Es ist einfach nur zum heulen.

Gestern war Opas Beerdigung. Es war grausam. Es war traurig. Und es war schön. Es hätte ihm gefallen. Seine Jagdhornbläser habe viele Lieder für ihn gespielt. Das war sein Leben. 30 Jahre lang. Es gab viele schöne Worte über ihn. Alle haben gesagt wie besonders diese Beerdiung war. Und es waren so viele Leute da. Klar, alle haben ihn gemocht, aber mit so vielen Leuten hatte glaube ich dann doch keiner von uns gerechnet. Ich habe mich auf dem Friedhof an meine Rose für ihn geklammert als wäre es das einzige was mich zusmmenhalten kann. Und ich denke nicht dass es an der Kälte lag dass ich nicht nur gezittert habe, sondern dass es mich am ganzen Körper schier geschüttelt hat. Ich glaube das war zu viel Emotion…

Und ich glaube er war da. Als die Bläser gespielt haben, es war als wäre er vorne beim Altar bei ihnen gestanden. Und als alles auf dem Friedhof standen kam erst richtig großer Graupel. Kleine Eiskristalle die auf der Rose in meinen Händen und in meinen Haaren gelandet ist. Und dann auf einmal, ganz plötzlich kam die Sonne und hat uns angeschienen und gewärmt. Und es hat sich wirklich so angefühlt als ob er das war.  Meine beste Freundin war auch da. Und als sie mich umarmt hat sagte sie „Siehst du jetzt lässt er die Sonne wieder scheinen“. Allein dass sie da war, das hat mir so viel bedeutet. Aber diese Worte, diese Bestätigung meiner Gedanken, das war Balsam, Salbe und Trost für meine Seele. So viele schöne Blumen schmücken sein Grab. Ich habe es nicht über mich gebracht wie die restliche Familie noch Erde reinzuwerfen, aber ich glaube das versteht er. Auch das Kaffeetrinken im Anschluss hätte ihm bestimmt gefallen. Alle haben sich gut unterhalten. Und jeder sagte zu uns wie geschockt sie über die Nachricht waren. Das alles so plötzlich kam. Aber sie werden ihn alle in guter Erinnerung behalten, das weiß ich und das ist mir wichtig.  Ich glaube ich werde immer an ihn denken wenn mich die Strahlen der Sonne treffen und wärmen. Das ist er.

Alles in allem wäre es trotz der Tragik, dem Schmerz und der Trauer ein schöner Tag, ein schöner Abschied gewesen. Wenn nicht meine Tante gewesen wäre. Was die sich geleistet hat….Wir können es alle noch gar nicht richtig glauben dass das wirklich passiert ist. Sie hat die Tage vorher schon rumgezickt und gejammert wegen ihrem Ex-Mann. Von dem sie seit 20 Jahre geschieden ist. Dass sie ihn auf der Beerdigung nicht sehen will und wenn sie ihn aufm Freidhof sieht würde sie ihn rausschmeißen. Wir haben ihr gesagt dass sie das nicht machen kann. Dass sie Oma und uns alle nicht so blamieren kann. Seit Jahren ist sie glücklich wieder verheiratet, man könnte meinen man könnte es mit dem Hass gut sein lassen. Aber nein, sie hat es tatsächlich getan. In der Kirche. Hat sie ihn aus einer der Bänke (vor den Augen aller anderen) rausgeholt und weggeschickt. Wie kann man so wenig Anstand haben? Er hatte nie ein Problem mit meinen Großeltern, auch nach der Scheidung nicht. Und überhaupt, wie kommt sie auf die Idee sie hätte zu entscheiden wer kommen darf und wer nicht?! Und auch später konnte sie es nicht gut sein lassen und hat alle mit ihrem Hass und ihren „Rechtfertigungen“ genervt. Und keiner hat ihr Verständnis entgegengebracht. Also ist sie recht früh gegangen. Wir haben versucht es vor Oma geheimzuhalten, aber gegen Abend kam es dann doch raus….Klar, keiner von uns weiß was genau in der Ehe alles vorgefallen ist, es waren sicherlich beide nicht unschuldig. Aber das rechtfertigt nichts. Schon gar nicht nach 20 Jahren. Mal zu Verdeutlichung: Mamas zweiter Bruder wird für mich immer ein Monster bleiben für das was er mir angetan hat. Aber ich habe kein Wort darüber verloren dass er in der Todesanzeige erwähnt wird obwohl meine Mutter sich dafür mehr oder weniger sogar entschuldigt hat. Und ich hätte mit Sicherheit auch kein Wort darüber verloren wenn er gestern da gewesen wäre, denn es war sein Vater und es wäre sein gutes Recht gewesen. Und ohne jetzt egoistisch oder selbstbezogen klingen zu wollen, was zwischen uns vorgefallen ist war mit Sicherheit schlimmer als die „schlechte“ Ehe meiner Tante.

