20. Juli 2017

Alles pendelt sich ein, findet seinen Rhythmus. Es ist nichts gutes daran, aber das erwarte ich auch nicht mehr. Nachts schlafe ich gar nicht mehr, vormittags lege ich mich dann noch für 2-4 Stunden hin, und das ist auch eher „nur mal kurz ausruhen und Augen zu machen“.  Ausreichend ist es schon lange nicht mehr. „Richtigen“ Schlaf hatte ich jetzt wann das letzte Mal? Ich weiß es gar nicht mehr. Dementsprechend fühle ich mich. Meine Augen tun weh, sind oft rot und extrem empfindlich. Manchmal sind sie so erschöpft dass ich kaum noch lesen kann, ich muss gefühlt dreifach so häufig blinzeln wie normal, und auch das tut weh. Ich bin schwach, mein Rücken tut weh weil ich ihn kaum noch entspannen kann. Aber das alles ist ok…ich kann damit leben.

Ich bin leer. Da sind keine Emotionen mehr die mir das Leben noch schwerer machen. Da ist einfach nur ein großes Nichts. Das macht alles ein bisschen einfacher.

Ich bin eigentlich nur noch in meinem Zimmer. Nur zum Abendessen oder wenn meine Oma da ist oder zum Gassi gehen verlasse ich es (vom rauchen gehen mal abgesehen, aber da hab ich zum Glück nie Gesellschaft). Es tut so gut. Keine Maske den ganzen Tag lang. Einfach nur allein vor sich hin existieren. Vergraben in Büchern und Geschichten. Weg von allem, weg von der Welt, weg von mir selbst. Ich schwebe hier in einer Art Blase, abgeschirmt und taub. Emotionslos, kalt, alles ist ein bisschen unwirklich. Und trotzdem ist alles noch zu viel. Zu viel Leben, zu viel Ich. Zu viel existieren. Aber ich befinde mich da in einer Einbahnstraße, es gibt keinen Ausweg, und ein zurück gibt es schon gar nicht. Natürlich gäbe es immer die Möglichkeit zu sterben. Es wäre so leicht. Aber diese Türe hab ich für mich verschlossen. Ich weigere mich meiner Familie diesen Schmerz zuzufügen. Ich werde weiterleben, bis sie weg sind. Dann darf ich auch gehen. Bis dahin mache ich weiter. Egal zu welchem Preis.

In meinem Bullet Journal habe ich für jeden Tag eine To-Do-Liste. Und bei jedem Tag befindet sich das Wort „überleben“. 

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