28. November 2017

Ich stehe im Zug, ich habe kaum geschlafen, mir tut alles weh. Seit 4 Uhr bin ich jetzt wieder wach. Das unglaublich beschissene Wochenende ist ein dauerhaft belastender Gedanke in meinem Kopf, von den 300g Zunahme sind nur 100 schon wieder runter und es stresst mich so sehr. Gewicht halten und gleich bleibend fett sein, ok, nicht schön aber vergleichsweise noch irgendwie auszuhalten, Zunahme hingegen ist absolut inakzeptabel. Ich sollte mich auf die 2 Arbeiten diese Woche konzentrieren (Terminologie und Medizinische Fachkunde), dafür lernen bzw. heute und morgen auch noch für die potenzielle Mikrobiologie Abfrage. Krieg ich es hin? Nein, denn zuhause kann ich kaum ruhig sitzen. Der Drang zur Bewegung, möglichst viele Schritte zu machen und Kalorien zu verbrennen ist stärker.

Heute Nacht war schlimm. So viele Tränen die ich einfach nicht mehr zurückhalten konnte. Angst, Verzweiflung, Selbsthass, Verlustängste, Erinnerungen und Flashbacks. Beruhigung war so unglaublich schwer. Gefolgt von einem fetten Albtraum. Heute hatte ich tatsächlich sogar mal etwas stärkere Schatten unter den Augen. Aber für sowas hat ein schlauer Mensch ja Concealer erfunden.

Ich gehe in Gedanken den Tag durch der vor mir liegt und möchte mich einfach nur zusammenrollen. Ich bin so müde….möchte mich in mein Bett verkriechen, nicht länger mit den Tränen kämpfen müssen, meine Ruhe haben. Aber selbst wenn ich zuhause wäre, würde ich mir das gönnen? Nein.

Meine Mutter kritisiert mich auch nur am laufenden Band. „Du rutscht ja in die Magersucht so wie du dich verhältst“, „auf wie viele Kalorien kommst du jetzt am Tag überhaupt noch“, „was hast du heute gegessen?“ usw. Am liebsten würde ich sie einfach anschreien und ihr sagen sie soll gefälligst dankbar sein dass ich jeden morgen aufstehe und weiter atme…

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24. November 2017

Wieder eine Woche geschafft, wie jede Woche bis Weihnachten mit 2 Arbeiten, diese Woche 2 Kurzarbeiten, eine davon hab ich bereits zurückbekommen mit 1,0. Ich sitze im Zug, habe Schmerzen (mittlerweile sowohl rechte als auch linke Hüfte, aber es ist mir egal, ich kann und will es halt nicht schonen und bewege mich trotzdem), und denke nach. Schaue aus dem Fenster, beobachte die Menschen sowohl draußen auf dem Bahnsteig, als auch hier im Zug.

Erstaunlich viele laufen mit irgendwas zu essen in der Hand rum, bzw. essen im Zug. Naja klar, ist ja auch Mittag. Und ich beneide sie in gewisser Weise. Weil sie etwas können was ich nicht kann. Sich einfach mal was zu essen kaufen und es essen. Für mich momentan absolut utopisch. Gestern kam ich auf 264 kcal, und für jede einzelne davon hasse ich mich. Heute bin ich schon bei 183, und obwohl ich weiß dass ich heute genug Zeit habe mir das wieder runterzulaufen kann ich mir das nicht verzeihen. Ich weiß dass ich essen muss, besonders morgens bevor ich aus dem Haus gehe, aber wirklich abfinden kann ich mich damit nicht. Abnehmen tu ich sowieso nicht mehr, habe diese Woche bei max. 400 kcal am Tag plus Bewegung gerade mal 1 Kilo verloren. Aber auch wenn ich weiß dass ich sowieso nicht abnehme, kann ich trotzdem nicht essen. Ich bin blockiert, habe Angst und bin wenn ich esse extrem gestresst und gereizt. Morgen „muss“ ich mit Oma auf einen Weihnachtsmarkt (ich hasse es wie die Pest, aber sie freut sich, also geh ich halt mit ihr), und sie erwartet dass wir da dann was essen. Davon hatte ich heute Nacht bereits einen Albtraum. Fantastisch.

