Die Angst die lähmt 

Schon seit Wochen spüre ich, dass mein derzeitiger Lebensweg mich nicht weiter ins Leben führt, sondern in die Dunkelheit, auf den Weg Richtung Tod. 

Ich glaube es liegt daran, dass ich immer noch nicht das mache was mich ausfüllt. Schon länger merke ich immer deutlicher, dass studieren nicht mein Ding ist. Immer wieder erwische ich mich dabei, mich an das Probearbeiten in den 2 Arztpraxen zurückzuerinnern. Dass mir das unglaublich Spaß gemacht hat, wie interessant alles war. Und wie befriedigend das Gefphl war nachhause zu kommen und zu wissen dass man an diesem Tag etwas getan, etwas geleistet hat. 

Ich bin mir durchaus bewusst dass eine Ausbildung kein Spaziergang ist, anstrengend und schwierig ist, aber ich schaffe es nicht den in den letzten Wochen/Monaten beständig wachsenden Wunsch, das Studium zu beenden und eine Ausbildung anzufangen, abzuschütteln. 

Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, diesen Schritt der Veränderung würde ich niemals schaffen. Zu groß ist die Angst. Die Angst was andere sagen, die Angst davor sich vor allen rechtfertigen zu müssen, die Angst es nicht genommen zu werden, die Angst vor allem. 

Genug davon. Ich muss es irgendwie schaffen das loszuwerden, und einfach wie gehabt weiterzumachen. Ich weiß nur nicht wie. 

Allgemein bestimmt die Angst mein Leben wie gehabt. Angst zu versagen, Angst zu enttäuschen, Angst dass etwas passieren könnte, Angst vor der Zukunft. Die Angst lässt mich nie zur Ruhe kommen, und vor allem nachts ist es die Hölle. Ich brauche Stunden bis ich schlafe, und wenn ich mal zwei Nächte nicht mit heulen verbringe, ist es der pure Luxus. 

Ich habe die Hoffnung, Erleichterung darin zu finden es wenigstens hier mal rausgelassen zu haben. Mal sehen wie das für mich ausgeht…

15. Januar 2016

Es ist Monate her seit ich das letzte Mal auf wordpress war. Und es ist so einiges passiert in der Zeit. Und trotzdem habe ich nicht geschrieben. Hauptsächlich, weil ich es mir nicht erlaube. Denn schreiben bedeutet ganz viel jammern, und das darf ich eigentlich nicht. Und selbst wenn ich es mir erlauben würde, meistens, wenn ich zuhause hin, habe ich nicht die Kraft mich mit mir und meinen Gedanken auseinanderzusetzen. Aber egal.

Ich wurde operiert (furchtbare Erfahrung inklusive Panikattacke bei Narkoseinleitung), der Chirurg hats gut gemacht (ein bisschen sind die Nerven schon geschädigt, in Richtung linkes Ohr ist mein Gesicht ein bisschen taub, und mein linker Mundwinkel bewegt sich weniger beim sprechen als der andere, aber meine Mutter meint das merkt man kaum. Und eigentlich ist es mir auch egal. Mir wird es immer gleichgültiger wie ich aussehe. Irgendwas in mir hat was das angeht angefangen komplett aufzugeben. Ich bin fett, hässlich und kann es ja eh nicht ändern. Und wozu? Wer weß wie lange ich noch lebe, da muss ich nicht auch noch Kraft für sowas verschwenden….

Ich befinde mich wieder in einer steilen Abwärtsspirale, und irgendwie hab ich das Gefühl dass es schlimmer wird als die letzten Male.

Ich war glaube ich vor 4 Monaten (mehr oder weniger) das letzte Mal bei Fraus Psychiaterin. Und ich schaffe es nicht einen Termin auszumachen. Habe Angst davor. Also lass ich es sein, und sehe zu wie meine Tabletten dahinschwinden. Vielleicht hör ich dann einfach auf welche zu nehmen. Bringt ja eh nichts.  Bringt alles nichts.

