14. Juni 2017

Ich sitze im Garten auf der Terasse. In meinen Ohren dröhnt die Musik mit maximaler Lautstärke, aber immer noch nicht laut genug um die Gedanken zu übertönen. Nichts will heute helfen. Serien, YouTube, lesen, ich finde keine Ablenkung. Gerade die Küche aufgeräumt, ich hätte noch so viele andere Dinge zu tun, aber ich finde weder Energie noch Motivation dafür. Möchte durchgehend weinen, aber tagsüber darf ich das nicht. Bereits eine „große“ und eine „kleine“ Panikattacke hinter mir heute. Es ist so erschöpfend. Anspannung auf höchstem Level, ohne Aussicht auf Erleichterung. 

Ich habe noch genauf anderthalb Stunden Zeit den Kurs zu bestätigen. Ich schaffe es nicht. Beim Gedanken daran bekomme ich ein Ziehen im Magen, meine Finger fangen an zu zittern und mein ohnehin komplett verspannter Körper krampft sich noch mehr zusammen. Also werde ich es lassen. Ich wähle zwischen zwei Übeln, und ich wähle das (hoffentlich) kleinere. Und hasse mich dafür so sehr, dass ich große Kraft aufbringen muss mich nicht sofort zu schlagen. 

Ich bin so müde. Ich habe so schlecht geschlafen, ich hätte es auch ganz sein lassen können. Dementsprechend fühlen sich meine Augen und mein Kopf. In meiner linken Schläfe pocht ein Schmerz als hätte ich mir etwas sehr schweres dagegen geschlagen.  

Ich versage. Jeden Tag wieder. In allem und ohne Ausnahme. In ca. einem Monat muss ich zu meiner Hausärztin. Sie muss bestätigen dass ich aus medizinischer Sicht die Ausbildung machen kann. Ich muss anfangen mich darauf vorzubereiten. Auf die Fragen die kommen werden. Ich wurde seit einer Ewigkeit nicht mehr ernsthaft gefragt wie es mir geht. Ich muss vollkommen überzeugend sein (und das ist bei dieser Frau alles andere als leicht). Ich hoffe sie fragt nicht näher nach, auch wegen Tabletten und so. Ich bezweifle dass sie begeistert ist wenn sie hört dass ich nichts mehr nehme. Ich bin so froh wenn ich das auch hinter mir habe. Aber bis dahin muss noch viel Zeit vergehen. Die ich vollkommen unbeschadet überstehen muss. 

Bis zum 24. Juni muss ich ein Geburtstagsgeschenk für K. finden. Stress-Level 1000. Ich kann sowas einfach nicht. Ich bin nicht kreativ und nichts. Und bei allem habe ich Angst dass es ihr nicht gefallen könnte. Ich schenke Menschen gerne etwas, gebe auch gerne mal etwas mehr Geld aus, freue mich darüber wenn sie sich freuen, aber ich muss zu 100% wissen, sonst ist es ne Katastrophe. Wieder etwas worin ich scheiße bin. Aber naja, gibt ja auch nichts wo ich das nicht wäre.

Heute Nacht will ich schlafen. Tief und nach Möglichkeit traumlos. Heute Abend kann ich auch was dafür nehmen. Morgen früh sind meine Eltern wieder da und ich muss nicht aufstehen, also ist alles drin. Aber vorher muss ich noch viel schaffen. Mit den Hunden raus, nach dem gemeinsamen Abendessen mit Oma besagtes Essen auch drinbehalten, und im Bestfall noch Bad aufräumen und meinen Kleiderschrank ausmisten (falls ich das nicht schaffe darf ich mir von Mama wieder fein was anhören von wegen ich hab dich vor 5 Tagen drum gebeten dass du das in der Zeit machst usw. , und sie hat ja Recht, gerade den Schrank schiebe ich schon seit Ewigkeiten vor mir her….)

