habe bereits mit 14 Jahren begonnen mir das zu verbauen. Ich verabscheue mich. Was ich aus meinem Leben gemacht habe. Dass ich „krank“ geworden bin. Ich hasse mich.

Keinerlei Hoffnung mehr auf ne Zukunft. Nur noch exisiteren. Jeden Tag aufs neue beginnt der Kampf diesen irgendwie zu überstehen. Ablenkung Ablenkung Ablenkung. Tränen zurückdrängen. Nichts dummes anstellen. Mir den Schmerz und die tiefe Verzweiflung nicht anmerken lassen.

Und jetzt muss ich mich noch um die Sache mit dem Job kümmern. Was anderes suchen. Bewerbung umschreiben. Alles zu viel.

Ich schlafe wieder extrem viel. Und wenn ich mich aus dem Bett zwinge bin ich trotzdem völlig erschöpft.

Meine Tabletten gehen bald aus. Ich werd mir keine neuen mehr holen. Zum Glück haben meine Eltern das bisher nicht so ganz überissen. Hab aber Angst vor dem Gespräch wenn es irgendwann rauskommt.

Soziale Kontakte habe ich kaum bis gar nicht mehr. Es gibt Momente in denen ich das vermisse, in denen es sogar unglaublich weh tut J. verloren zu haben. Aber auch diese Momente werden seltener. Ich merke wie ich immer mehr abstumpfe, mich tief in mir drin verkrieche. Ich frage mich ob ich jemals wieder ganz herauskommen werde….

Ständig diese Kopfschmerzen…ist nicht hilfreich wenn man nur noch überlebt indem man sich ablenkt (Bücher, Serien etc. gehen da nicht wirklich…)

In ca. 6 Wochen werde ich 23. Deprimierend. Versagt auf ganzer Linie. Bereits mit 17 hatte ich versucht zu gehen. Wie sehr ich mir wünsche damals nicht überlebt zu haben. Aber jetzt bin ich hier. Und habe diese Option nicht. Zumindest noch nicht. Wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja in den nächsten Monaten den letzten Rest Egoismus zusammenzukratzen…irgendwie bezweifle ich es. Ich werde einfach weiter vor mich hin leiden, innerlich immer mehr absterben.

 

Whatever 

Kurz vor drei Uhr morgens. Ich sitze im Garten. Ich hatte erwartet dass es kälter wäre, immerhin hab ich kaum was an. Aber vielleicht spüre ich es auch einfach nicht. 

Nach ca. Einer Stunde im dunklen Zummer machte meine Mutter die Tür auf und meinte mein Rhythmus wäre ohnehin schon so schlecht und ich solle doch nachts schlafen. Ich glaube nicht dass ihr überhaupt die Frage in den Sinn kam, warum ich so früh schon wieder im Bett liege. Also hab ich mich aus dem Bett gequält und während meine Eltern spazieren waren habe ich mein Gesicht bearbeitet „normal“ auszusehen. 

Und kaum waren sie im Bett, flossen die Tränen wieder. Und ich bin seitdem nicht in der Lage meine Augen wieder unter Kontrolle zu bringen. Mir graut es beim Gedanken daran, wie ich morgen bzw. heute aussehen werde. Bei dem Gedanken, was diese Tränen wieder mit meiner Haut anrichten werden. Aber ich kann nicht aufhören. 

Der Schmerz, die Angst zerreißt mich. Der Wunsch zu sterben ist so gewaltig, und das Wissen dass ich nicht in der Lage bin der Familie das anzutun tötet mich innerlich. 

Ich rauche eine nach der anderen. Zittere so sehr dass dieser Text ohne Autokorrektur vermutlich nicht lesbar wäre. 

Meine Gedanken wandern von einem Fehler, einer Erinnerung, einer Angst zur nächsten. Habe versucht an positives zu denken – und bin jämmerlich an dieser Aufgabe gescheitert.

Möchte mir weh tun, anderen Schmerz fühlen, aber die Angst weitere Spuren auf meinem Körper zu hinterlassen ist zu groß. 

Ich sehne mich nach dem Ende dieser Tortur. Nach den endlosen Leere die nach so einem „Ausbruch“ immer folgt. Wie viele Minuten, wie viele Stunden muss ich noch darauf warten? Wieso war ich so dumm und habe keine Schlaftabletten genommen als ich es nicht konnte? 

