Whatever 

Kurz vor drei Uhr morgens. Ich sitze im Garten. Ich hatte erwartet dass es kälter wäre, immerhin hab ich kaum was an. Aber vielleicht spüre ich es auch einfach nicht. 

Nach ca. Einer Stunde im dunklen Zummer machte meine Mutter die Tür auf und meinte mein Rhythmus wäre ohnehin schon so schlecht und ich solle doch nachts schlafen. Ich glaube nicht dass ihr überhaupt die Frage in den Sinn kam, warum ich so früh schon wieder im Bett liege. Also hab ich mich aus dem Bett gequält und während meine Eltern spazieren waren habe ich mein Gesicht bearbeitet „normal“ auszusehen. 

Und kaum waren sie im Bett, flossen die Tränen wieder. Und ich bin seitdem nicht in der Lage meine Augen wieder unter Kontrolle zu bringen. Mir graut es beim Gedanken daran, wie ich morgen bzw. heute aussehen werde. Bei dem Gedanken, was diese Tränen wieder mit meiner Haut anrichten werden. Aber ich kann nicht aufhören. 

Der Schmerz, die Angst zerreißt mich. Der Wunsch zu sterben ist so gewaltig, und das Wissen dass ich nicht in der Lage bin der Familie das anzutun tötet mich innerlich. 

Ich rauche eine nach der anderen. Zittere so sehr dass dieser Text ohne Autokorrektur vermutlich nicht lesbar wäre. 

Meine Gedanken wandern von einem Fehler, einer Erinnerung, einer Angst zur nächsten. Habe versucht an positives zu denken – und bin jämmerlich an dieser Aufgabe gescheitert.

Möchte mir weh tun, anderen Schmerz fühlen, aber die Angst weitere Spuren auf meinem Körper zu hinterlassen ist zu groß. 

Ich sehne mich nach dem Ende dieser Tortur. Nach den endlosen Leere die nach so einem „Ausbruch“ immer folgt. Wie viele Minuten, wie viele Stunden muss ich noch darauf warten? Wieso war ich so dumm und habe keine Schlaftabletten genommen als ich es nicht konnte? 

In meinem Kopf machen sich hämmernde Kopfschmerzen breit, als würde mein Gehirn von innen anschwellen bis mein Schädel dem nicht mehr standhalten kann… wie immer wenn ich so viel weine. 

Ich will nur dass es aufhört. Habe ich das alles verdient? Vermutlich ja. Ich frage mich wie das alles werden wird wenn ich endgültig keine Tabletten mehr habe. Ob alles schlimmer werden wird. Habe es oh schon ausgereizt. Oft eine ganze Woche lang keine genommen, damit sie länger halten. Mittlerweile ist das sogar den Eltern aufgefallen, und es wird immer schwieriger die Tage an denen ich sie nicht nehme vor ihnen zu verheimlichen. Aber vielleicht ändert sich auch gar nichts. Vielleicht haben sie ja nie geholfen und es war alles nur Einbildung. Würde mich auch nicht groß wundern. 

Mir wird gerade bewusst dass ich mich mit dem schreiben verzweifelt versuche auf etwas zu konzentrieren. Aber auch das funktioniert nicht. Meine Augen produzieren weiter diese salzigen, Haut zerstörenden, verräterischen Wassertropfen. 

Der Wunsch einfach doch jetzt noch 2 oder 3 Schlaftabletten zu nehme ist gigantisch. Aber ich muss morgen aufstehen. Passabel aussehen. Brauche einen halbwegs klaren Verstand wenn die Maske unter all den Leuten sitzen soll. Also ist auch das keine Option. 

Also wieder ins Bett, und hoffen dass es nicht mehr allzu lange andauert. Und dann wieder irgendwie weitermachen. Wofür auch immer.   

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es ist mal wieder so weit

alles wieder unter null. Möchte weg aus dieser Welt diesem Leben. Möchte mich verstecken, davonlaufen. Kennt ihr das Gefühl im Körper, wenn man kurz davor ist loszuheulen, es nicht mehr zurückhalten kann? Möchte schreien, mir weh tun, mich zerstören. Möchte dass der Schmerz aufhört. Nicht mehr fühlen, nicht mehr erinnern, nicht mehr denken. Nicht mehr existieren. Bin vor viel Stunden aufgestanden, und gehe jetzt wieder ins Bett, denn ich ertrage es nicht mehr. Und es ist der einzige sichere Ort. Der einzige Ort an dem ich „ich“ sein kann. Der einzige Ort an dem ich den Tränen freien Lauf lassen kann, an dem ich mich vor Schmerz krümmen kann. Der einzige Ort, an dem keine Maske auf meinem Gesicht liegen muss.