Auf die Waage trau ich mich schon seit ner Woche nicht mehr. Ich denke die gestiegene Zahl würde ich im Moment nicht verkraften. Die nächsten Tage muss ich mal schauen dass ich wieder unter 500 kcal bleibe, und Sport machen egal ob das Bein noch weh tut. Ist schon eine Schande wie ich aussehe. 

Meine Cousine stand heute völlig unerwartet mitsamt Kind vor der Tür. Bin froh dass Oma mit ihr zu sich rüber gegangen ist. Ich habe weder die Kraft noch die Nerven für derartigen sozialen Kontakt. Außerdem bin ich wütend auf sie. Sie meldet sich nie bei uns, und nicht mal zu Opas Beerdigung ist sie gekommen weil sie „niemanden fürs Kind gefunden hat“ (Ausrede, ihrem eigenen Vater traut sie nicht zu mal 2 Stunden auf nen 3 Jährigen aufzupassen und der Familie von ihrem Mann war alles andere wichtiger, aber auf hoch christlich machen immer inklusive Bibel-Sprüchen und allem ne -.- und bei Oma hat sie sich erst gemeldet nachdem meine Mutter meiner Tante das beim großen Streit vorgeworfen hat als sie behauptet hat wir würden sie alle nicht mögen. Sorry aber ich habe kein Verständnis dafür. 

Außerdem reden sie vielleicht über Opa. Und ich hasse es. Ich komm damit nicht klar, will die Geschichte nicht zum 100. Mal neu aufrollen. Es ist schwer genug zu ertragen wenn Oma von ihm redet. Ich will nicht darüber nachdenken, will den Schmerz nicht fühlen müssen. 

Ich sollte jetzt meinen fetten Arsch hochbekommen und was tun. Aber ich finde keinerlei Energie in mir. Aber ich muss. Irgendwie. Funktionieren. Das Wort das meinen Lebensinhalt, meinen Lebenszweck beschreibt. 

Gerade rauscht „We Won’t Stop Dreaming“ in meine Ohren. Das Lied könnte nicht weniger passen. Ich habe schon vor sehr langer Zeit aufgehört wirklich zu träumen. 

Edit: haha dachte ich könnte noch versuchen mich mit meinem Bullet-Journal abzulenken. Aber nein, ich kann weder richtig schreiben noch zeichnen weil meine Hände zu stark zittern. Ganz toll…

05. April 2017

Ich würde so gerne darüber schreiben wie gut es mir geht. Wie ich alles schaffe. Und glücklich bin. Aber das wäre gelogen. Und mein Leben besteht wohl schon aus genug Lügen…

Nein, die Realität sieht anders aus. Ich bin durchgehend niedergeschlagen. Nur noch müde von allem. Nichts macht Spaß. Nichts ist gut.

Die letzte Nacht war mal wieder sehr anstrengend. Aber es ist ja auch immer anstrengend wenn einen etwas einholt was man wegschieben will, von dem man sich selbst einreden will es sei in Ordnung. Denn eigentlich ist es das ganz und gar nicht. Ich weiß selbst nicht warum es gerade wieder letzte Nacht hochkam. Vermutlich gibt es auch keinen speziellen Grund, es war wohl einfach mal wieder an der Zeit.

Das leidige Thema Zukunft. Das ewige allein sein. Das Leben mit der Gewissheit dass sich daran auch nichts ändern wird. Dass ich nie genug sein werde. Nie eine Beziehung haben werde, ganz zu schweigen von Kindern. Nicht dass ich welche wollen würde, ich wäre eine schreckliche Mutter. Aber meine Eltern werden nie meine Hochzeit erleben, nie Enkelkinder haben. Und darum tut es mir leid. Sehr sogar…