In meinem Kopf machen sich hämmernde Kopfschmerzen breit, als würde mein Gehirn von innen anschwellen bis mein Schädel dem nicht mehr standhalten kann… wie immer wenn ich so viel weine. 

Ich will nur dass es aufhört. Habe ich das alles verdient? Vermutlich ja. Ich frage mich wie das alles werden wird wenn ich endgültig keine Tabletten mehr habe. Ob alles schlimmer werden wird. Habe es oh schon ausgereizt. Oft eine ganze Woche lang keine genommen, damit sie länger halten. Mittlerweile ist das sogar den Eltern aufgefallen, und es wird immer schwieriger die Tage an denen ich sie nicht nehme vor ihnen zu verheimlichen. Aber vielleicht ändert sich auch gar nichts. Vielleicht haben sie ja nie geholfen und es war alles nur Einbildung. Würde mich auch nicht groß wundern. 

Mir wird gerade bewusst dass ich mich mit dem schreiben verzweifelt versuche auf etwas zu konzentrieren. Aber auch das funktioniert nicht. Meine Augen produzieren weiter diese salzigen, Haut zerstörenden, verräterischen Wassertropfen. 

Der Wunsch einfach doch jetzt noch 2 oder 3 Schlaftabletten zu nehme ist gigantisch. Aber ich muss morgen aufstehen. Passabel aussehen. Brauche einen halbwegs klaren Verstand wenn die Maske unter all den Leuten sitzen soll. Also ist auch das keine Option. 

Also wieder ins Bett, und hoffen dass es nicht mehr allzu lange andauert. Und dann wieder irgendwie weitermachen. Wofür auch immer.   

es ist mal wieder so weit

alles wieder unter null. Möchte weg aus dieser Welt diesem Leben. Möchte mich verstecken, davonlaufen. Kennt ihr das Gefühl im Körper, wenn man kurz davor ist loszuheulen, es nicht mehr zurückhalten kann? Möchte schreien, mir weh tun, mich zerstören. Möchte dass der Schmerz aufhört. Nicht mehr fühlen, nicht mehr erinnern, nicht mehr denken. Nicht mehr existieren. Bin vor viel Stunden aufgestanden, und gehe jetzt wieder ins Bett, denn ich ertrage es nicht mehr. Und es ist der einzige sichere Ort. Der einzige Ort an dem ich „ich“ sein kann. Der einzige Ort an dem ich den Tränen freien Lauf lassen kann, an dem ich mich vor Schmerz krümmen kann. Der einzige Ort, an dem keine Maske auf meinem Gesicht liegen muss.

Am Montag hätte ich noch Mathe Klausur. Aber ich werd nicht gehen. Bekomme eh nichts geschissen in meinem verfickten Leben. Also was solls.

Morgen muss und übermorgen muss ich notgedrungen das Haus verlassen. Aber das wars dann für eine richtig lange Zeit. Ertrage es nicht.

Ach ja Fun Fact am Rande: Meine Tabletten gehen in exakt 20 Tage aus. Bin zu feige bei Frau Psychiaterin anzurufen und einen Termin auszumachen, also wars das auch mit der medikamentösen Therapie. Aber egal. Ist doch alles egal.

Das einzige was noch  zählt ist am Leben zu bleiben. Für die Familie. Eltern sind Gott sei Dank viel zu sehr mit wichtigerem (Verein) beschäftigt um meinen Zusammenbruch in wenigen Mitnuten zu bemerken. Um überhaupt zu merken dass ich nach vier Stunden wieder ins Bett verschwinde. Die Buchstaben fangen an vor meinen Augen zu verschwimmen. Zeit so schnell wie möglich ins dunkle Zimmer zu fliehen. Wo mich keiner sieht. Wo ich hingehöre….
PS: da das Internet voll von diesen „guten Menschen“ ist die sich jetzt denken: Hör auf zu jammern sonstwo auf der Welt ist Krieg und Leid und in dieser Sekunde stirbt ein Kind… ja verfickt nochmal das weiß ich und ich hasse mich dafür und glaubt mir wenn es irgendwie möglich wäre würde ich mit diesem Kind tauschen. Aber ich kann es nicht. Sorry for being this fucked bitch. 