Ich habe darüber nachgedacht wie sich das die letzten Monate so entwickelt hat. Mit diesem kompletten Rückfall in die ES. Es kam zuerst schleichend, angetrieben durch den eigenen Wunsch abzunehmen, aber auch die ständige Ermutigung durch die Familie dazu, aber seit die Schule angefangen hat, nimmt es gravierend schnell zu. Weil es der einzige Ausgleich ist den ich habe. Ich kann nicht länger tagelang depressiv im Bett rumliegen, mich in Bücher und Serien flüchten, die Nächte durch heulen, den ganzen Tag nur im Kampf mit den dunklen Gedanken verbringen. Verletzen kann ich mich ja schon lange gar nicht mehr. Und jetzt muss ich funktionieren. Und das wieder auf einem völlig neuen Level. Jeden Tag aufstehen und zur Schule gehen, sehr gute Leistungen bringen, zuhause lernen, und und und. Und nur noch so nebenbei dann eben mit der Depression, der PTBS, den Suizidgedanken und dem Verlangen nach einer SV kämpfen. Im Nachhinein betrachtet konnte das nur zu ner Verschlimmerung von irgendwas führen. In diesem Sinne sollte ich vielleicht dankbar sein dass es „nur“ das Essen ist? Ich weiß es nicht. Es ist trotzdem ja so scheiße schwer… wäre es anders gewesen wenn ich nie mit den Tabletten aufgehört hätte? Wahrscheinlich nicht.

Mein Kopf pocht und schmerzt unangenehm, meine Augen tun weh. Dabei habe ich es heute Nacht auf unglaubliche 6 Stunden Schlaf gebracht. Daran kann es also nicht liegen. Aber mein Körper ist allgemein echt im Arsch. Haut total am rumzicken, Lippen trocken und rissig egal wie viel ich sie eincreme, die Haut um die Nägel ebenfalls total empfindlich und rissig trotz Pflege. Richtig lustig alles. Nicht.

Noch 9 Minuten bis der Zug sich endlich mal in Bewegung setzt. Hoffentlich. Nicht so wie letzte Woche, als es dann hieß wir müssten noch 30 Minuten warten weil wir keinen Lockführer haben 👌🏻😒). Und zuhause dann erst noch was für N. machen damit sie endlich aufhört deswegen zu fragen, dann bewegen und darauf warten dass es Abend wird. Und ich schlafen kann.

N. ist auch so ein Thema. Sie ist ja nett, aber so langsam bringt sie mich an den Rand meiner Geduld. Es ist einfach ihrer Art, so übertrieben immer, und ständig umarmt sie mich, und das pack ich ja so gar nicht. Und irgendwie hat sie mich jetzt auch zu ihrem Kummerkasten auserwählt, der ihr sagen soll was sie machen soll um ihre Probleme zu lösen, bzw. liegt mir ständig mit dem Kerl auf den sie steht in den Ohren. Es nervt wirklich. Ich bin nicht der Typ für sowas. Also so gar nicht.

Ich habe das Wochenende fast komplett für mich allein. Eltern fahren heute weg, morgen muss ich vormittags wohin und abends eben auf den Weihnachtsmarkt, aber ansonsten bin ich allein. Nur ich. Ruhe. Einerseits freue ich mich riesig darüber, andererseits habe ich Angst was es mir auch für Möglichkeiten bietet. Wir werden sehen….

21. November 2017

Und wieder warten im Zug. An manchen Tagen ist es wirklich die Hölle, auch wenn man nach Jahren daran gewöhnt ist. Heute ist wieder so ein Tag. Aber mal aus etwas anderes Grund. Sitzen tut weh, stehen tut weh, gehen tut weh. Bin heute morgen im Zug die ganze Zeit dank einer ganz wunderbaren Idiotin so blöd gestanden dass mir seitdem die rechte Hüfte weh tut, und es wird immer schlimmer. Hab in meiner Verzweiflung vorhin schon meine Lehrerin gefragt was ich da machen soll, kühlen oder wärmen. Sie meinte das was sich besser anfühlt und mir ne „Gymnastik-Übung“ (?) gezeigt (heilige Scheiße, das wird weh tun…). Ich hasse es so sehr. Wie soll ich so heute auf meine Schritte/Kalorien kommen?!

