Von dieser komischen E-Mail….

Habe gerade meine Uni-Emails angeschaut. Einfach nur weil das täglich gemacht werden sollte und ich es mir so angewöhnt habe. Meistens sind es eh nur Benachrichtigungen dass Dozenten was online gestellt haben oder Stellenangebote die der Lehrstuhl an alle weiterleitet.

Ich versuche gerade irgendwie am eigentlichen Thema vorbei zu schreiben…

Jedenfalls war da eine E-Mail von dem einen Doz4enten, wo ich das Fach schon vor der Klausur in den Sand gesetzt hab. Er möchte mir nach unserem gestrigen „Gespräch“ (das waren kaum fünf Sätze die da gewechselt wurden) die psychologische Beratung der Uni empfehlen, sogar mit Link, und er wünscht mir unabhängig davon, ob ich weiter studiere oder nicht, viel Glück und Erfolg. Im ersten Moment musste ich fast lachen, weil ich und zur Beratung gehen :’D , aber dann kam der Schock. Wie kommt der denn nach ein paar Sätzen auf die Idee, dass ich das brauchen könnte?! Ich mein ja, ich war echt fertig, aber der Raum war eh schwach beleuchtet, mein Gesicht (hab die Sonnenbrille natürlich abgesetzt während wir „geredet“ haben) konnte er im Leben nicht so genau sehen….

Ich mache mir Gedanken über meine Wirkung nach außen….Muss mehr Konzentration und Aufmerksamkeit darauf richten. Das ist etwas dass ich mir nicht erlauben darf…

Aber ist schon komisch…..keiner merkt wie es mir geht, aber ein wildfremder, der mich davor nicht gekannt hat, mit dem ich nicht mal wirklich geredet hab, kommt auf die Idee ich könnte vielleicht Hilfe brauchen…während meine Eltern nichts mitkriegen (zum Glück!!!) Naja, ich denke ich werde antworten und mich bedanken, einfach weil es höflich ist, aber mehr auch nicht. Irgendwie ist das alles echt absurd :’D

Meine Eltern haben bisher nichts gemerkt. Es sei denn meine Mutter hat daran gearbeitet sich nichts anmerken zu lassen. Normalerweise kann sie sich nicht lange zurückhalten, wenn sie germekrt hat dass ich mich wieder verletzt habe….Ich denke das wird schon….

Ich wurde heute durch die Hitze richtig kreativ. Auf der einen Seite gehts leider nicht ohne Verband, aber auf der anderen hab ich es geschafft alles mit Pflastern abzukleben, und dass ohne die Wunden mit der „Klebefläche“ zu berühren. War gar nicht so einfach mit diesen ganz normalen Pflastern…muss mal wieder große kaufen. Das hatte ich gestern beim einkaufen gar nicht mehr im Kopf….

Morgen gehe ich nicht in die Uni. Ich müsste um 5 aufstehen, und ich habe letzte Nacht eh nur 4 Stunden geschlafen, und dass auch nicht besonders ruhig. Und ich war heute insgesamt 10 Stunden unterwegs. Mir fehlt da im Moment die Kraft zu. Bekomme sehr schnell Kopfschmerzen, und meine Nerven sind bis zum zerreißen gespannt, was vor allem dann bemerkbar wird, wenn ich mich mal wieder über andere Menschen zu sehr aufrege; z.B. heute im Zug als so ne Tussi meinte sich fett mit Parfum einsprühen zu müssen, und das ein paar Minuten später gleich nochmal. War so richtig widerlich süß, hat sich während der Fahrt auch nicht wirklich verflüchtigt, und als ob es nicht gereicht hätte dass es meine Kopfschmerzen ungefähr verdoppelt hat, mir ist so schlecht davon geworden… Und da hab ich mich mal wieder (meiner Meinung nach unverhältnismäßig) über egoistische Menschen die keinen einzigen Gedanken an ihre Umgebung verschwenden aufgeregt (Twitter ist mein Zeuge :D) Normalerweise ärgert mich das zwar auch, aber nur kurz und dann is auch wieder gut….Aber zur Zeit….Bin sehr empfindlich….

Jetzt ist es schon 00:15 Uhr, ich hatte eigentlich vor wach zu bleiben bis meine Eltern wiederkommen (ein weiteres Anzeichen dafür, dass sie nicht ahnen wie schlecht es mir geht – sie lassen mich echt lange am Stück allen – Nicht das es mich stören würde ^^). Aber ich bin so so müde, ich werde mich jetzt so schnell wie möglich in mein Bett retten.