Aber was sie heute gebracht hat, das kann und werde ich ihr nicht verzeihen. Hat sie doch tatsächlich die Nerven zu Oma zu fahren, rumzuschreien, zu versuchen sich als Opfer darzustellen, nur Vorwürfe zu machen. Meine Oma hat ihr als letztes nur noch gesagt: „Sich so aufzuführen wo der Papa noch nicht mal richtig begraben ist. Schäm dich, schäm dich in Grund und Bode“ (es ist irgendwie verdammt schwer dass alles aus dem bayrischen ins Hochdeutsche zu übersetzen). Daraufhin ist sie gegangen. Meine Oma tut mir so unendlich leid. Was sie alles mitmachen muss. Sie sieht auf einmal so alt aus. So zerbrechlich dass es mir die Tränen in die Augen treibt. Ich hasse meine Tante dafür dass sie alles nur noch schlimmer machen muss. Wie kann ein Mensch so sein? Keiner von uns hätte das erwartet….

Ich bin so unruhig. Innerlich aufgwühlt. Weiß nichts mit mir anzufangen. Werde jetzt wohl mal aufräumen und Bad putzen, dann hat meine Mutter schon mal einen Stresspunkt weniger…..

Ein schlimmer Tag 

Ich sitze im Bett. Ich will nicht schlafen. Will das Video nicht ausschalten das auf dem IPad läuft im verzweifelten Versuch Ablenkung zu finden und gegen die Stille zu kämpfen. Der Tag war… schrecklich. Ich glaube das war der schlimmste Tag meines Lebens. 

Ich war fast den ganzen Tag drüben im Haus von Oma und Opa. Alle waren da, meine Tante und ihr Mann, meine Großtanten, sogar mein (guter) Onkel ist gekommen. Opa wurde gegen 15 Uhr geholt. Es war kaum zu ertragen. Auch der Pfarrer war nochmal da. Und ich habe zum ersten Mal seit Jahren zu einem Gott, an den ich schon lange nicht mehr glauben kann, gebetet. Nein, eigentlich habe ich stumm geschrien, gefleht dass es einen Himmel gibt. Dass Opa jetzt dort ist, glücklich, dass er sehen kann wie viel er uns bedeutet hat, dass er von dort oben auf ins aufpassen kann. 

Es war aber auch gut so. Es war ein Abschied den ich auch gebraucht habe denke ich. Auch wenn es furchtbar und unerträglich schmerzhaft war mit anzusehen wie er sein Zuhause zum letzten Mal verlassen hat. Das anschließende Gespräch war gut. Dem Pfarrer wurde von ihm erzählt, was er geliebt hat, wie sein Leben war. Es hat gut getan. Auch wenn es weh tut.

Ich habe es immer noch nicht realisiert. Sobald ich es schaffe meine Gedanken anderen Dingen zuzuwenden ist es als wäre nichts gewesen. Als würde er bald wiederkommen. Und dann kommt es wieder wie ein Schlag in den Magen. Dass er nicht mehr da ist. Dass er nicht zurückkommen kann. Morgen früh gibt es Frühstück bei meiner Oma. Und ich habe solche Angst davor. Am Tisch zu sitzen. Ohne ihn. Seinen leeren Platz zu sehen und zu wissen dass er dort nie wieder sitzen wird. 

Und meine Oma. Sie tut mir so leid. Auch wenn wir nebenan wohnen und sie noch ihre Schwester oben im Haus hat. Sie ist jetzt allein. Wenn ich daran denke wie sie heute gesagt hat dass sie beim einkaufen jetzt reduzieren muss weil er ja nicht mehr da ist. 