Alle freuen sich dass morgen schulfrei ist, und mir wird schlecht. Denn ich muss zum Zahnarzt. Stress und Panik pur, auch wenn es „nur“ ein Kontrolltermin ist. Und wenn ich das dann hinter mir habe muss ich lernen. Und Sport machen. (In der optimistischen Hoffnung dass die Übung alles wieder richtet und ich dann keine Schmerzen mehr habe.) Und überhaupt sind so freie Tage doch eh fürn Arsch…

Ich habe mich gestern mit meinem Kleiderschrank auseinandergesetzt. Und bin überrascht was mir alles wieder passt, bzw. sogar schon zu groß ist. Meine Mutter sieht das natürlich als Zeichen dass es reicht. Aber das tut es nicht. Klar, die Röcke passen, aber wie sehen sie denn bitte aus mit meinen fetten Beinen, Bauch und Arsch?! Das geht doch echt nicht. Und ständig diese Kommentare. Das reicht nicht, du musst mehr essen, das ist ungesund, bla. Man könnte meinen sie hätte inzwischen, nach all den Jahren, gelernt was diese Kommentare bringen, nämlich genau nichts (außer dass ich genervt und zickig werde). Nö, gar nichts gelernt. Aber ich glaube eh dass sie die letzten Jahre ausblenden. Weil ich ja jetzt „normal“ bin und funktioniere. Eigentlich ja genau das, was ich möchte, aber bei so gewissen Sachen wäre es dann schon praktisch wenn sie mal zurückdenken würden….

Oh man ich kann echt langsam nicht mehr sitzen, und der scheiß Zug fährt in 13 Minuten erst mal los 😩 aber selbst wenn ich zuhause wäre, was hab ich schon für Optionen? Die Übung machen und hoffen dass es besser wird, mit Tabletten bis oben hin vollpumpen und gegen den Schmerz anlaufen, oder ins Bett legen. Keine dieser Optionen finde ich besonders ansprechend. Aber da ich eh lernen muss, wird es wohl aufs Bett rauslaufen…

Die letzten 2 Schultage habe ich rein von Konzentration und „mitmachen“ und gleich Stoff aufnehmen wieder erstaunlich gut bewältigen können. Das macht Hoffnung. An den Schlafmangel scheint sich mein Körper immer besser zu gewöhnen.

Ich kam gestern auf 402 kcal, und dafür sind 10.000 Schritte einfach zu wenig. D.h. Ich muss heute entweder genauso viel zu mir nehmen (der Gedanke gefällt mir nicht) und mehr Kalorien verbrauchen (wie soll ich das machen?) oder ich esse nichts mehr und bleibe damit bei 184 kcal und versuche mich noch so gut wie möglich zu bewegen. Option 2 gefällt mir deutlich besser, aber das wird wieder ne wahnsinnige Diskussion geben… warum muss immer alles so kompliziert sein?

20. November 2017

Alles ist zum kotzen. Wortwörtlich. Und dementsprechend sehe ich auch aus. Blass, Haut unrein ohne Ende, etc. Wenigstens die Augenringe verschwinden relativ kurz danach immer wieder. Aber es ist echt schrecklich wie mich der gestrige Tag allein zugerichtet hat.

Und es wird nicht besser. Psychisch bin ich komplett am Ende. Kann nicht schlafen, könnte dauerhaft heulen. Aber die Maske sitzt wieder perfekt. Wenigstens etwas.

Von allen Seiten kommen sie, die Kommentare um die ich NIE bitte. „Du musst aufhören abzunehmen sonst sieht es ja nicht mehr gesund aus“, „da stehen ja schon die Knochen raus“, „willst du nichts essen?“. Es nervt mich so unendlich. Man könnte meinen ich würde nur aus Haut und Knochen bestehen. Und das ist absolut nicht wahr. Ich bin nach wie vor zu fett und mein Gewicht viel zu hoch (und das meine ich objektiv, ich bin ja nicht mal annähernd im Untergewicht oder so.) Wieso meinen immer alle sich einmischen zu können? Mache ich bei anderen doch auch nicht, ist gar nicht schwer. Mal ganz zu schweigen davon dass ich 23 Jahre alt bin und es verdammt nochmal meine Entscheidung ist was ich mit meinem Körper mache.

Ist einfach komplett die gleiche scheiße wie mit dem „du hast ja Abi und schon Erfahrungen mit studieren, du schaffst das ja alles locker mit lauter 1ern“ und „da bist du doch unterfordert“. Habe ich um diese Meinungen gebeten? Nein, habe ich nicht. Warum können mich nicht einfach alle mal in Ruhe lassen?