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29.  Juni 2016

Was für eine Nacht. Die schlimmste dieses Jahr bisher. Hab nicht aufhören können zu heulen, hab teilweise kaum noch Luft bekommen, und musste sämtliche Geräusche im Kissen ersticken um meine Eltern nicht aufzuwecken. Nach 2 Stunden Schlaf konnte ich um 5 einfach nicht aufstehen. Erst um 8 hab ich es dann geschafft mich dazu zu zwingen. Im Bad hab ich dann festgestellt dass meine linke Hand ungefähr doppelt so dick war wie die rechte, vom Druckverband über Nacht. Aber hey, immerhin hab ich keine Blutflecken im Bett hinterlassen. Der Blick in den Spiegel hat mir dann den Rest gegeben. Augen total rot und fett geschwollen. Mein Gesicht total „verklebt“ vom Salz der Tränen. Erst mal versucht schadensbegrenzung zu betreiben. Wenig erfolgreich. 

Mittlerweile bin ich in der Uni. Nur um mir nen Anschiss vom Dozenten abzuholen. Aber habs ja nicht anders verdient. Kann mir mit Sonnenbrille rumrennen. Meine Augen sind total lichtempfindlich, ohne die Sonnenbrille gehen sie so weit zu dass ich fast nichts sehe. Meine Hand ist zum Glück nur noch ganz ganz leicht geschwollen. Blöd ist nur dass ich mir heute morgen beim Verband wechseln wieder alles aufgerissen hab. Überlege morgen früh zu meiner Ärztin zu gehen und G. (Arzthelferin meines Vertrauens) um Gaze (schreibt man das so?!) zu bitten, dass es wenigstens nicht immer aufreißt…. Nach Uni noch neue Klingen kaufen gehen. Brauch ich einfach… 

Und zuhause dann weiterhin versuchen die Augen und Verbände vor den Eltern zu verstecken. Wenigstens kann ich bei den Augen noch sagen dass die Klimauim Zug schuld ist und ich mich erkältet hab… 

Und mich dann hinter die Recherche fürs Projektmanagement Referat klemmen. Ich hasse es, sowas nicht allein zu machen. So muss ich einfach alles richtig machen, kann den anderen ja nicht hängen lassen… So ätzend. 

Ja ja, ist das Leben nicht schön?

26. Juni, Teil 2

Die Zugfahrt nachhause war interessant. Weiß eigentlich nix mehr davon. Aber mein Unterbewusstsein hat den Weg wohl gefunden.

Wollte die Abwesenheit meiner Eltern nutzen, und mal wieder auf ganzer Länge versagt. Habe nur noch 1 Packung „gute“ Klingen, und ich hab mal wieder keine Ahnung wo ich die wieder versteckt habe. Musste also ne alte „schlechte“ nehmen, und das hat auf den Narben an den Armen halt überhaupt nicht funktioniert. Wenigstens hats n bisschen geblutet, aber es reicht einfach nicht. D.h. ich werde morgen einkaufen gehen. Vielleicht besorg ich mir auch mal wieder ein paar Butterflys, das wäre zumindest was das verheimlichen angeht viel einfacher…aber es würde auch der „Schmerz“ fehlen…Keine Ahnung. Ich geh morgen einfach mal einkaufen und schau was sich ergibt.

Habe vorhin in den Spiegel geschaut. und bin echt erschrocken. Nicht weil ich so hässlich und fett bin, das ist ja nichts neues, aber ich sehe wirklich fertig aus. Mascara hängt sonst wo…meine Augen sehen total leer und kalt aus, und ich seh allgemein nur noch fertig aus, blass und kaputt. Oder seh ich das nur, weil ich weiß wie es in mir drin aussieht? Ich weiß es nicht. Meine Eltern haben jedenfalls nichts gesagt. Nur meine Mutter hat mich gefragt ob mir kalt ist, weil ich mit Jacke rumlauf. Aber selbst wenn sie es mitkriegen, es ist mir so egal, und ich habe nicht vor mit ihnen darüber zu reden und mich mal wieder zu rechtfertigen…

Alles im Arsch. Überlege, morgen nur zum einkaufen in die Uni-Stadt zu fahren, und einfach nicht in die Uni zu gehen. Ist sowieso umsonst. Möchte nur noch alles hinschmeißen. Möchte mich in meinem Zimmer einsperren (was technisch gesehen gar nicht geht denn ich habe keinen Schlüssel), die Welt ausblenden und mich nur noch aufs atmen zu konzentrieren….