Beim Abendessen war sie bei uns. Und es wurde auch übers Erbe geredet. Wegen dem Halbbruder meiner Mutter. Und ich hätte am liebsten geschrien und meinen Wein durch den Raum geschmissen. Weil das keine Bedeutung hat. Weil es darum geht dass mein Opa nicht mehr da ist. Vom Verstand her verstehe ich das alles ja. Dass es wichtig ist das alles zu regeln, allein schon damit Oma gut versorgt ist. Aber dann ging es auch um seine Funkgeräte-Sammlung. Er hat es geliebt hobbymäßig zu funken. Und der Gedanke daran dass seine Sachen, auch wenn er es so wollte wegkommen ist nicht auszuhalten. 

Ich bereue so viel. Ich hätte öfter rübergehen sollen. Zum Kaffeetrinken. Zum Frühstück. Egal wann. So viel was ich als Kind mit ihm gemacht habe nicht länger gemacht zu haben. Und ich vermisse ihn so so sehr. Ich habe ihn im Krankenhaus nicht angerufen. Weil ich Angst hatte, mit der Situation nicht umgehen konnte. Ein Feigling und ein Egoist war. Und ich kann mich nicht mehr erinnern was ich zuletzt zu ihm gesagt habe und was. Und egal was meine Mutter sagt, ich habe Angst dass er nicht wusste dass ich ihn liebe. Dass ich das nie wieder gut machen kann. Ich habe Angst dass ich vergesse wie seine Stimme klang. Ich habe alle Bilder auf meinem Laptop durchgesehen und einen Ordner für ihn angelegt. Ich darf nichts vergessen. Nicht vergessen wie er mal aussah. 

Und sobald ich an ihn denke kann ich nicht aufhören zu weinen. Es tut so weh. Ich habe Angst vor der Beerdigung am Dienstag. Ich weiß nicht mal warum. 

Samstag Abend kommen meine Tante, ihr Mann und meine Großtanten zu meinem Geburtstag. Ich will das eigentlich nicht. Will den Tag ignorieren und schon gar nicht feiern. Erst recht nicht ohne ihn. Aber Mama meinte er hätte das gewollt. Also machen wir es.

Aber ich kann den Gedanken nicht ertragen dass es weiter geht. Ohne ihn. Wieso merkt man was wirklich etwas bedeutet und wichtig ist erst wenn man es verloren hat? Oder bin nur ich so dumm und blind und ignorant gewesen? 

Ich kann nicht mehr….

Und plötzlich ist die Welt eine andere. Eine dunklere.

Ich bin aufgewacht. Aber es ist nicht mehr die Welt in der ich gestern noch aufgewacht bin. Denn in dieser Welt von gestern Morgen war mein Opa noch am Leben…

Er wurde gestern Vormittag aus dem Krankenhaus entlassen. Sauerstoffgeräte standen zuhause für ihn bereit. Er konnte nicht mal ohne Hilfe laufen. Und am Nachmittag ist er gestorben. 

Ich habe noch nie in meinem Leben so viel geweint. Die ganzen ca. 4 Stunden Autofahrt nach Hause, und dort dann weiter. Als wir zuhause ankamen hatte ich furchtbare Kopfschmerzen die sich auch übers ganze Gesicht und Kiefer gezogen haben.  

Ich habe ihn gesehen. Er lag ganz ruhig da auf dem Sofa, in seinen Lieblings-Klamotten, zugedeckt und mit Blumen auf der Decke. Aber das war er nicht. Er war blass und kalt. Und so hart. Das war nicht mehr das weiche Gesicht das immer gelächelt hat wenn er mich gesehen hat. Es war nur noch seine Hülle. Er war weg. Jedes Mal wenn ich ihn angeschaut hab hatte ich das Gefühl er müsse gleich aufwachen…

Es ist ein schrecklicher Albtraum aus dem man nicht aufwachen kann. Es ist so surreal und ein Teil von mir kann und will nicht glauben dass er nicht mehr da ist. 

Heute wird er abgeholt. Meine Mama ist meiner Tante und meiner Oma gerade beim Bestatter. Er wird dann auch gleich mit „seinem“ Sarg abgeholt. 

Der Anbilck meiner Oma war glaube ich das schlimmste. Ich kann mich nicht erinnern sie jemals weinen gesehen zu haben. Und dann hat sie gesagt sie hatte so gehofft dass sie ihren 60. Hochzeitstag noch erreichen. Das wäre 2019 gewesen. Und der Hund. Was von meinem in Stücke gebrochenen Herz noch übrig war ist dann endgültig gesplittert. Wie er immer wieder versucht hat ihn zu wecken. Vor dem Sofa oder daneben im Sessel von meinem Opa gelegen ist. 