Wie schlecht es um meine Psyche bestellt ist habe ich vor allem heute in Naturwissenschaftliche Grundlagen zu spüren bekommen. Just for fun haben wir den Querschnitt eines Blattes mikroskopiert. Und wie schneidet man den? Richtig, mit Rasierklingen. Und ich habe echt nicht kommen sehen wie sehr es mich triggern würde. Ich kann seitdem kaum an was anderes denken. Naja, doch, aber auch nur wie ich heute auf meine Schrittzahl (gezählt wird nur zuhause) kommen und gleichzeitig noch alles für morgen lernen soll. Und meine Nägel müssen ja auch noch gemacht werden. Und Hautpflege. Und und und. Und nach jedem dieser Gedanken – KlingeKlingeKlinge, wo ich sie zuhause versteckt habe und was ich damit alles machen könnte. Scheiße.

Das wird wieder eine lange Nacht….

14. November 2017

Ich sitze im zum Glück noch leeren EDV Raum. Kaffee vor mir, aber der wirds auch nicht mehr rausreißen. Eine extrem unruhige Nacht voller Alpträume und Tränen hat ihre Spuren hinterlassen.

Ich versage. Jeden Tag aufs neue. Ich habe panische Angst vor morgen. Ich will nicht mehr leben. Und meine Tante hat Krebs. Es ist alles so im arsch….

08. November 2017

Ich sitze im Zug und warte darauf dass er irgendwann losfährt und mich nachhause bringt. Einfach weil es ein Teil des alltäglichen Rhythmus ist. Und nicht weil ich nachhause möchte. Eigentlich ist es völlig egal wo ich mich aufhalte. Es ist alles ein einziger Schmerz. Mein Absturz hat begonnen. Heute versagt, morgen werde ich sowas von versagen, und das nächste Woche brauch ich’s doch nicht mal zu versuchen.  Es bringt doch nichts. Wie dumm ich war zu glauben, zu hoffen es schaffen zu können. Es bleibt dabei, ich werde niemals irgendetwas schaffen/erreichen. Ich bin eine einzige Verschwendung:  Zeit, Platz, Nahrung, Geld, Luft.  Ich möchte nur noch sterben. Nichts mehr fühlen, nicht diesen ständigen Schmerz, das ständige Versagen. 

Meine Unterlippe ist zerbissen und blutet. Es reicht nicht. Nicht im geringsten. Vielleicht heute Abend. Beine. Sieht ja eh niemand. Scheiß auf 498 Tage ohne SV. Es bedeutet nichts. Nur Qual. Aushalten. Kontrolle. Und was bringt es mir? Nichts. Es ändert nichts an dem was ich bin. Ich bin trotzdem nicht normal. Ich bin immer noch die dumme, dreckige, kaputte und gestörte N. die ich schon immer war. Die keinen Platz in dieser Welt hat. Weil sie es nicht geschissen kriegt. 

Letzte Nacht nicht mal 2 Stunden Schlaf zusammenbekommen. Dafür geheult. Ich will nicht wissen wie sehr sich das heute noch steigert. Obwohl, vielleicht bin ich mach dem schneiden ruhiger, vielleicht könnte ich schlafen. Haha, wers glaubt. 

Jeden Tag kotzen. Mehrmals. Totaler Rückfall. Es ist eklig, es ist erbärmlich und ich hasse mich dafür, aber ich kann nicht anders. Ich nehme nur noch Nahrung zu mir die „leicht wieder rauszukriegen ist“. Ich warte nur darauf. Es ist mir teilweise sogar egal ob meine Eltern es mitbekommen könnten. Sollen sie mich ruhig mal sehen wie ich wirklich bin, für was sie sich den Arsch aufreißen. Vielleicht werden sie dann begreifen dass ich es nicht wert bin, und sich abwenden. Dann wäre ich frei….und könnte allem endlich ein Ende setzen…

Edit: nichts mit schneiden. Ich hab keine Kraft mehr. Ich muss mich jetzt ne Stunde hinlegen bevor ich lerne. Nicht mal um zu schlafen, sondern aus dem simplen Grund dass ich nicht mehr weiß wie ich noch sitzen/stehen/gehen soll. Mein oberer Rücken ist duechgehend verkrampft und langsam wird es wirklich gemein. Dazu kommt die Erkältung, ich friere selbst mit mehreren Schichten Kleidung und dicker Decke plus zusätzlichem Heizlüfter. Vorhin wieder dieses unkontrollierbare zittern am ganzen Körper gehabt. Ich hasse es…. alles.