Sitze hier auf der Couch und weiß nichts mit mir anzufangen. Schlafen geht nicht, Gehirn gibt keine Ruhe. Und zu allem anderen habe ich einfach nicht die geringste Lust. Vielleicht nehme ich auch gleich die doppelte Dosis von meinen Schlafhelfern, lege mich ins Bett und warte bis der Schlaf mich erlöst. Dann wäre wenigstens dieser Tag vorbei. Aber dann bleibt immer noch die Tatsache, dass es morgen weitergehen muss. Und ich weiß nicht wie….

Wenigstens hier kann ich alles rauslassen….

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28. Juni 2016 oder wie ich alles kaputt mache.

Gestern war ein totaler Scheiß-Tag. Nachdem meine Mutter mal wieder einen Kommentar zu meinem Essverhalten und meiner Figur abgeben musste, bin ich zusammengebrochen, bin den ganzen Tag nur im Bett gelegen und hab mit keinem gesprochen. Letztendlich hab ich wieder mit ihr gesprochen, Streit hasse ich einfach zu sehr. Heute morgen ne Email von Mama bekommen. Sie meint es tut ihr leid und der Rest der Mail war eine Aufzählung der Dinge die ich zuhause falsch bzw. gar nicht mache. Und sie hat ja Recht….

Und heute kam dann wohl sowas wie der letzte Stoß in Richtung Katastrophe. In einem Fach nicht zur Klausur zugelassen worden. Diese 2 Worte „nicht bestanden“, waren wie Schläge direkt ins Gesicht. Bin grade im Zug auf dem Weg in die Uni, hab es gerade gelesen. Bin nur so halb anwesend. Fühle mich innerlich tot. Schäme mich so unendlich. Hasse mich so sehr. Wie gerne würde ich jetzt einfach nicht in die Uni gehen, ein paar Apotheken abklappern und alles was zuhause so fehlt kaufen gehen. Und dann allem ein Ende setzen. Aber natürlich bin ich brav, und funktioniere weiter, versuche weiter mich durch jeden Tag zu kämpfen. Aber ich habe keine Kraft mehr. Weiß nicht ob ich überhaupt noch gegen kotzen und schneiden ankämpfen will. Ich will nicht mehr kämpfen, ich bin müde, so unendlich müde…
Weiß nicht wie ich das meinen Eltern sagen soll. Da kommen eh nur Vorwürfe und Enttäuschung. Vielleicht sage ich es einfach nicht. Lügen, lächeln, weitermachen. Dann müsste ich halt einmal so nach Uni-Stadt fahren und Zeit totschlagen während sie denken ich schreibe Klausur….Was solls. Das krieg ich auch noch hin….
Ich bin so ne Versagerin. Ich mag nicht mehr. Überlege einfach alles hinzuschmeißen, mich in meinem Zimmer zu verkriechen und nie wieder rauszukommen. Brauche Bestrafung, vielleicht ein paar Schläge wenn ich nach Hause komme. Oder auch ein paar Schnitte. Ginge nur am Oberschenkel, und da hab ich so wenig Kontrolle, da ist es schwer das klein zu halten….Aber ist doch auch schon egal eigentlich. Verdient hätte ich es ja. 
Möchte gar nicht mehr zuhause sein. Aber sonst auch nirgendwo. Also kann ich nur verlieren. Muss nachhause und weiter lächeln und die Tränen bin zur Nacht zurückdrängen….
Ich weiß wirklich nicht wie das so weitergehen soll. Mir geht die Kraft aus. Mir fehlt der Wille. Ich weiß nicht mehr wie ich das noch weiter durchhalten soll….
 

EDIT: es ist schon irgendwie beängstigend, wie egal mir auf einmal alles ist. Von einer Sekunde auf die andere bin ich total ruhig. Als wäre der Anteil in mir den es noch interessiert hat einfach verschwunden. Alles was jetzt noch zählt ist weiter atmen. Alles andere? Drauf geschissen. Werde mir erst mal ein paar Schnitte gönnen wenn ich daheim bin. Wenigstens etwas, dass ich kann. Und vielleicht kann ich dann für einen kurzen Augenblick richtig durchatmen und einfach nur „da“ sein. 