Ich bin einsam. Es fällt schwer sich das einzugestehen, aber es ist so. Und ich kann daran auch nichts ändern. Ich bin zu unfähig für alles. Freundschaft? Was ist das. Wenn ich ganz ehrlich bin gibt es das in meinem Leben nicht mehr. Die 2 Personen, die ich früher vielleicht noch Freundinnen genannt hätte….wenn ich knallhart ehrlich bin sind es doch nur noch Bekannte. Ein, zwei, Nachrichten die Woche, wenn es super gut läuft. Ein Treffen alle 2 Wochen, ebenfalls wenn es gut läuft. Banalitäten austauschen. Nicht unbedingt was bei mir unter den Begriff Freundschaft fällt. Es gab Zeiten da war das anders. Aber ich vielleicht war ich da auch noch nicht so sozial unfähig. Keine Ahnung. Es ist Vergangenheit. Und irgendwo tief in mir drin resultiert daraus ein stechender Schmerz, den ich in der Regel gut im Griff habe, der aber im Moment wieder versucht die Oberhand zu gewinnen.

Uni wird wohl auch nichts dieses Semester. Hatte mich für 3 Kurse angemeldet, im Losverfahren keinen einzigen davon bekommen. Naja, nichts neues. Wann hatte ich schon mal wirklich Glück im Leben. Stehe jetzt auf der Warteliste, aber ich mache mir keine Hoffnungen. Dann belege ich dieses Semester einfach Kurse, die mich nicht interessieren. Und werde dementsprechend vermutlich keinen einzigen Tag in der Uni sein. Hat vielleicht auch was. Dann muss ich wenigstens nicht das Haus verlassen. Und es spart eine Menge Geld (Zug). Das Geld kann ich gut für die Ausbildung gebrauchen. 200-300 €, je nachdem wieviel reduziert wird, da kann ich jeden Cent der eingespart wird doch gut verwenden.

Ich sehne mich nach Entspannung. Nicht einfach nur rumgammeln, wie ich es eh den ganzen Tag mache. Sondern Momente in denen es mir gut geht, ich nicht von den Sorgen und Ängsten zerrissen werde. Eine Pause von allem. Nichts fühlen müssen. Ich wüsste natürlich, wie ich das bekommen könnte, aber das geht ja nicht. Ich darf keine Spuren hinterlassen. Niemand darf wissen dass es mir nicht gut geht. Schließlich steht ja auch noch das äztliche Gutachten zur Berufseignung an, das darf ich nicht vermasseln.

Ich glaube mittlerweile dass die Tabletten tatsächlich eine Wirkung hatten. Und dass es mir auch durch das Absetzen jetzt Tag für Tag schlechter geht. Aber darüber zu jammern hilft ja auch nichts. Jetzt ist es nun mal so, und ich muss irgendwie versuchen damit zu leben.

Heute werde ich wohl nicht mehr lange aufbleiben. Wir haben Besuch und reden und lächeln ist mir zu anstrengend. Ich bin zu müde….

01. April 2017

Ich wollte diesen Monat positiv angehen. Auch wenn er nichts positives für mich bereithält. Geburtstag, neues Semester,alles andere als Gründe sich zu freuen. 

Aber jetzt weiß ich schon, dass das mit dem positiv bereits gescheitert ist. 

Denn wenn dir was zu essen gebracht wird und im selben Moment gefragt wird warum dein Arsch so groß und fett geworden ist, und dann darauf rumgeritten wird dass du Sport machen musst, dann bricht sämtlicher Wille positiv zu denken und zu fühlen zusammen. 

Sobald sie weg war nur noch geheult. Es tut so versammt weh sowas ständig zu hören. Eigentlich täglich. Was das betrifft hat meine Familie aus den letzten Jahren absolut nichts gelernt. 

Also ungesund abnehmen. Kotzen ist nicht drin, das könnte in den Blutwerten bemerkt werden. Also hungern. Und jetzt gehe ich für den Rest des Nachmittags aufs Laufband. Mir egal ob mein Körper danach komplett im Arsch ist. 

Wenn sowas ständig von der eigenen Familie kommt, kann man erst recht nicht mehr unter Menschen gehen. Es ist zu peinlich. Die Demütigung ist zu groß. 