Musste jetzt auch mal raus. Ich lese zu viel im Internet. Sollte das lassen….

15. Januar 2016

Es ist Monate her seit ich das letzte Mal auf wordpress war. Und es ist so einiges passiert in der Zeit. Und trotzdem habe ich nicht geschrieben. Hauptsächlich, weil ich es mir nicht erlaube. Denn schreiben bedeutet ganz viel jammern, und das darf ich eigentlich nicht. Und selbst wenn ich es mir erlauben würde, meistens, wenn ich zuhause hin, habe ich nicht die Kraft mich mit mir und meinen Gedanken auseinanderzusetzen. Aber egal.

Ich wurde operiert (furchtbare Erfahrung inklusive Panikattacke bei Narkoseinleitung), der Chirurg hats gut gemacht (ein bisschen sind die Nerven schon geschädigt, in Richtung linkes Ohr ist mein Gesicht ein bisschen taub, und mein linker Mundwinkel bewegt sich weniger beim sprechen als der andere, aber meine Mutter meint das merkt man kaum. Und eigentlich ist es mir auch egal. Mir wird es immer gleichgültiger wie ich aussehe. Irgendwas in mir hat was das angeht angefangen komplett aufzugeben. Ich bin fett, hässlich und kann es ja eh nicht ändern. Und wozu? Wer weß wie lange ich noch lebe, da muss ich nicht auch noch Kraft für sowas verschwenden….

Ich befinde mich wieder in einer steilen Abwärtsspirale, und irgendwie hab ich das Gefühl dass es schlimmer wird als die letzten Male.

Ich war glaube ich vor 4 Monaten (mehr oder weniger) das letzte Mal bei Fraus Psychiaterin. Und ich schaffe es nicht einen Termin auszumachen. Habe Angst davor. Also lass ich es sein, und sehe zu wie meine Tabletten dahinschwinden. Vielleicht hör ich dann einfach auf welche zu nehmen. Bringt ja eh nichts.  Bringt alles nichts.

Was Uni angeht habe ich sämtliche Motivation, jeden Funken Ehrgeiz verloren. Ich weiß dass ich lernen müsste, in am 13. Februar ist die erste Klausur, aber ich schaff es nicht. Es ist mir egal geworden. Vermulich weil ich innerlich weiß dass ich das Ende des Studiums sowieso nicht erleben werde. Weil ich zu müde vom Leben bin. Weil ich zu große Angst vor der Zukunft habe und sie deswegen nicht erleben will. Ein Teufelskreis. Außerdem habe ich durch Krankheit und die anschließende OP inklusive stationärem Aufenthalt und Erholungsphase ne Menge Stoff verpasst….

Die Nächte werden immer mehr zur Qual. Zur reinen Folter.  Ich nehme jeden Abend mind. eine, meisten 2 Tabletten, sonst funktionert schlafen gar nicht, und selbst dann ist der Schlaf unruhig und voller Träume. Und die Zeit bevor ich schlafe….ist die schlimmste Zeit von allen. Denn sobald ich in der Stille meines dunklen Zimmers bin, fließen die Tränen die ich sonst mit aller Macht zurückdränge. Meistens schütteln mich die Tränen dann so stark, dass ich mein Schluchzen in einer wand aus Kissen und der Decke ersticken muss. Meist habe ich Probleme zu atmen vor laute Schmerz und Verzweiflung. Je nachdem wann und wie viele Tabletten ich genommen habe, dauert es viel/wenig Zeit bis ich schlafe. Ich schlafe dann vor Erschöpfung ein, und nicht weil ich mich beruhigt habe. Das kann ich nämlich nicht. Ich stehe zwischendurch auf, und gehe ins Bad wo ich mein Gesicht mit eiskaltem Wasser wasche, und nehme einen feuchten Waschlappen mit den ich mir auf die Augen lege. Das und das MakeUp am nächsten Morgen verhindern in der Regel dass meine Eltern etwas merken, nur ein, zwei Mal in den letzen Wochen hat meine Mutter eine Vermutung angedeutet.       Die restliche Zeit sitzt die Maske.