  
    
 

13. Juni 2016

Ich liege hier in meinem Bett, nach einem unglaublich langen Tag voller Ablenkungsversuche und Gedanken wie Stiche direkt ins Herz. 

Nachdem ich endlich im Bett war, habe ich nachgegeben, die Tränen, die ich den ganzen Tag über zurückgehalten habe, einfach laufen lassen. 

Jetzt bin ich ruhig. Leer. Da ist keine Emotion mehr in mir. Einfach nur nichts. 

Habe mich soeben von einer weiteren Prüfung bzw. dem Überblickspaper abgemeldet. Das wäre dann schon die zweite. Aber ich schaff es einfach nicht. Versagerin.Versagerin.Versagerin.

Ich habe keine Kraft. Für nichts mehr. Die letzte Energie in mir wird dafür verwendet am Leben zu bleiben. Egal wie viel es kostet. Alles was mich in diesem Zustand hält ist die Verantwortung, und auch die Schuldgefühle. Zustand, das ist ein viel besseres Wort als „Leben“. Denn leben ist das was ich hier mache bei weitem nicht mehr. Der Wunsch zu sterben ist so gewaltig… Aber die Verantwortung ist größer. Und es zerreißt mich. Es ist ein Schmerz, den man mit Worten nicht beschreiben kann. 

Ich schäme mich so sehr. Wie kann man nur so erbärmlich sein?! Hasse mich. Kann gar nicht mehr in den Spiegel schauen, denn das ertrage ich einfach nicht mehr… 

Wie konnte es nur wieder so weit kommen? Wieso habe ich nicht früher irgendwo die Bremse gezogen? Wieso hab ich es nicht erkannt, nicht bemerkt? Wieso bin ich so verdammt kaputt? Womit hab ich das verdient? Wieso kann ich nicht einfach normal sein, wie die anderen auch? Wieso kann ich nicht funktionieren? Wieso darf ich nicht auch glücklich sein? Was habe ich getan, um das alles zu verdienen? 

Und morgen stehe ich wieder auf. Mache mich fertig, setze meine Maske auf, und fahre in die Uni. Immer mit der Hoffnung, das irgendetwas passiert. Dass ich überfahren werde. Dass einfach jemand kommt und mich tötet. Oder dass ich eine tödliche Krankheit bekomme… Wieso trifft es eigentlich immer die falschen? Die die leben könnten, glücklich sind, werden einfach so auf brutalste Art aus dem Leben gerissen. Und ich bin hier gefangen… Und ja, ich weiß wie schrecklich und krank und verachtenswert diese Gedanken sind. Aber sie sind nun mal da. Die ungeschönte, miese Wahrheit. 

Und wieder so ein Haufen Selbstmitleid. Jämmerlich. Aber irgendwo braucht es seinen Platz, sonst ersticke ich endgültig daran… 

Und das wars dann auch mit der Ruhe, da kommen sie wieder, die Tränen. 

12. Juni 2016

Dieses Wochenende war Oberbayrische Meisterschaft bei uns. Das hieß Arbeit. Gestern von 09:00 Uhr bis 21 Uhr auf den Beinen gewesen. Danach war ich so gut wie tot.

Heute lief dann alles aus dem Ruder. Hab heute Mittag einen kompletten Zusammenbruch gehabt. Konnte die Tränen einfach nicht mehr zurückhalten. Bin zuerst auf die Toilette, aber in der Pause kamen da dann natürlich auch Leute rein, also hab ich mich auf dem Parkplatz zwischen Autos versteckt. Geheult,  extreme Panik gehabt dass mich jemand sehen könnte, und nur noch gegen den Drang gekämpft mir mit den Zigaretten ein paar fette Brandblasen zu verpassen. Irgendwie hab ich dann die Kontrolle zurückgewonnen, aber ich war einfach nur noch fix und fertig. Bin jetzt auch früher gegangen, und helfe nicht mehr beim Abbau. Ich hasse mich dafür aber ich kann einfach nicht mehr. Mein Kopf fühlt sich an als würde er gleich explodieren, so heftige Kopfschmerzen (die 2 Tabletten die ich bisher genommen habe haben genau nichts gebracht) hatte ich schon lange nicht mehr.