Das schlimmste an allem ist, dass ich niemandem die Schuld geben kann außer mir selbst. 

Den Vertrag hab ich gestern abgeschickt. Die Angst etwas falsch gemacht zu haben, dass es doch nicht klappt, hat mich fast die ganze Nacht nicht schlafen lassen. 

Leben ist so verdammt anstrengend. Warum kann ich nicht einfach aufhören zu existieren?

Durchhalten

Zwanzig nach eins. Alles ist dunkel. Nur das leuchten des Handys sticht in meinen Augen. Schlaflos trotz Müdigkeit. Zu viele Gedanken. Zu viel Angst. 

Am Dienstag ist die Mathe Klausur. Ich habe nichts gemacht. Habe jeden Gedanken daran weggeschoben. War deswegen wütend auf mich selbst, aber dennoch so machtlos. Morgen wird den ganzen Tag gelernt. Es wird nichts bringen. Dass mich diese Klausur so gnadenlos stresst obwohl es mir praktisch ja egal sein könnte macht mich fertig. Denn so oder so ist es „versagen“.  

Morgen. Ähm nein, ist ja schon heute, steht außerdem noch Friseur an. Seit der OP sind meine Haare nur noch kaputt und nichts was ich mache hilft. Das gleiche Problem mit der Haut. Der krasse Unterschied zwischen“OP-Seite“ und normaler Seite ist sogar meiner Mutter schon aufgefallen. Das alles ist für mein Selbstwertgefühl nicht wirklich förderlich. Irgendwo in mir drin sehne ich mich nach einer starken Veränderung. Haare ab, andere Farbe, irgendwas. Aber dann auch wieder lieber nicht. 

Hauptinhalt meines Lebens ist nur noch Angst. So stark ausgeprägt war es noch nie. Ich verlasse das Haus eigentlich gar nicht mehr. Autofahren ist ne Katastrophe. Soziale Kontakte machen Angst. Die Zukunft macht Angst. Und diese Ängste haben fatale Auswirkungen. Ich bin gelähmt. Morgen muss ich den Vertrag abschicken. Habe ich bisher nicht geschafft, weil Angst. Angst dass was schiefgehen könnte. Ich bin nur noch müde, fühle mich komplett gerädert. Die Angst stresst. Die Anspannung teilweise unerträglich. Ich mache eigentlich den ganzen Tag nichts mehr. Bin depressiv. Die kleinsten Dinge fallen schwer. Duschen, anziehen, Haare machen, alles unglaublich schwer, an manchen Tagen auch zu schwer. Das ist unglaublich peinlich und erniedrigend, aber nun mal die harte Realität. Ich weine nicht mehr. Ich weigere mich. Fast stündlich kämpfe ich mit den Tränen die sich in meine Augen drängen. Oft völlig ohne erkennbaren Grund. Aber ich lasse es nicht zu. Ich habe es nicht verdient zu weinen. 

Abnehmen läuft auch nicht. Ich habe es eine Woche lang geschafft. „Gesund“ wollte ich es haben. Dann nicht mehr. Ich schwanke zwischen Extremen. Entweder ich zwinge mich konkret nichts zu essen und Kalorien zu zählen, und dann führt essen unweigerlich zum erbrechen. Wenn ich das bewusst zu verhindern versuche, falle ich ins andere Extrem. Ein dazwischen gibt es nicht mehr. Selbsthass bestimmt neben der Angst alles. Ein Grund mehr zuhause zu bleiben. Unsichtbar zu sein. Ich bekomme täglich von meiner Mutter Kommentare bezüglich meiner Ernährung, Sport und meinem Gewicht. Sie meint es nicht böse, das weiß ich, aber es verschlimmert alles nur. Aber die Wahrheit kann ich ihr ja auch nicht sagen. Also ertrage ich. 