23. Oktober 2017

Der Tag war ok. Zu meiner großen Überraschung nach nicht mal 2 Stunden Schlaf. Habe alles gut rumgekriegt, in der Kurzarbeit, die er gleich korrigiert hat, eine 1,0 (was für ne Leistung bei Sachen die ich in der Schule früher eh schon hatte…) und ich hatte weder Kopfschmerzen noch riesige Stimmungsschwankungen. Meinen müden/toten Punkt hatte ich im Zug auf dem Weg nachhause und ich habe die Gelegenheit genutzt und die 50 Minuten ein bisschen gedöst.

Jetzt liege ich im Bett. Mit der Gewissheit dass auch heute der Schlaf noch lange auf sich warten lassen wird. Aber ich habe vorgesorgt. Ich habe keine Lust mehr mich Stunde für Stunde zu quälen, mir selbst ausgeliefert zu sein und mich dafür zu hassen nicht schlafen zu können. Meine Unterlagen liegen alle auf dem Schreibtisch und warten auf mich. Sobald ich einigermaßen sicher sein kann dass alle schlafen werde ich lernen bis ich bereit bin zu schlafen. Dann hab ich die Zeit wenigstens sinnvoll genutzt.

Meine Eltern nerven gerade so sehr. Ständig reden sie davon dass ich zu wenig schlafe (haha wenn die wüssten) und meine Mutter hat die letzten Tage begonnen mir ständig zu sagen dass ich zu wenig esse. Ja was denn, entscheide dich doch bitte mal gute Frau. Erst wollen dass ich abnehme, mich immer wieder dafür loben und auf einmal passts dann doch wieder nicht?! Ätzend….Und es bringt ihr sowieso nichts. Ich alleine entscheide wann ich was und wie viel esse. Und im Moment steht das eh nicht groß zur Debatte da ich absolut keinen Appetit habe.

Morgen wird ein sehr langer Tag, mit überwiegend weniger fordernden Fächern und, um den Tag perfekt abzurunden, die Lehrerin in den letzten 2 Stunden. Hab sie heute schon gesehen und hätte mich am liebsten in den Pflanzen vom Eingangsbereich versteckt. Ein tolles Gefühl….nicht. Wird bestimmt lustig morgen…..

Den Gedanken mit der E-Mail an Frau ehemalige Therapeutin habe ich verworfen. Ist doch eh egal. Es stresst mich unnötig und sie hat es mit Sicherheit sowieso vergessen.  

Alles in allem und für meine Verhältnisse ein Tag den man nur als ok bezeichnen kann. Einigermaßen ruhig. 

20. Oktober 2017

Langsam aber sicher stoße ich an eine absolute Grenze. Letzte Nacht hab ich um 02:40 Uhr das letzte mal auf die Uhr geschaut, 65 Minuten später hat mich mein Wecker dann unsanft aus dem Schlaf gerissen, 45 Minuten früher als sonst weil ich duschen musste und auch noch allein zuhause war sprich Kaffee machen Hunde versorgen und alles was sonst halt noch so anfällt selbst machen musste. Und die Zeit hab ich dann auch dringend gebraucht. Also wenns hochkommt eine knappe Stunde geschlafen. 

Meine Augen tun echt weh, und ich kann mich kaum noch konzentrieren. Meine Rückenmuskulatur ist so verkrampft dass ich teilweise gar nicht mehr weiß wie ich sitzen/stehen/gehen/liegen soll weil einfach jede Position weh tut. Ich war so froh dass wir heute keinen „anspruchsvollen“ Unterricht hatten. Und als ob ich mich nicht schon beschissen genug gefühlt hätte, kam dann, als wir in der Pause auf dem Gang saßen auch noch die Lehrerin von Mittwoch und fragte ob es mir besser ginge und ich geschlafen hätte. Habe ja gesagt und hätte mich am liebsten in den Teppich eingegraben. Sie ist wirklich ganz lieb und es ist ja nett dass es sie interessiert aber ich hasse es einfach nur. Ich will keine Aufmerksamkeit, ich will nur halbwegs unsichtbar sein und nicht noch mehr auffallen usw. Ich kann ihr nicht mal mehr in die Augen schauen ich schäme mich so sehr… das wird toll nächste Woche im Unterricht.