Und auch psychisch bin ich komplett am Ende. Möchte mich nur noch in meinem Bett verkriechen und heulen. Ich weiß einfach nicht mehr wie das alles weitergehen soll. Fühle mich komplett überfordet mit allem. Habe keine Kraft mehr, bin ganz allein mit mir selbst. Ertrage mich selbst nicht mehr. Leben ist wieder eine einzige Qual. Ich mache einen Rückschritt nach dem anderen, und komme aus der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit nicht mehr raus. Habe wieder jeden Tag mehrfach Suizidgedanken, und dass ich einen grßen Teils der für „Plan B“ beötigten Dinge bereits zuhause habe, macht es nicht leichter. Nur meine Familie und meine Hunde halten mich noch irgendwie am Leben. Diese Verantwortung. Aber ich weiß einfach nicht wie ich den Schmerz und diese ganze Scheiße noch weiter aushalten soll….Ich weiß nur dass ich muss. Ich muss morgen wieder aufstehen, ich muss in die Uni gehen, ich muss mit dem Lernen und den Präsentationen anfangen, ich muss mit dem Überblickspaper anfangen, ich muss die Maske weiter aufrechterhalten. Und bei diesen Gedanken kommen schon wieder Tränen. Sie fallen gerade auf meine Tastatur, ich habe keine Kontrolle mehr darüber. Vielleicht kommt daher ja das Sprichwort „der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt“. Meine Augen sind das Fass und können einfach keine weiteren Tränen mehr fassen. Da ist kein Platz mehr an den man sie zurückdrängen könnte.

So schlecht ging es mir wirklich schon lange nicht mehr. Genauer gesagt seit dem letzten Zusammenbruch in der Klinik, und der war sogar noch weniger schlimm.

Die Angst bestimmt alles. Ich kann einfach nicht mehr. Aber ich muss.Und ich weiß einfach nicht wie….Und das härteste an allem ist das ich keinen Ort habe an dem ich ich sein kann. Zuhause, in der Öffentlichkeit, überall muss die Maske perfekt sitzen. Auch wenn ich heute für einen kurzen Moment drauf und dran war mit meinen Tränen zu meinen Eltern zu laufen und zu sagen: „Ja, das ist die Realität, ich bin nicht gesund, normal und glücklich wie ihr alle es wollt. Tut mir leid dass ich so eine Enttäuschung bin. Tut mir leid dass ich es so oft nicht schaffe zu funktionieren.“ Da kam einfach die ganze Wut und Verzweiflung hoch, die Wut, die ich jedes Mal empfinde wenn eine Entscheidung (z.B. früher von der Uni heimzufahren usw.) kritisiert wir, die Wut, die ich dann aber einfach runterschlucke und weitermache. Aber so weit, dass ich ihnen allen die Wahrheit zeige, bin ich nicht. Ich lasse sie lieber in dem Glauben, alles sei wunderbar. Denn es ist schon schlimm genug dass ich mit der ganzen Scheiße leben muss, da muss ich sie alle nicht auch noch mit reinziehen, und wenn es noch so hart ist…

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06. Juni 2016

Ich sitze gerade im Zug nachhause, und dachte mir ich nehme diese Zeit jetzt einfach mal zum schreiben.

Es gibt nicht wirklich was neues in meinem Leben, die letzten Tage, Wochen sind eher ein langgezogener Schritt zurück. Es geht mir von Tag zu Tag schlechter, und ich habe im Moment weder die Kraft, noch die Lust dazu, mich dagegen zu wehren.

Eines der Hauptprobleme ist wohl die Essstörung. Ich hasse es nach wie vor es so zu nennen, aber ich habe gerade heute in einem Buch gelesen, dass der Gebrauch solcher Wörter die Akzeptanz der Krankheit fördern soll. Keine Ahnung, aber das ist ja genau das, was ich nach Ansicht aller machen muss: es akzeptieren. Es vergeht kein Tag, an dem mir beim Anblick meines Körpers, oder allein dem Gedanken daran, nicht die Tränen in die Augen steigen. Der Selbsthass hat sein altes Level erreicht, und dass ich inzwischen so gut wie jeden Tag von meiner Mutter zu hören bekomme, dass ich wirklich aufpassen muss und was ändern muss (nur um mir danach anhören zu müssen dass sie das ja nur gut meint, und ich wirklich nicht dick bin usw bla bla bla, ich kanns nicht mehr hören), das alles macht es nicht besser. Lange hab ich mich gegen alles gewehrt, was wieder in diese Spirale des „gestörten Essverhaltens“ führen würde. Ich habe nach Möglichkeit nicht auf Kalorien, Fett und Zuckergehalt geachtet, mich nicht gewogen, keine Pläne erstellt, mich nicht übergeben. Aber ich glaube gestern habe ich wieder diesen Punkt erreicht. Diese Grenze überschritten, nach deren Überschreitung mir einfach alles egal ist. Ich werde abnehmen. Und es ist mir so verdammt egal wie ich das anstelle. Ab jetzt kommen wieder die alten Muster zum Einsatz, Kalorien zählen, Pläne machen, erbrechen, falls notwendig. Was hab ich schon groß zu verlieren.

