11. Mai 2016

In mir herrscht ein gewaltiger Aufruhr. Seit gestern habe ich ziemlich starke Schmerzen, ohne erkennbaren Grund. Habe schrecklich geschlafen, heute Morgen die Mathe-Übung ausfallen lassen, und sitze jetzt dank Iburprofen halbwegs „anwesend“ in Entertainment Computing. (Es werden Wetten angenommen wie pünktlich er heute kommt :D) Jedenfalls hab ich echt Panik, dass wenn die Schmerzen nicht weggehen, ich zum Arzt muss. Denn da gehts dann erst richtig los. Ärztin suchen, Termin bekommen, und dann den Mut aufbringen hinzugehen. Da tendiere ich fast lieber dazu mit Schmerzen und Schmerztabletten  weiterzumachen :/

Jedenfalls bin ich echt fertig heute. Körperlich. Geißtig bin ich eher „dauerangespannt“. Jetzt noch 2 Vorlesungen irgendwie überstehen, um 16 Uhr dann zu Hause ankommen, Mathe Blatt für die Abgabe morgen fertig machen, im Idealfall noch ein bisschen Informationstechnische Grundlagen und Projektmanagement lernen und dann früh ins Bett denn morgen heißt es wieder um 5 Uhr aufstehen….

Werde jetzt auch abends wieder meine Tabletten nehmen. Schlafen ist im Moment wirklich schwierig. Mein Kopf hört einfach nicht auf zu denken….

Hoffentlich werden die Vorlesungen jetzt halbwegs spannend, damit ich ein bisschen von den Schmerzen und dem ganzen Gefühls-und Gedankenwahnsinn abgelenkt werde.

Habe außerdem beschlossen jetzt jeden Eintrag mit etwas positivem abzuschließen, und wenn es eine noch so kleine, unwichtige Sache ist.

Heute: Ich liebe meine neuen Schuhe. Am Montag gekauft, gestern die Ballerinas angehabt und heute die Vans. Ich bin echt so ein Schuh-und Taschenmädchen…Ja, sowas hellt meine Stimmung auf, und ist deshalbt heute positiv 🙂

Und weil ich dieses positiv denken Ding echt gut finde gleich noch etwas: Ich genieße es in den Zug Fahrten einfach in ein Buch eintauchen zu können. Zuhause fehlt mir im Moment die Motivation/Zeit/Konzentration, deswegen beschränkt sich mein Leseverhalten momentan auf den Zug, aber ich mag das momentane Buch wirklich sehr sehr gerne. Schön zum drin versinken, weit weg von der Realität.

   
  (eins meiner liebsten Zitate, die Bücher sind so unglaublich toll 😀 ❤ )

PS: Er kam ca. 3 Minuten zu spät, um dann festzustellen dass er seinen Laptop vergessen hat :’D jetzt ist er ein Ersatz-Gerät suchen gegangen. Der Mann erfüllt wirklich so einige Professoren-Klischees 😀

10. Mai 2016

Nachdem die letzten Tage größtenteils katastrophal waren (starke Suizidgedanken, stundenlange Internetrecherche etc.) hab ich mich wieder einigermaßen gefangen. Seit Mittwoch bin ich also heute das erste Mal wieder in der Uni (naja, Donnerstag war ja eh frei). Hatte Informationstechnische Grundlagen, und hab danach noch ca. 1,5 Stunden gelernt bzw. Zusammenfassung dafür geschrieben. Jetzt bin ich fertig, mein Kopf mag nicht mehr, und eigentlich möchte ich nur noch schlafen, aber das geht nicht, denn ich 45 Minuten beginnt Wissenschaftliches Arbeiten (juhu -.-) und d.h. ich komme heute erst um 19:50 Uhr nach Hause, und kann somit dann erst schlafen. Obwohl das auch nicht stimmt, vorher muss ich noch was essen usw. Zusammengefasst: Ich bin total müde, und kann frühestens in 5 Stunden schlafen . Toll.

Psychisch bin ich immer noch ziemlich am Ende, ich hab lediglich wieder irgendwo ein bisschen Disziplin zusammengekratzt. Würde ich mich als depressiv bezeichnen? Leider ja. Zukunft treibt mich mal wieder von einer Panikattacke in die nächste, Vergangenheit verstärkt alles nur, und die Gegenwart macht es auch nicht wirklich besser. Fühle mich überfordert mit dem Leben. Überfordert wieder ständig diese Maske zu tragen. Überfordert damit mich selbst zu ertragen. Angst bestimmt mal wieder meinen Alltag. Jetzt muss ich also versuchen da irgendwie halbwegs unbeschadet wieder rauszukommen….

Ich ziehe mich auch wieder vermehrt zurück. Meide Menschen, meine Familie. Antworte unregelmäßig auf Nachrichten, denn ich kann es im Moment einfach nicht ertragen. Ich habe einfach diese Momente, in denen ich nicht die Kraft aufbringe „normal zu sein“…..

Naja, lassen wir das gejammer damit enden. Genug ausgekotzt für diesen Tag. 