Ich brauche Schlaf. So so dringend. Vorhin wieder angefangen zu weinen weil meine nerven einfach echt nicht mehr mitmachen, letzte Nacht habe ich vor Kälte und Übermüdung so sehr gezittert dass ich sogar fast ne Schüssel und ne Tasse hätte fallen lassen, und Zähne putzen ist auch nicht wirklich einfach wenn dein ganzer Körper am Beben und zittern ist. Habe mich heute extra wärmer angezogen (bei 20 Grad) und trotzdem gefroren. Neben mir liegen schon 2 Promethazin bereit. Die werde ich jetzt gleich nehmen und beten dass sie ausreichen um mir ein paar Stunden Schlaf zu schenken. Ich kann echt nicht mehr. Ich muss jetzt am Wochenende für 3 Kurzarbeiten nächste Woche lernen zusätzlich zum allgemeinen lernen und Zusammenfassungen schreiben. Das geht halt schlecht ohne Konzentration, mit Kopfschmerzen  und wenn man nichts lesen kann weil die Buchstaben ständig vor deinen Augen verschwimmen…

In mir drin ist alles nur Schmerz. Die Angst zerfetzt mich in winzige Teilchen, die Traurigkeit/Hoffnungslosigkeit frisst sich in meine Gedanken und verdrängt auch noch die letzten, von mir mühsam zusammengekratzten positiven Gedanken. Ich stehe dauerhaft unter Spannung, bin gereizter als sonst und habe das Gefühl einfach nicht mehr richtig atmen zu können. Essen ist ganz ganz schwierig. Es hat sich irgendwie so ein Ritual entwickelt, dass Oma und ich Pizza essen wenn Mama und Papa nicht da sind. Und ich kann und will sie da auch nicht ettäuschen/ vor der Kopf stoßen. Also hab ich die Pizza irgendwie runtergewürgt. Seitdem ist mir so richtig schlecht, aber die blieb drin. Für Oma, und außerdem weil ich befürchte dass mein Körper nach bzw. während dem kotzen wohl vollends zusammengeklappt wäre. Und das fehlt mir grade noch dass meine Eltern heimkommen und ich völlig am Ende bin. Noch haben sie gar nichts gemerkt von der jetzigen Situation und das wird auch gefälligst so bleiben. Wenigstens ist es die nächsten 2 Tage komplett egal ob ich was esse oder nicht. Muss ich mir nichts runterzwingen. Ist eigentlich ja auch nur praktisch, jedes Gramm dass ich auf irgendeine Art und weise verliere ist nur ein Gewinn. 

Jetzt also Tabletten nehmen, den Kampf mit meiner Haut weiter ausfechten (Gesicht fängt echt wieder an zu zicken und der scheiß an den Armen weigert sich weiterhin beharrlich zu verschwinden) und dann mit ner Wärmflasche ins Bett. Eigentlich wollte ich den Tipp von meiner lehrerin nochmal versuchen (auch wenn es am mittwoch Abend lediglich mit meinen Rückenschmerzen geholfen hat) , sprich Magnesium und Badewanne, aber ich werds wohl beim Magnesium belassen. Ich bin zu fertig um jetzt noch baden zu gehen….

30. September 2017

Nachdem ich gestern auf der Heimfahrt im Zug mit leichten Dissoziationen zu kämpfen hatte, war ich danach zuhause den restlichen Tag einfach nur leer. Taub. Kalt. Und am Abend so erschöpft dass ich, während meine Eltern sich mit Oma unterhalten habe, eiskalt auf dem Sofa eingeschlafen bin, und mich dann mit letzter Kraft ins Bett verfrachtet habe.

Heute morgen bin ich aufgewacht und habe darüber nachgedacht. An die gute alte Zeit, als ich noch klein war, als Papa mich in solchen Momenten einfach in den Arm genommen hat und mich nach oben ins Bett getragen hat. Behütet. Sicher. Glücklich. Als ich noch nicht kaputt war. Als ich noch normal war. Aber an so etwas zurückzudenken bringt mich ja auch nicht weiter…