Im Moment liege ich in der Badewanne. Aber es ist nicht mehr der entspannende, tröstende Ort. Aber es ist warm und das brauche ich denn ich friere so sehr. 

Ich muss mich fertig machen. Nachher muss ich mit Oma und Mama einkaufen fahren. Klamotten für die Beerdigung. 

Wieso dreht sich die Welt weiter? Wieso hält nicht alles still? Mein Opa ist nicht mehr da. Es wird nie wieder so sein wie vorher…

von einer Sekunde auf die andere

Ich habe keine Ahnung woher es kam, aber ich meine Stimmung ist gerade so stark gefallen dass ich es kaum ertrage. Nur noch sterben will. Nur noch körperlichen Schmerz und alles Innere betäuben will. So einen schnellen Wechsel von „erträglich“ zu „es wird nie wieder gut werden“ hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Und ich habe keine Möglichkeit das „erträglicher“ zu machen. Schneiden ist keine Option. Sterben ist keine Option. Leben ist zu schwer. Ich bin hier gefangen. Komme nicht vorwärts und nicht rückwärts. Ich will nur noch weg. Aufhören zu atmen. Bluten. Mich mit Tabletten wegballern. Irgendetwas. Aber ich darf nicht. Erlaube es mir nicht. Muss funktionieren.

Habe mir Wein geholt. Vielleicht hilft Alkohol. Bin ja eher nicht der Typ dafür…also ich meine damit es bringt mir nichts.  Hätte noch Tabletten da…aber das würde nur bewirken dass ich ne Überdosis nehmen will und das geht ja gleich gar nicht… Muss mich ins Bett verziehen. Der einzige Ort an dem ich den Tränen freien Lauf lassen kann. Das Schluchzen in Kissen und Decke ersticken kann…

Ich bin gerade einfach nur überfordert. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht erinnern wann ich das letzte Mal so einen krassen Fall gehabt habe. Also im Sinne von so schnell und ohne Vorwarnung.

Warum kann es nicht einfach mal gut sein? Besser werden? Ich bin es leid mich mit dem ganzen Scheiß rumzuschlagen…

10. April 2017

Ich sollte jetzt eigentlich packen. Gegen 22 Uhr wollten wir losfahren. Es geht mal wieder zur Oma. Für eine Woche. Wie sehr ich mich freue. Nicht. Es wird nur wieder anstrengend und nervig werden. Und ich muss noch mehr Energie als gewöhnlich in die Maske stecken. Alles kein Spaß….aber naja. Oma freut sich.

Aber das mit dem packen….meine Motivation ist irgendwie nicht auffindbar.

Meine Stimmung ist nach wie vor im Keller. Bin nur müde, traurig, einsam, alleine usw. Die Nächte werden auch wieder schlimmer. Sowohl beim einschlafen als auch bei den Träumen. Aber naja. Nichts was ich nicht schon kenne.

ich muss mir auch noch ne Playlist für die Fahrt erstellen. Es muss Musik sein die zu meiner Stimmung passt aber nicht zu sehr runterzieht. Denn heulen während ner 4stündigen Autofahrt mit Eltern wäre eher nicht so geil. Aber so gute Laune Musik würde mich einfach nur nerven und das ist auch doof. Vielleicht sollte ich einfach Harry Potter hören, das ist im Zweifel immer eine gute Wahl.

Und dann den Geburtstag dort. Wenn die irgendein Abendessen planen können sies gleich vergessen. Ich werde mich abends mit meinem Laptop verziehen und die neue Doctor Who Folge schauen. Das ist das einzig gute an diesem Tag und ich habe vor das zu genießen.

Ich schwanke auch ob ich die Woche zum Friseur gehe. Wenn dann würd ich ne leichte Dauerwelle machen und sie kürzer schneiden lassen. Sehne mich nach ner Veränderung. Auf der anderen Seite will ich sie auch nicht so strapazieren. Bin unfähig eine Entscheidung zu treffen. Wie immer halt.