Und um das ganze noch irgendwie positiv enden zu lassen: In ca. einer Woche ist mein Bogen endlich da ❤ 🙂 

     

   
 

05. Mai 2016

heute ist kein guter Tag. Ich habe die halbe Nacht nicht geschlafen weil mein Gehirn keine Ruhe geben wollte und ich seit längerer Pause mal wieder eine riesige Panikattacke hatte. Um 2 Uhr nachmittags habe ich mich aus dem Bett gezwungen, mich angezogen und dann bis jetzt Grey’s Anatomy geschaut, weil ich einfach nur irgendwas schauen musste. Keine Konzentration zum lesen, keine Lust auf irgendwas anderes.  Es ist einer dieser Tage, an denen ich keine Lust habe zu leben. Ich will es einfach nicht. Ich will mich nur verkriechen. Nichts denken. Nichts fühlen. Nicht atmen müssen. 

Ich sollte so viele Uni Sachen erledigen. Aber ich kann es nicht. Morgen muss ich wieder dorthin. Um 5 aufstehen und funktionieren.  Und beim Gedanken daran möchte ich schreien. Ich möchte nicht. Möchte Zuhause bleiben. Zuhause würde ich wahrscheinlich sogar ein paar Kleinkgkeiten erledigen. Ich will nur nicht aus dem Haus… Es ist zu anstrengend. Aber ich weiß dass ich gehen werde. Egal wie schlimm es morgen früh für mich sein wird, ich werde gehen, denn alles andere würde zu einem gewaltigen Streit mit meinen Eltern führen. In diesem Sinne haben die Gespräche in der Klinik nichts bewirkt. Das Familiengespräch mit Frau Psychologin war umsonst. Sie haben nichts dazugelernt. Es ist alles wie immer… Wenn ich nicht in die Uni gehe, nicht aufstehe und funktioniere, werden sie wütend. Und das ist noch schlimmer und anstrengender, als das Haus zu verlassen und mich durch den Tag zu quälen. 

Nein, es ist kein guter Tag. Es ist ein schrecklicher Tag. Voller Verzweiflung, Schmerz und Angst. Und Druck. Was würde ich dafür geben mir jetzt einfach eine Klinge ein paar mal übers Bein zu ziehen. Nur für diesen kurzen Augenblick des Friedens. Des Nichts. Ich spiele seit längerem mit dem Gedanken mir die Wunden in Zukunft einfach selbst zu nähen. Ich wurde schon ohne Betäubung genäht, es ist nicht schlimm. Es nicht verheimlichen zu können ist wesentlich schlimmer. So weit ist es also schon im Moment. 

Es ist ein beschissener Tag. Und was ihn noch schrecklicher macht: er geht jetzt dann zu ende mit dem Wissen: Morgen wird es noch schlimmer, denn morgen muss ich das Haus verlassen. Und mich durch den Tag quälen. 

Und ich hasse mich so sehr für all das. Ich hab es so satt so zu sein wie ich bin. Ich möchte normal sein, so wie alle anderen auch. Ich hasse mich.

 

04. Mai 2016

Ein paar Gedanken von heute Morgen…:

06:38 Uhr und ich sitze schon im Zug auf dem Weg in die Uni.Ich bin so müde. Schlaf ist im Moment mal wieder Mangelware. Ich liege im Bett, und meine Gedanken überschlagen sich. Folglich hab ich wenns hoch kommt 4 Stunden geschlafen. Wer mich kenn weiß wie ich dementsprechend jetzt drauf bin. Werde mich jetzt durch Mathe Übung und Entertainment Computing durchkämpfen. HCI lasse ich ausfallen. Bis jetzt hat mir die Vorlesung nichts gebracht was mir das Script nicht auch gesagt hat. Meistens bedeutet es nur 1,5 Stunden Handyspiele um irgendwie halbwegs wach zu bleiben. D.h. ich komme heute um 14 Uhr nach Hause, und ich weiß genau was ich dann sofort machen werde: Zimmer abdunkeln, ins Bett und schlafen schlafen schlafen.

Ich bin so erschöpft. Das ganze Chaos in mir fordert seinen Tribut. Der Schneidedruck droht mal wieder die Grenzen zu sprengen, der Hass auf den eigenen Körper ist wieder dauerhaft präsent, und für die Uni müsste ich eigentlich auch täglich mehr machen als ich es bis jetzt getan habe, aber ich schaff es nicht. Und genau aus diesen Gründen bin ich erschöpft.
Ich bin noch nicht mal in der Uni angekommen und habe schon Kopfschmerzen. Das wird also ein super Vormittag….und da ich so müde bin kommt noch hinzu dass ich ohne Ende friere. Wenn ich müde bin ist mir immer kalt, und ich kann halt nicht 4 Schichten anziehen wenn ich weiß dass ich über den ganzen Campus laufen muss (ich hasse schwitzen nämlich über alles….)