Hinzu kommt dass ich mit dem rauchen aufgehört habe. Körperlich war es kein Problem. Aber ich habe festgestellt dass ich psychisch dadurch immens an Gleichgewicht verloren habe. Es ist schwieriger tagsüber die Tränen zurückzuhalten. Schwieriger sich zu beruhigen, schwieriger den Stress zu ertragen. Wenn es nach mir ginge würde ich sofort wieder anfangen. Aber das würde endlose Diskussionen mit meinen Eltern nach sich ziehen, die sich damit nie abfinden würden, und dafür fehlt es mir an Kraft. Und überhaupt, dieses ganze beschissene Leben mache ich nur um sie glücklich zu machen, und wenn nicht rauchen dazu beiträgt dann soll es wohl so sein….

Ich habe kaum noch soziale Kontakte. Schreibe kaum noch mit K. oder A. , die einzigen die ich Freunde nennen kann. Ich gehe nicht mehr schießen, ich lese kaum, und auch mit meinen Eltern unterhalte ich mich kaum. Es stört mich meistens nicht, denn es ist einfacher so. Und ich kann die Kraft dafür für andere Dinge einsetzen. Nur manchmal, in schwachen Momenten, denke ich darüber nach wie es wohl wäre Menschen zu haben mit denen man reden kann, offen und ehrlich. Nicht ganz so allein zu sein…Mit J. ist der Kontakt zusammengebrochen. Meine Schuld, erst hab ich ihn immer vertröstet weil ich keine Zeit für ein Treffen habe, dann hab ich ihm nicht mehr geschrieben. Aber egal. Erspart mir doch so einiges.

Mir graut es vor den nächsten Wochen. Vor den Klausuren. Vor dem Selbsthass, den Panikattacken, der Verzweiflung und den Nächten. Weiß nicht wie ich es schaffen soll. Aber igendwie muss es ja gehen.

 

Diesen Blog werde ich vermutlich aufgeben. Es bringt nichts. Das war wahrscheinlich der letze Eintrag hier. Ich sehe keinen Sinn mehr darin. Klar, es ist eine Erleichterung es wenigstens hier rauslassen zu können, aber sobald ich es mir nochmal ansehe überkommt mich eine Welle der Übelkeit, so seh verabscheue ich die Worte die ich schreibe. Das Gejammer, diese erbärmlichen, verachtensweren Sätze. Er stärkt nur den Selbsthass. Da ertrage ich lieber den Druck es in mir zu vergraben. Mal schauen. Ich lass es mir offen, aber ich bezweifle es….

1. November 2016

Heute war, zu meinem Erstaunen, ein ganz guter Tag.

Endlich mal einigermaßen ausgeschlafen (also bis halb eins). Danach erst mal mit Videos abgelenkt, bevor ich meinen fetten Arsch vom Sofa gelöst habe. Habe endlich angefangen mein Zimmer aufzuräumen. Kann meinen Schreibtisch jetzt wieder benutzen und habe endlich angefangen mein neues Bücherregal einzusorteieren. Habe dann noch Uni-Kram gemacht 👍 zwar nur das absolut nötigste, aber immerhin. Heute Abend dann noch ein schönes langes heißes Bad, mit Tee, Duftkerze, Gesichtsmaske und DbD und MiMo (vom lieben Erik aka Gronkh 😊). Hat auch gut getan, und es ist irgendwie schon ein Erfolgserlebnis wirklich aktiv „sich selbst gut zu versorgen“.

Hab heute auch fast gar nicht über die OP nachgedacht. Aber jetzt, wo es aufs schlafen zu geht, kommt wieder die Gedankenspirale in Gang. Werde sicherheitshalber noch Promethazin nehmen, damit das mit dem Einschlafen gut klappt. Kann morgen auch (weil Mathe-Übung zum Glück ausfällt) bis halb sieben schlafen. Dann muss ich mir keine Gedanken machen weil ich die Tabletten erst jetzt (23 Uhr) genommen habe.

Ich verbuche diesen Tag jetzt mal als gut und positiv. Und hoffe das morgen darauf kein tiefer Fall folgt.