Gerade lese ich mir diesen letzten Satz durch. In der Regel lasse ich meinen Fingern einfach freien Lauf, schreibe auf, was ich gerade denke ( dass ich schnell schreiben kann ist da vielleicht von Vorteil). Und gerade dieser letzter Satz, kam einfach so, und näher darüber nachzudenken, und ich finde jetzt, wo ich ihn vor mir sehe, sagt er unheimlich viel über meinen momentanen emotionalen Zustand aus.

Ich habe kaum noch Freude. Ich kann kaum noch lachen. In mir ist alles taub. Ich stehe morgens auf, versuche zu funktionieren, versage, gehe ins Bett, und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los. Ich lebe nicht. Ich bin innerlich erstarrt. Mir wächst alles über den Kopf, das Studium mit seinen Anforderungen, der Alltag mit Menschen, das Leben mit mir selbst. All das ist einfach zu viel. Ich bin eine Versagerin, das weiß ich. Ich bin eine einzige Enttäuschung. Der Tod wandert öfter durch meine Gedanken, als ich zugeben möchte. Zu oft schwanke ich zwischen dem Gedanken, dass es unmöglich ist, und dem Gedanken, dass es doch eigentlich egal ist, dass ich mir einfach nur erlauben muss egoistischer zu sein. Diese Tage sind gefährlich geworden. An diesen Tagen wandere ich auf dünnem Eis. Das alles sehe ich selber. Aber dann wiederum, ist es mir gleichgültig. Und wenn schon, gibt es halt gefährliche Tage, wen interessierts. Hinzu kommt, dass ich kein Ventil mehr habe. Selbstverletzung ist etwas, dass in meinem Gedanken eigentlich zu ca. 60% des Tages präsent ist, aber ich nicht zulassen kann, da es in ihren Konsequenzen zu anstrengend ist, als dass ich es momentan bewältigen könnte….

Zusammengefasst könnte man sagen, dass ich mich in tiefem Fall befinde, aber in der Regel ist es mir gleichgültig. Dieser Fall macht mir keine Angst mehr, ich habe keine Angst vor einem möglichen Aufprall und wa dach passiert. Entweder er kommt, oder er kommt halt nicht, ich habe sowieso keinen Enfluss mehr darauf. Mir gleitet alles aus der Hand, ist halt so. 

Da einzige was mir noch bleibt ist irgendwie weitermachen. Versuchen irgendwie die 3 Präsentationen, die 5 Klausuren und das Überblickspaper in den nächsten 2 Monaten zu bewältigen. Mir ist klar, dass ich das niemals schaffen werde. Aber ich habe keine andere Wahl. Ich muss da durch, egal wie hoch der Preis dafür sein wird. Und ich muss da allein durch. Es gibt niemanden der mir helfen könnte, und ich würde das, was ich hier schreibe, im „echten Leben“ niemals zugeben, keinen sehen lassen. Meine Maske ist alles was mir noch geblieben ist, das letzte worüber ich noch uneingeschränkte Kontrolle habe, mein letzter Schutzschild. Den darf ich um keinen Preis verlieren.

Ich weiß dass der Preis für all das was da kommt hoch sein wird Aber ich bin bereit ihn zu bezahlen. Wie bereits gesagt, eine andere Option gibt es nicht. D.h. entweder ich schaffe das alles und bezahle dafür, oder ich schaffe es nicht, aber dann ist sowieso alles egal. Eigentlich, wenn ich es genau betrachte, kann ich so gar nicht verlieren. Es zu schaffen wäre ein Gewinn, es nicht zu schaffen auch irgendwie. Mag zynisch klingen, ist aber nun mal so.

     

   
 
So, und jetzt kann ich es auch endich hochladen, denn 1. ist das Internet auf dieser Bahnstrecke ne Katastrophe und 2. habe ich mich direkt nachdem ich nachhause gekommen bin hingelegt und 4 Stunden geschlafen…..