Am Montag hätte ich noch Mathe Klausur. Aber ich werd nicht gehen. Bekomme eh nichts geschissen in meinem verfickten Leben. Also was solls.

Morgen muss und übermorgen muss ich notgedrungen das Haus verlassen. Aber das wars dann für eine richtig lange Zeit. Ertrage es nicht.

Ach ja Fun Fact am Rande: Meine Tabletten gehen in exakt 20 Tage aus. Bin zu feige bei Frau Psychiaterin anzurufen und einen Termin auszumachen, also wars das auch mit der medikamentösen Therapie. Aber egal. Ist doch alles egal.

Das einzige was noch  zählt ist am Leben zu bleiben. Für die Familie. Eltern sind Gott sei Dank viel zu sehr mit wichtigerem (Verein) beschäftigt um meinen Zusammenbruch in wenigen Mitnuten zu bemerken. Um überhaupt zu merken dass ich nach vier Stunden wieder ins Bett verschwinde. Die Buchstaben fangen an vor meinen Augen zu verschwimmen. Zeit so schnell wie möglich ins dunkle Zimmer zu fliehen. Wo mich keiner sieht. Wo ich hingehöre….
PS: da das Internet voll von diesen „guten Menschen“ ist die sich jetzt denken: Hör auf zu jammern sonstwo auf der Welt ist Krieg und Leid und in dieser Sekunde stirbt ein Kind… ja verfickt nochmal das weiß ich und ich hasse mich dafür und glaubt mir wenn es irgendwie möglich wäre würde ich mit diesem Kind tauschen. Aber ich kann es nicht. Sorry for being this fucked bitch. 

Musste jetzt auch mal raus. Ich lese zu viel im Internet. Sollte das lassen….

09. Februar 2017

Heute ist mal wieder einer dieser Tage. Einer der schlimmsten. Einer an dem ich zur Gänze von der Dunkelheit in mir aufgefressen werde. Von der Trauer, der Hilflosigkeit, der Einsamkeit, dem Schmerz.

Heute Nacht wurde ich wach und merkte das mein Gesicht, meine Haare… alles war nass von den Tränen die aus meinen Augen kamen. Und dann realisierte ich dass es wegen dem Traum war. Kein Alptraum wie üblich, aber dennoch…kein Traum der mich positiv stimmt. Ich habe geträumt dass ich mich ausgesprochen habe, einfach alles mal rausgelassen habe, und dass ich verstanden und getröstet wurde. Ich bin nicht mehr ganz/ zu 100% sicher, aber ich glaube die Person der ich mich geöffnet habe war meine ehemalige Therapeutin. Das Schlimme an diesem Traum ist nicht der Inhalt selbst, sondern die Erkenntnis dass es eben nur ein Traum war/ist. Dass ich in der Realität niemanden habe mit dem ich so offen und ehrlich reden kann. Und das tut weh.  Die Erkenntnis wie allein man doch ist. Sich das eingestehen zu müssen.

Es hat ewig gedauert mich wieder zu beruhigen und noch länger bis ich dann wieder schlafen konnte. Dementsprechend fertig war ich als ich mich um fünf aus dem Bett gezwungen habe. Viel Kaffee, frische Luft und Nikotin haben auch nichts gebracht. Bin immer noch todmüde. Und dass der Prof die Mathe Vorlesung mit den Worten „Das reicht dann aber auch, da das Zeug eh nicht prüfungsrelevant ist“ beendet hat macht es auch nicht grade besser. Ich hätte über 3 Stunden länger schlafen können. Aber nein, ich habe mich völlig sinnlos hier her gequält und darf jetzt noch 2 Stunden bis zur nächsten Veranstaltung totschlagen. Natürlich könnte ich lernen, aber die Betonung liegt hier wohl auf könnte. Kann mich nicht im Geringsten mehr konzentrieren, und in meinem Kopf pochen schon die Anzeichen für gewaltige Kopfschmerzen. Würde am liebsten heim fahren, aber das geht nicht. Was er nachher in der Zentralübung macht könnte zu wichtig für das Bestehen der Klausur sein. Will ich nicht riskieren.

D.h. zusammengefasst mir geht es beschissen, ich will eigentlich nur noch tot sein, möchte heulen, schreien, schlafen, und muss diese Gefühle noch bis 16 Uhr aushalten ohne etwas davon nach außen zu zeigen, bevor ich mich endlich in mein Bett verkriechen kann. Und die nächsten 2 Stunden auch noch ohne richtige Beschäftigung. Zum kotzen. Vielleicht versuche ich ein bisschen zu lesen, obwohl ich bezweifle dass daraus viel wird bei meiner Konzentration. Vielleicht auch ein bisschen YouTube, egal, ich brauche ABLENKUNG….

Der Drang zu schneiden war seit Monaten nicht mehr so heftig wie jetzt…..