16. August 2016

Heute hatte ich bereits eine Antwort der Studentenkanzlei im Uni-Postfach. Die Exmatrikulation wurde storniert. Ich kann nicht in Worte fassen wie groß der Fels war der mir da vom Herzen gefallen ist. Die Überweisung läuft auch. Hat mein Vater gleich gemacht als er zuhause war. Ich bin so erleichtert.

Auch wenn es mir trotzdem nicht besonders gut geht, merke ich eine deutliche Besserung. Ablenkung klappt wieder besser. Auch wenn es nur ein paar YouTube Videos sind, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Dass meine Eltern wieder da sind hatte ich mir schöner vorgestellt. Aber irgendwie ist es komisch….Bin es nicht mehr gewohnt ständig jemanden um mich rum zu haben. So anstrengend die letzten Tage waren, es hat schon gut getan mal allein zu sein. Aber alleine zu wohnen würde ich mir nicht zutrauen. Grad was SV und kotzen angeht….

Jetzt kann ich mich den Rest der Ferien dem abnehmen widmen. Nachdem ich meine ersten kleinen Erfolge die letzten Tage wieder runinuert habe. Sport kann ich die nächste Woche nicht machen, weil nicht zuhause und so, aber wenigstens das Essen kann ich wieder besser kontrollieren.

Morgen gehts nochmal shoppen. Geburtstagsgeschenk für Papa und ein paar Drogerie-Sachen für mich, bevor es Donnerstag zu meiner anderen Oma geht….Das wird wieder lustig. Nicht. Außerdem kommt meine Oma (also die, die hier im Haus neben uns wohnt) auch mit, und ich muss dann mein Zimmer mit ihr teilen. Da hätte ich normalerweise überhaupt kein Problem mit, aber jetzt hab ich frische Wunden und immernoch nen Verband drauf. Das ist praktisch unmöglich zu verheimlichen….Also wieder Stress pur.

Aber ich sehe der Zukunft nicht ganz so hoffnungslos entgegen. Ich habe eine zweite Chance bekommen, und grade was Studium betrifft bin ich wieder motivierter. Eigentlich wärs mir am liebsten die Ferien wären schon vorbei. Mir fehlt die Struktur schon sehr. Und ich bin gespannt was das nächste Semester so an neuem Input bringen wird….

Habe heute total vergessen die Medis rechtzeitig zu nehmen. Jetzt werde ich noch ne Stunde mindestens warten müssen bis sie halbwegs wirken und ich mich auf den Weg ins Bett machen kann. Und das obwohl ich morgen nicht ausschlafen kann :/ Tja, selbst schuld wenn man so doof ist. Bin ich halt morgen fertig wie Sau. Eigentlich graut es mir vor morgen. Bin nicht wirklich bereit das Haus zu verlassen. So von der Energie her…Aber muss ja.

15. August 2016

Alles ist so unwirklich. Als wäre das alles nur ein furchtbarer Traum aus dem ich einfach nicht aufwachen kann. Aber es ist die Realität.

Ich mache nichts. Ich sitze den ganzen Tag auf dem Sofa, starre in meinen Laptop, aber ohne irgendetwas wahrzunehmen. Ich habe kein Kraft für die leichtesten Dinge. Kein Interesse mehr. Egal um was es geht.

Das Geld konnte heute auch nicht überwiesen werden, weil Feriertag und so. Hatte keiner von uns mehr auf dem Schirm.

Morgen kommen meine Eltern heim. Weiß nicht wie ich das finden soll. Einerseits ist es gut, weil ich nicht mehr allein mit allem bin, und weil sich mein Dad dann um die ganze Geld-Scheiße kümmert, aber sie werden auch sehen wie es mir geht. Und davor hab ich Angst. Ich habe keine Kraft für die Maske. Sämtliche Energie geht fürs überleben drauf. Sie werden merken dass ich mich wieder verletzt habe. Alles eher unschön. Aber eigentlich spielt es keine Rolle wie ich es finde, sie kommen ja so oder so. Wenigstens die Hunde werden sich wie verrückt freuen ❤

ich kompensiere stark übers Essen. Nein, fressen ist da wohl das passendere Wort. Ich hab bestimmt schon alles wieder drauf was ich abgenommen hatte. Und mehr. Traue mich nicht auf die Waage. Normalerweise wären das Mengen die ok sind. Aber normalerweise würde ich auch kotzen. Und dafür fehlt mir im Moment die Kraft/Energie. Ist alles zu anstrengend.