Ich habe häufig Panikattacken. Meist verstecke ich mich dann in meinem Zimmer. Versuche die Geräusche die ich dann von mir gebe (denn dann kann ich nicht mehr richtig atmen und keuche und hyperventiliere) so gering wie möglich zu halten oder irgendwie im Kissen oder in der Matratze oder was auch immer grade in erreichbarer Nähe ist zu ersticken (hilft beim Atemproblem übrigens auch nicht wirklich -.-) 

Möchte so oft einfach sterben. Und dann zerreißt es mich wieder innerlich, denn es ist unmöglich. Sich das unmögliche zu wünschen ist sehr sehr schmerzhaft. 

Bin komplett allein mit allem. Heute morgen bin ich aufgewacht und war so traurig. Ich hatte geträumt wie ich mit jemandem gesprochen habe. Über alles. Die reine Wahrheit. Ich kann mich nicht erinnern wer es war. Aber ich glaube das ist auch gar nicht der Punkt. Der Punkt ist dass es ein Traum war und bleibt. Und diese Erkenntnis tut weh. Macht traurig. Und bestärkt nur noch das Gefühl allein dazustehen. Allein zu kämpfen. Diese für alle anderen unsichtbare Schlacht auszutragen. 

Ich sehe/höre wie andere Hilfe haben. Therapie, Klinik, Freunde und Familie etc. Und ich bin neidisch. Nicht auf die Hilfe an sich, sondern eher darauf dass sie „sich zeigen“ können. Ich existiere nur einfach vor mich hin. Angepasst. Bin nie wirklich „ich“. Da erinnere ich mich wieder daran, wie Frau Körpertherapeutin mich in der Klinik mal ganz ernst fragte ob ich je darüber nachgedacht hätte Schauspielerin zu werden, denn das beherrsche ich ja wirklich. Erst fand ich den Gedanke ja sehr lustig, denn mal ehrlich ich und Schauspielerin?! (Weil ich es ja soll sehr liebe beobachtet/angeschaut zu werden). Aber sie hatte recht. Ich wäre vermutlich wirklich gut darin, denn was anderes mache ich ja nicht. Ich bin immer nur in einer Hülle, einer Maske die ich mir nach Bedarf zurecht modelliere. Sofern ich nicht allein bin. Ich glaube nicht dass ich jemals wieder in der Lage sein werde in Gegenwart einer anderen Person einfach nur „ich“ zu sein. Eigentlich bin ich eine wandelnde Lüge. Erbärmlich. 

 Jetzt ist es gleich 2 Uhr morgens. Ich habe versucht sämtliche Gedanken die mir grade kamen einfach runterzuschreiben( vermutlich ist der Text voll mit Fehlern und ergibt gar keinen Sinn, aber egal). Um vielleicht besser schlafen zu können. Nicht wieder so etwas träumen zu müssen. Jetzt ist da nur noch Leere. Ich bin noch müder als zuvor, meine Augen brennen. Ich frage mich ob ich jetzt dann schlafen kann, oder ob mich die Angst wieder einholen wird, mit Gedanken an morgen, übermorgen, mein Leben, die Zukunft. Ich hoffe nicht. Ich brauche ne Pause. Erholsamer Schlaf ist kostbar geworden. Und wird bitter benötigt.

Edit: ich war noch bis nach vier wach, habe gegen Tränen gekämpft die einfach nicht aufhören wollten aus meinen Augen zu störmen. Jetzt bin ich aufgestanden, todmüde, nicht im geringsten ausgeruht, meine Augen tun weh und alles ist nur zum kotzen. 

Überraschungen. Schritt für Schritt weiter. :)

Und (ich war zu dumm einen wirklich passenden Titel zu finden) was ich am wichtigsten finde: endlich mal wieder ein positiver Eintrag in diesem Tagebuch/Blog! 🙂

Heute war ein sehr sehr turbulenter Tag. Und ich bin ein sehr schlechter Mensch -.-

Ich bin nach wenigen Stunden unruhigem Schlaf aufgewacht. Mit dem Gefühl jeden Moment die Kontrolle über alles zu verlieren. Ich war verbittert. Verzweifelt. Traurig. Meine Eltern wollten unbedingt da hin. Und ich wurde nach und nach immer ekliger. Dummer Streit. Und schließlich doch das Haus verlassen. Im Auto musste ich tatsächlich heftig gegen die Tränen in meinen Augen ankämpfen. Das Gefühl mir gleich eine Schule anzusehen, die mir eine Ausbildung zum Wunschberuf ermöglichen könnte, und gleichzeitig zu wissen dass es nicht klappen würde war unerträglich schmerzhaft. 