Was Uni angeht habe ich sämtliche Motivation, jeden Funken Ehrgeiz verloren. Ich weiß dass ich lernen müsste, in am 13. Februar ist die erste Klausur, aber ich schaff es nicht. Es ist mir egal geworden. Vermulich weil ich innerlich weiß dass ich das Ende des Studiums sowieso nicht erleben werde. Weil ich zu müde vom Leben bin. Weil ich zu große Angst vor der Zukunft habe und sie deswegen nicht erleben will. Ein Teufelskreis. Außerdem habe ich durch Krankheit und die anschließende OP inklusive stationärem Aufenthalt und Erholungsphase ne Menge Stoff verpasst….

Die Nächte werden immer mehr zur Qual. Zur reinen Folter.  Ich nehme jeden Abend mind. eine, meisten 2 Tabletten, sonst funktionert schlafen gar nicht, und selbst dann ist der Schlaf unruhig und voller Träume. Und die Zeit bevor ich schlafe….ist die schlimmste Zeit von allen. Denn sobald ich in der Stille meines dunklen Zimmers bin, fließen die Tränen die ich sonst mit aller Macht zurückdränge. Meistens schütteln mich die Tränen dann so stark, dass ich mein Schluchzen in einer wand aus Kissen und der Decke ersticken muss. Meist habe ich Probleme zu atmen vor laute Schmerz und Verzweiflung. Je nachdem wann und wie viele Tabletten ich genommen habe, dauert es viel/wenig Zeit bis ich schlafe. Ich schlafe dann vor Erschöpfung ein, und nicht weil ich mich beruhigt habe. Das kann ich nämlich nicht. Ich stehe zwischendurch auf, und gehe ins Bad wo ich mein Gesicht mit eiskaltem Wasser wasche, und nehme einen feuchten Waschlappen mit den ich mir auf die Augen lege. Das und das MakeUp am nächsten Morgen verhindern in der Regel dass meine Eltern etwas merken, nur ein, zwei Mal in den letzen Wochen hat meine Mutter eine Vermutung angedeutet.       Die restliche Zeit sitzt die Maske.

Hinzu kommt dass ich mit dem rauchen aufgehört habe. Körperlich war es kein Problem. Aber ich habe festgestellt dass ich psychisch dadurch immens an Gleichgewicht verloren habe. Es ist schwieriger tagsüber die Tränen zurückzuhalten. Schwieriger sich zu beruhigen, schwieriger den Stress zu ertragen. Wenn es nach mir ginge würde ich sofort wieder anfangen. Aber das würde endlose Diskussionen mit meinen Eltern nach sich ziehen, die sich damit nie abfinden würden, und dafür fehlt es mir an Kraft. Und überhaupt, dieses ganze beschissene Leben mache ich nur um sie glücklich zu machen, und wenn nicht rauchen dazu beiträgt dann soll es wohl so sein….

Ich habe kaum noch soziale Kontakte. Schreibe kaum noch mit K. oder A. , die einzigen die ich Freunde nennen kann. Ich gehe nicht mehr schießen, ich lese kaum, und auch mit meinen Eltern unterhalte ich mich kaum. Es stört mich meistens nicht, denn es ist einfacher so. Und ich kann die Kraft dafür für andere Dinge einsetzen. Nur manchmal, in schwachen Momenten, denke ich darüber nach wie es wohl wäre Menschen zu haben mit denen man reden kann, offen und ehrlich. Nicht ganz so allein zu sein…Mit J. ist der Kontakt zusammengebrochen. Meine Schuld, erst hab ich ihn immer vertröstet weil ich keine Zeit für ein Treffen habe, dann hab ich ihm nicht mehr geschrieben. Aber egal. Erspart mir doch so einiges.

Mir graut es vor den nächsten Wochen. Vor den Klausuren. Vor dem Selbsthass, den Panikattacken, der Verzweiflung und den Nächten. Weiß nicht wie ich es schaffen soll. Aber igendwie muss es ja gehen.

 

Diesen Blog werde ich vermutlich aufgeben. Es bringt nichts. Das war wahrscheinlich der letze Eintrag hier. Ich sehe keinen Sinn mehr darin. Klar, es ist eine Erleichterung es wenigstens hier rauslassen zu können, aber sobald ich es mir nochmal ansehe überkommt mich eine Welle der Übelkeit, so seh verabscheue ich die Worte die ich schreibe. Das Gejammer, diese erbärmlichen, verachtensweren Sätze. Er stärkt nur den Selbsthass. Da ertrage ich lieber den Druck es in mir zu vergraben. Mal schauen. Ich lass es mir offen, aber ich bezweifle es….