   
Ob ich meine nächtlichen Gedanken hier aufschreibe, oder das mit einem Passwort schütze oder was auch immer weiß ich noch nicht. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, diesen Blog von nun an wieder regelmäßig und vor allem ehrlich zu führen (nichts schön reden, Menschen ohne diese Erkrankungen zu zeigen wie es ist usw.). Aber das ist alles ziemlich privat, und irgendwie auch peinlich…Keine Ahnung. Da muss ich noch ausführlicher drüber nachdenken. Eventuell eine Pro/Contra Liste machen. Ich bin in letzter Zeit ein Fan dieser Listen geworden. Aber das alles mach ich lieber morgen. Wenn Feiertag ist. Wenn ich ausgeschlafen habe. Wenn ich keine Kopfschmerzen habe. Wenn ich mal wieder eine Ausrede suche mich nicht mit den Aufgaben des Alltags auseinanderzusetzen. Oder was auch immer morgen sein wird. Wer weiß das schon….

 

Changes

So so viele Veränderungen in meinem Leben.

Neue Uni (super) neuer Studiengang (absolut spitze) und dann…ja…dann ist da er. Ich hab mich ewig dagegen gewehrt, wollte das alles nicht, aber den Kampf hab ich wohl verloren. Wenn ich an ihn denke ist alles vergessen, ich fühl mich gut. Wenn ich an ihn denke wechselt in mir alles immer wieder zwischen glücklich sein und Angst. Und weil ich Genie ja sowas nicht kommen sehen hab, und Therapie aufgehört habe, hab ich nun niemanden mit dem ich drüber reden kann.

Alles in meinem Leben ist im Moment so viel. Und überwiegend gut. Und ich bin komplett überfordert. 

 
Aber jetzt mal der Reihe nach: Die neue Uni ist super. Gefällt mir so viel besser als München, und auch das hinfahren (von der Tatsache dass ich 3 Mal die Woche um 5 aufstehen muss) ist wesentlich angenehmer. Ich hab ne himmlische Kaffee-Quelle direkt am Bahnhof (und Nachmittags dann tolle frische Fruchtsäfte und Smoothies) und in der Uni hab ich auch zig Kaffee-Quellen (für grade mal 1 €). 

Der Studiengang ist einfach nur ideal für mich. Mein absoluter Favorit dieses Semester wäre dann wohl Entertainment Computing (das Gamer-Girl in mir ist da perfekt aufgehoben :D) und auch HCI (Human Computer Interaction), Informationstechnische Grundlagen und Mathe sind gut. Einführung in das wissenschaftliche arbeiten für Medieninformatik und Einführung Projektmanagement sind….naja, sagen wir es sind notwendige Übel. Da komm ich auch irgendwie durch 😀 

Und dann kommt…J. J. habe ich in der Klinik kennengelernt. Er ist 8 Jahre älter als ich, aber das fällt halt überhaupt nicht auf xD Wir haben viele ähnliche Interessen, er ist ein super liebenswerter Mensch, man kann mit ihm lachen und sich ernst unterhalten, und am wichtigsten: Er gibt mir das Gefühl wertvoll zu sein. Ich kann es nicht beschreiben…ich fühl mich einfach wohl/sicher/gut aufgehoben bei ihm. Er ist der einzige männliche Mensch (von meinem Vater mal abgesehen) der mich umarmen kann ohne dass es sich schlecht anfühlt/ich Angst habe/mich ekel etc. Er hat mich am Samstag zum Abschied geküsst. Das war….gemischt. Es hat sich einerseits gut und richtig angefühlt, aber andererseits bekomm ich beim Gedanken daran und was eventuell irgendwann folgen würde, extrem Panik…..Ich habe so eine Situation so viele Jahre lang so kategorisch ausgeschlossen, dass es jetzt vollkommen überfordernd über mir hereinbricht. Und ich habe niemandem mit dem ich darüber reden kann….der mir helfen könnte damit umzugehen. Hab ich wieder super hinbekommen alles. Ich habe Angst.Angst.Angst. Alles in den Sand zu setzen, Angst verletzt zu werden. Einfach nur Angst. Und dann bin ich wieder glücklich. Es ist alles so unglaublich verwirrend…..

Ich bin wirklich der größte Idiot der auf dieser Welt rumläuft. Naja, vielleicht nicht der größte, aber ich gehört mindestens unter die top 100….Ich hab die Kontrolle verloren. Ich bin so bescheuert. 

Außerdem steht mal wieder der Sommer vor der Tür. Ein riesen Problem, jetzt schon. Und durch die letzen Verletzungen in der Klinik kann ich (selbst wenn ich irgendwie den Mut finden würde) erst Recht nicht im T-Shirt rumlaufen. Alles noch rot und dick und man sieht die Stiche. Und die Verbrennungen von den Zigaretten wollen auch nicht schnell genug verblassen….Ein Grund mehr warum ich so ein Idiot bin. Ich hasse mich manchmal so sehr für meine Dummheit/Unfähigkeit. Das Schlimme daran ist glaube ich auch, dass ich niemanden dafür verantwortlich machen kann außer mich selbst. An allem bin ich selbst schuld…

  (Wenn es nur so leicht wäre…)

Naja, genug gejammert. Es hat aber sehr gut getan das alles mal einfach ohne nachzudenken runterzuschreiben.