Ich würde am liebsten wieder jeden Tag schreiben. Es tut ganz gut sich auskotzen zu können, wenigstens irgendwo dieser Seite von mit einen Platz zu geben. Aber meistens bin ich zu müde und würde vermutlich dann eh nur mit leerem Kopf vor der Tastatur sitzen.  Und auch jetzt fehlen mir irgendwie die Worte. Ich sollte mir jetzt in den Arsch treten und packen bevor ich dann Anschiss bekomme weil ich noch nicht fertig bin.

EDIT: Kaum war ich 5 Minuten mit dem Packen fertig, kommt mein Vater von der Sitzung heim und entscheidet: wir fahren morgen früh um 7. Na toll. Jetzt darf ich die ganzen Bad-Sachen wieder rauskramen :/ außerdem wäre ich lieber gefahren wenns dunkel ist, da kann man besser dösen und die Hunde schlafen auch eher. Naja, wenigstens noch ein bisschen Entspannung bevor der Stress losgeht.

Enttäuschung und Wut

Der Tag hätte beschissener nicht enden können. Da hab ich einmal vor das Haus zu verlassen und sogar was draußen zu essen, mache mich fertig, finde mein Make-Up sogar akzeptabel und will grade gehen, kommt der Anruf dass es doch anders ist als gedacht. Eine fucking Minute bevor ich gehen will. Weil dies nicht geschissen kriegen sich abzusprechen und ne vernünftige Organisation hinzubekommen. Weil natürlich wieder alles andere wichtiger war als mir früher bescheid zu sagen. Ich bin enttäuscht und wütend. Und ich werde da auch nicht mehr hingehen. Meine Familie verschwendet sowieso schon genug Zeit mit diesem drecks Verein.

Und dann wäre da auch noch meine Mutter. Alle paar Monate teilt sie mir mit dass es sie traurig stimmt und sie sich Sorgen macht dass ich keine Freunde habe und nie was mache. Aber jedes verfickte einzelne Mal wenn ich A. erwähne (btw die einzige Freundin die mich seit dem Kindergarten kennt und zu mir gehalten hat und immer noch was von mir wissen will) kommt nur negatives. Ein Seufzen, ein blöder Kommentar. Gestern z.B. Da hab ich erwähnt dass heute ihr Geburtstagsgeschenk kommt. Wieder nur dieses Seufzen. Als wäre sie wütend dass ich in ihren Augen vermutlich Geld verschwende (ne CD). Ich meine gehts noch? Bilde ich mir ein ihre Freunde abzuwerten. Sie sollte wie ich dankbar sein dass ich sie habe. Aber nein, sie muss es immer schlecht machen. Und wenn ich es einmal wage das anzusprechen ist natürlich gleich die Hölle los. Es kotzt mich so an.

Ich bin zur Zeit ständig nur wütend. Auf alles. Die Welt. Und am meisten auf mich. Blicke zurück auf all die Fehler die ich gemacht habe. Auf meine Entwicklung. Wie konnte ich nur so dumm und unfähig sein. Ich hasse mich selbst dafür. Was aus mir geworden ist.

Ich werde morgen in einer Woche 23. Und habe genau NICHTS erreicht in meinem Leben. Das ist der 6. Geburtstag seit ich beschlossen hatte keinen mehr zu erleben und versucht habe zu sterben. Die 6. Niederlage, die 6. Schande in Folge. Und seitdem hat sich auch nichts geändert. Ich bin immer noch dieser wertlose Haufen Dreck,. Zu nichts zu gebrauchen. Ein Totalversager auf allen Ebenen. Und ich will immer noch sterben. Wenn ich genau darüber nachdenke, ist der Wunsch danach sogar stärker als damals. Vermutlich wächst er schleichend. Jeden Tag ein bisschen mehr. Ich wünschte ich könnte den Egoismus von damals zurückholen. Einfach nicht daran denken was nach meinem Tod wäre. Nur an mich denken und einfach verschwinden können. Das wäre schön…

Ic könnte vermutlich ewig so weiterschreiben, aber ich habe keine Kraft mehr. Sämtliche Energie hatte ich darauf verwendet zu baden, mich halbwegs passabel aussehen zu lassen, mich seelisch darauf vorzubereiten rauszugehen und was zu essen, gegen die Ängste zu kämpfen. Sämtliche Energie verschwendet.

Ich hab mich bereits abgeschminkt und umgezogen. Alles was ich jetzt noch mache ist mich ins Bett legen. Vielleicht noch mit Laptop. Aber eigentlich sollte ich einfach versuchen zu schlafen. Heut passiert sowieso nichts gutes mehr. Und es hilft vielleicht die Gefühle und die Tränen in meinen Augen verschwinden zu lassen.