Habe den Verband auch nicht mehr gewechselt. Werde ich heute machen müssen bevor ich ins Bett gehe. Bewege den Arm zwischendurch schon immer so, dass die Kompressen sich ein bisschen von der Wunde lösen. Das wird wieder ne Sauerei nachher…

Nehme jetzt dann meine Medis damit ich bald einschlafe. Das ist das Beste daran. Mein Kopf will ums verrecken keine Ruhe geben, aber dank der Tabletten klappt mein Körper einfach irgendwann weg. Und ich muss mir keine Sorgen machen wie lange das einschlafen wieder dauern wird. Wenigstens ein stressiger Aspekt weg.

13. August 2016

 In ca. ner halben Stunde kommt J. Ich hab es nicht geschafft mich zu schminken oder aufzuräumen. Hab keine Kraft dafür aufbringen können. Bin so schrecklich erschöpft. So (lebens-)müde. Würde am liebsten durchgehend schlafen…in meinem Pulli ist es mir viel zu warm. Aber anders lässt sich der Verband nicht verstecken. Alles scheiße.

Hab gestern dann nochmal 25mg Promethazin nachgeschmissen. Nach ner zeit fühl ich mich da so dermaßen schwach, dass ich mich kaum noch bewegen kann. Als hätte ich keine Kraft in Armen und Beinen. Ist ziemlich unangenehm. Aber Hauptsache schnell einschlafen…. 

Bin total gestresst weil ich Angst hab dass meine Oma (die kommt immer wieder mal rüber um nach mir zu schauen) dass mit den schnitten rausfindet. Die Kompressen kleben schon wieder total in den Wunden. Das wird wieder ewig dauern bis das mal verheilt ist, wird ja ständig wieder aufgerissen. Aber ich hab keine Gaze zuhause. Muss so heilen. 

Hab gestern Abend meinen Eltern dass mit der Uni gebeichtet. Heute Abend werd ich mit telefonischer Hilfe von meinem Dad das Geld überweisen. Und er meinte dass wir das schon hinbekommen. Notfalls will er mit meiner Krankheit argumentieren. Darauf hab ich keine Lust. Ich hasse es mich damit rauszureden…will normal behandelt werden. Wie alle anderen auch. … Wenigstens waren sie nicht sauer. Ich glaube sie waren eher besorgt (wie ich damit umgehe). Zu recht… Am liebsten wäre es mir sie würden heim kommen. Das Mama mich einfach in den Arm nimmt. Wie so ein kleines Kind. Aber darum würde ich nie bitten. Die sollen ihren Urlaub bis zur letzten Sekunde auskosten. Wahrscheinlich hab ich mit dem Geständnis gestern eh schon alles kaputt gemacht… Aber ich musste es einfach los werden… 

So. Jetzt nochmal schnell Zähne putzen, die Haare trocknen und die Augen zumachen. J. wird eh erstmal duschen wollen wenn er da ist (er kommt mit seinem Motorrad). Und mein Schminktisch sieht aus als hätte ne Bombe eingeschlagen. Aber ich hab einfach keine Kraft es aufzuräumen. Hoffe es macht ihm nicht allzu viel aus… 

Hoffentlich vergeht der Tag schnell. 

Sinnlos

Fühle mich so merkwürdig. Total leer und tot, und gleichzeitig voller Angst, Anspannung, Nervosität. Ablenkung funktioniert gar nicht, egal was ich versuche, es nervt mich nur und bringt nichts. Kann mich auf nichts konzentrieren. Überlege einfach nur noch zu schlafen. Jedes Mal wenn ich aufwache ne neue Tablette nehmen und weiterschlafen. Habe ne Mail weggeschickt. Aber irgendwie hab ich überhaupt keine Hoffnung mehr. Werde jetzt erst mal 50mg Promethazin nehmen und schauen ob es reicht, vermutlich nicht. Und versuchen zu schlafen…. Will die Welt ausschalten und nichts mehr fühlen…am liebsten sterben. Aber das darf ich ja nicht…