Und dann war ich da. Und es sah alles noch viel besser aus als ich mir ausgemalt hatte. Tolle Räumlichkeiten, sehr freundliche Lehrer, usw. Die Sekretärin hat gesehen dass ich eine Bewerbung dabei hatte, und tja, da kam ich dann irgendwie nicht mehr raus. Und zack, auf ein mal saß ich bei der Schulleiterin im Büro zum Gespräch. Ich war so nervös. Ich glaub ich hab geredet wie ein kompletter Vollidiot. Ich war überrumpelt, so etwas hätte ich nicht erwartet. 

Und dann das unerwartete: ich habe den Platz bekommen. Ich habe einen Ausbildungsvertrag mitbekommen, und ich habe 4 Wochen Zeit ihn zurückzuschicken. So lange bleibt der Platz für mich reserviert. 

Danach hat die stellvertretende Schulleiterin noch einen kurzen Vortrag über die Ausbildung gehalten. Sie unterrichtet Labor und „Rechnen“. Sehr interessant. Das war der Zeitpunkt an dem ich sämtlichen mir verblieben Mut zusammengekratzt habe. Nachdem sie fertig war ging ich auf die zu und sprach das verhasste Problem an. (Wir üben nämlich an uns gegenseitig, verstecken wäre da niemals möglich gewesen.) sie meinte das sei überhaupt kein Problem, reagierte sehr verständnisvoll, auch als ich erzählte dass ich eben genau deswegen schon mal eine sehr enttäuschende Abfuhr bekommen hatte. Sie meinte das ist kein Problem und es würde so oder so eine Lösung gefunden werden, und dass sie das in all den Jahren in denen sie unterrichtet auch schon öfters hatte und es versteht. 

Bildlich gesprochen: ich bin sehr überrascht dass der riesige Felsbrocken der mir in dem Moment vom Herzen gefallen ist kein größeres Erdbeben ausgelöst hat. 

Wir haben uns dann noch den Rest der Räumlichkeiten angesehen. Im Labor und in der Lehrpraxis waren auch Schüler die erklärt und gezeigt haben (einer hat meinem Cholesterinwert gemessen um zu demonstrieren wie es funktioniert). Es war unglaublich spannend und alle haben sich echt bemüht, auch die Lehrer sind immer irgendwo gewesen und haben einen angesprochen, man könnte Fragen stellen, es war toll. 

Ich kann gar nicht in Worte fassen wie überrascht mich das alles hat. Ich war so in diesem negativen Strudel gefangen, ich habe keinen noch so kleinen Lichtschimmer mehr sehen können. Und doch ist er zu mir gekommen.  

Und zwar hauptsächlich durch meine Eltern. Ich habe diese Menschen eigentlich gar nicht verdient. Sie sind pures Gold wert. Und ich werde mein Verhalten von heute wieder gut machen. Und zwar sowas von. Die beiden fliegen morgen mit Freunden nach Prag, und wenn sie wiederkommen beginnt Mission „mach es mehr als wieder gut und danke ihnen in jeder erdenklichen Weise“. Und ich freue mich darauf.

Und die Zusammenfassung am Ende dieses Tages: wider Erwarten habe ich tatsächlich bekommen was ich mir so sehr gewünscht habe: Einen Ausbildungsplatz an dieser Schule. Und im September starte ich dann in dieses neue Kapitel meines Lebens. In die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Und ich kann es kaum erwarten! 🙂 und ich werde mein allerbestes geben.