05. April 2017

Ich würde so gerne darüber schreiben wie gut es mir geht. Wie ich alles schaffe. Und glücklich bin. Aber das wäre gelogen. Und mein Leben besteht wohl schon aus genug Lügen…

Nein, die Realität sieht anders aus. Ich bin durchgehend niedergeschlagen. Nur noch müde von allem. Nichts macht Spaß. Nichts ist gut.

Die letzte Nacht war mal wieder sehr anstrengend. Aber es ist ja auch immer anstrengend wenn einen etwas einholt was man wegschieben will, von dem man sich selbst einreden will es sei in Ordnung. Denn eigentlich ist es das ganz und gar nicht. Ich weiß selbst nicht warum es gerade wieder letzte Nacht hochkam. Vermutlich gibt es auch keinen speziellen Grund, es war wohl einfach mal wieder an der Zeit.

Das leidige Thema Zukunft. Das ewige allein sein. Das Leben mit der Gewissheit dass sich daran auch nichts ändern wird. Dass ich nie genug sein werde. Nie eine Beziehung haben werde, ganz zu schweigen von Kindern. Nicht dass ich welche wollen würde, ich wäre eine schreckliche Mutter. Aber meine Eltern werden nie meine Hochzeit erleben, nie Enkelkinder haben. Und darum tut es mir leid. Sehr sogar…

Ich bin einsam. Es fällt schwer sich das einzugestehen, aber es ist so. Und ich kann daran auch nichts ändern. Ich bin zu unfähig für alles. Freundschaft? Was ist das. Wenn ich ganz ehrlich bin gibt es das in meinem Leben nicht mehr. Die 2 Personen, die ich früher vielleicht noch Freundinnen genannt hätte….wenn ich knallhart ehrlich bin sind es doch nur noch Bekannte. Ein, zwei, Nachrichten die Woche, wenn es super gut läuft. Ein Treffen alle 2 Wochen, ebenfalls wenn es gut läuft. Banalitäten austauschen. Nicht unbedingt was bei mir unter den Begriff Freundschaft fällt. Es gab Zeiten da war das anders. Aber ich vielleicht war ich da auch noch nicht so sozial unfähig. Keine Ahnung. Es ist Vergangenheit. Und irgendwo tief in mir drin resultiert daraus ein stechender Schmerz, den ich in der Regel gut im Griff habe, der aber im Moment wieder versucht die Oberhand zu gewinnen.

Uni wird wohl auch nichts dieses Semester. Hatte mich für 3 Kurse angemeldet, im Losverfahren keinen einzigen davon bekommen. Naja, nichts neues. Wann hatte ich schon mal wirklich Glück im Leben. Stehe jetzt auf der Warteliste, aber ich mache mir keine Hoffnungen. Dann belege ich dieses Semester einfach Kurse, die mich nicht interessieren. Und werde dementsprechend vermutlich keinen einzigen Tag in der Uni sein. Hat vielleicht auch was. Dann muss ich wenigstens nicht das Haus verlassen. Und es spart eine Menge Geld (Zug). Das Geld kann ich gut für die Ausbildung gebrauchen. 200-300 €, je nachdem wieviel reduziert wird, da kann ich jeden Cent der eingespart wird doch gut verwenden.

Ich sehne mich nach Entspannung. Nicht einfach nur rumgammeln, wie ich es eh den ganzen Tag mache. Sondern Momente in denen es mir gut geht, ich nicht von den Sorgen und Ängsten zerrissen werde. Eine Pause von allem. Nichts fühlen müssen. Ich wüsste natürlich, wie ich das bekommen könnte, aber das geht ja nicht. Ich darf keine Spuren hinterlassen. Niemand darf wissen dass es mir nicht gut geht. Schließlich steht ja auch noch das äztliche Gutachten zur Berufseignung an, das darf ich nicht vermasseln.

Ich glaube mittlerweile dass die Tabletten tatsächlich eine Wirkung hatten. Und dass es mir auch durch das Absetzen jetzt Tag für Tag schlechter geht. Aber darüber zu jammern hilft ja auch nichts. Jetzt ist es nun mal so, und ich muss irgendwie versuchen damit zu leben.