Und ganz im Gegensatz zu gestern bin ich heute komplett emotional, und könnte jede Sekunde und bei der kleinsten Kleinigkeit in Tränen ausbrechen. Obwohl ich letztendlich 11 Stunden geschlafen habe fühle ich mich nur erschöpft und übermüdet und gerädert. Mein Kopf sagt ich sollte den Tag nutzen. Aufräumen, lernen, Sport machen. Aber ich finde kaum die Kraft aufzustehen um mir was zu trinken zu holen. Mein Puls pocht unangenehm in meinen Ohren, ich bin blass (selbst für meine Verhältnisse). Die Waage hat heute wieder ein halbe Kilo weniger angezeigt, das macht jetzt 16,4 kg insgesamt. Kann mich nicht mal mehr über so etwas freuen. Nur denken dass es nicht reicht, nur die Zahl anschauen und wissen dass es immer noch so viel zu viel ist. Trotzdem noch zu fett. Was ist aus der Zeit geworden in der mir jedes Gramm weniger noch ein Hochgefühl gegeben hat? In der ich aus diesen Dingen wenigstens noch ein bisschen Kraft tanken konnte…Vorbei. Wie alles andere auch…

Hund 1 geht es nicht gut. Zusätzlich zur mittlerweile diagnostizierten Arthrose im Knie hat sie jetzt auch noch Grasmilben an der anderen Pfote. Alles bereits kahl und wund. D.h. jetzt darf sie auch noch die Kragen tragen den wir von ihrer OP glücklicherweise noch zuhause hatten. Armes Mädchen. Und wir vermuten dass sie heute Nacht sogar erhöhte Temperatur hatte. Papa muss mit ihr am Montag unbedingt nochmal zum Tierarzt, und dann ist hoffentlich er selber da, und nicht diese inkompetente Stellvertreterin von letztem Donnerstag….Wieder ein weiterer Sorgenpunkt auf meiner niemals enden wollenden Liste.

Eltern sind heute und morgen jeweils tagsüber nicht da. Immerhin etwas. Nicht sprechen müssen, nicht essen müssen, nicht gefragt werden ob man müde sei (das machen sie ständig, ich weiß auch nicht wieso, ist doch klar dass ich müde bin….) Jetzt werde ich mal testen wie lange ich brauche meinen Fettarsch vom Sofa zu lösen und aufzuräumen und zu lernen. Und ob ich es schaffe heute Abend noch etwas Sport zu machen.

24. September 2017

Der Tag war…ok? Psychisch gesehen ne Katastrophe, aber habe 5 Stunden Zusammenfassungen geschrieben und gelernt. Also wenigstens etwas dass ich mal hinbekommen habe.

Morgen geht es wieder weiter. Kürzer zum Glück, weil eine Lehrerin einen Termin außer Haus hat. Machbar, irgendwie. Danach noch zum Arzt, die zweite FSME – Impfung steht an.

Momentan haben wir Besuch. Bzw. meine Oma hat Besuch, aber sie schlafen bei uns im Gästezimmer. D.h. Stress. Morgens so leise wie möglich sein, abends vermutlich gemeinsam essen. Stress.

Mir tut alles weh. Mein Rücken fand die heutige Lern-Session alles andere als lustig. Meinen rechten Unterarm muss ich nachher noch von der Hand bis Ellbogen mit Salbe versorgen, die bereits vertraute Sehnenscheidenentzündung kündigt sich schon mit kleinen Anzeichen an.  Und das mit dem Knie…mittlerweile glaube ich stark dass ich da ne Entzündung hab. Mit Salbe und Ibu wird das jetzt bekämpft, und zeitweise klappt das auch, also hoffe ich dass es auf Dauer verschwinden wird.

Mir ist immer noch durchgehend schlecht, dieses nervöse Gefühl im Magen möchte einfach nicht weggehen.

Die Angst will mich nicht in Ruhe lassen, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit schnüren mir die Luft ab.

Ich bin erschöpft. Ich hatte gehofft dass ich jetzt am Wochenende mit der Möglichkeit auszuschlafen sehr viel Schlaf nachholen könnte. Falsch gedacht. Klar, ich habe mehr geschlafen als unter der Woche, aber bei weitem nicht genug….ich glaube auch nicht dass es eine rein körperliche Müdigkeit ist. Es ist die allgemeine Lebens-Müdigkeit….

Zur Wahl…ja zur Wahl will ich gar nichts mehr sagen. Es ist schlimm, es ist enttäuschend, aber irgendwo hatte ich es auch kommen sehen, nur gehofft dass die Menschen vielleicht doch noch mehr im Kopf haben….Naja, passt doch zur allgemeinen Lage der Welt. Alles geht den Bach runter. Hoffen wir einfach mal dass es nicht so schlimm sein wird wie alles jetzt befürchten (müssen)….