Heute werde ich wohl nicht mehr lange aufbleiben. Wir haben Besuch und reden und lächeln ist mir zu anstrengend. Ich bin zu müde….

13 Reasons Why

Ich habe die Serie angeschaut. Gestern um 23:30 angefangen, heute Nachmittag mit den letzten 2 Episoden beendet. Ich war bis halb sieben Uhr morgens wach. Auch wenn ich da schon ausgeschaltet habe, es ist nichts worauf es sich gut schlafen lässt. Ich war dann bis 14:30 im Bett, bevor ich mich mit roten, geschwollenen und brennenden Augen ins Bad geschleppt habe….

Natürlich musste ich es tun, obwohl ich sehr genau wusste dass es ein Fehler ist. Ich kenne das Buch, habe es mehrmals gelesen.

Es sind nicht die Menschen und ihre grausamen Handlungen, die aufgezeigt werden, was mich so fertig macht. So etwas überrascht mich nicht mehr, kann mich nicht mehr schocken. Selbst wenn ich das Buch nicht gekannt hätte. Ich denke das bringt meine Vergrangenheit so mit sich. Ich erwarte von Menschen sowieso nur noch das Schlimmste. Auf diese Art spart man sich Enttäuschungen. Klar, viel des gezeigten hat starkt getriggert, vor allem an Erinnerungen aus der Vergangenheit (Trauma) gezerrt. Aber es war nicht das Schlimmste.

Das Schlimmste waren die Szenen der Eltern. Zu wissen dass das meine hätten sein können, zu wissen dass man ihnen das antun könnte. Das dieser weinende Mensch der am Ende seiner Kräfte ist meine Mutter sein könnte. Ich habe sie schon einmal so erlebt. Naja nicht genauso, denn ich lebte noch. Aber nahe dran. Ein Gefühl, eine Erinnerung die sich tief in mich eingebrannt hat.

Ich habe lange nicht mehr so sehr geweint wegen einer Serie/eines Films. Und ich bin jetzt einfach nur fertig. Ich habe Kopfschmerzen. Ich schaffe es nicht mal ein Lächeln aufzusetzen. Ich beschwere mich nicht, ich wusste es würde so kommen. Und ich bin  wütend auf mich selbst. Wütend, denn es existiert immer noch dieser Teil in mir, der sich an Hannah’s Stelle wünscht. Sich wünscht ebenfalls tot zu sein. Verschwunden. Nicht mehr existierend. Ich schaffe es nicht diesen Teil in mir auszulöschen. Dafür hasse ich mich….

Um diesen völlig negativen Post nicht negativ zu beenden: Die Musik der Serie ist richtig gut 🙂 (Ok, ich gebs zu, dass war ein miserabler Versuch, aber hey, was anderes fällt mir nicht ein…)

01. April 2017

Ich wollte diesen Monat positiv angehen. Auch wenn er nichts positives für mich bereithält. Geburtstag, neues Semester,alles andere als Gründe sich zu freuen. 

Aber jetzt weiß ich schon, dass das mit dem positiv bereits gescheitert ist. 

Denn wenn dir was zu essen gebracht wird und im selben Moment gefragt wird warum dein Arsch so groß und fett geworden ist, und dann darauf rumgeritten wird dass du Sport machen musst, dann bricht sämtlicher Wille positiv zu denken und zu fühlen zusammen. 

Sobald sie weg war nur noch geheult. Es tut so versammt weh sowas ständig zu hören. Eigentlich täglich. Was das betrifft hat meine Familie aus den letzten Jahren absolut nichts gelernt. 

Also ungesund abnehmen. Kotzen ist nicht drin, das könnte in den Blutwerten bemerkt werden. Also hungern. Und jetzt gehe ich für den Rest des Nachmittags aufs Laufband. Mir egal ob mein Körper danach komplett im Arsch ist. 

Wenn sowas ständig von der eigenen Familie kommt, kann man erst recht nicht mehr unter Menschen gehen. Es ist zu peinlich. Die Demütigung ist zu groß. 

Das schlimmste an allem ist, dass ich niemandem die Schuld geben kann außer mir selbst. 

Den Vertrag hab ich gestern abgeschickt. Die Angst etwas falsch gemacht zu haben, dass es doch nicht klappt, hat mich fast die ganze Nacht nicht schlafen lassen. 

Leben ist so verdammt anstrengend. Warum kann ich nicht einfach aufhören zu existieren?