one

It’s so hard to talk when you want to kill yourself. That’s above and beyond everything else, and it’s not a mental complaint – it’s a physical thing, like it’s physically hard to open your mouth and make the words come out. They don’t come out smooth and in conjunction with your brain the way normal people’s words do; they come out in chunks as if from a crushed-ice dispenser; you stumble on them as they gather behind your lower lip. So you just keep quiet.

(It’s kind of a funny story)

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15. Dezember 2017

Ich dachte es wäre alles wieder schrecklich. Aber jetzt ist es nochmal so viel schlimmer geworden. Ich könnte ständig in Tränen ausbrechen, erbreche täglich zwischen 1-3 mal, und gestern hab ich mir 3 mal die Zigarette aufs Bein gedrückt. Ich zähle es nicht wirklich als SV, aber trotzdem… und was noch schlimmer ist, ich weiß dass ich nicht aufhören kann. Wenn ich heimkomme ist das erste was ich mache essen und möglichst viel Wasser gleichzeitig in mich reinkippen. Nicht mal weil ich essen will, sondern weil ich kotzen will. Weil ich muss. Weil der Druck weg muss. Weil ich weiß dass es mir schadet. Weil ich das brennen im Hals spüren muss. Ich habe einige Kilo zugenommen, das ist zwar fast nicht zu ertragen, aber im Moment kann ich es einfach nicht ändern… und ich freue mich auf heute Nachmittag. Wenn ich a) kotzen kann und b) nochmal die Zigarette auf der Haut brennen spüre. Die Blasen sind zwar etwas nervig, aber Pflaster gehen da auch…

Mein Körper ist auch richtig im Arsch. Ich merke es am Herzschlag, an den Kopfschmerzen, der extremen Müdigkeit (oder ist das einfach nur die Depression?) und an den Muskelkrämpfen. Aber es ist mir egal. Hab es eh nicht anders verdient.

Und sonst? Schule läuft, ich habe gute Noten, bin die einzige die noch nie gefehlt hat, funktioniere. Egal zu welchem Preis.

Weihnachten rückt unaufhaltsam näher. Und damit die schlimmste Zeit des Jahres. Am 24. werden es 9 Jahre. Damals hat es alles angefangen. An diesem Abend ist ein Teil von mir gestorben. Und ein weiterer Teil im Laufe der folgenden Jahre. Ich werde überwältigt von Flashbacks. Ich schaffe es kaum noch das alles aus meinen Gedanken zu verbannen. Habe vermehrt Angst-und Panikattacken, dissoziiere. Die Nächte sind besonders schlimm. Ein Albtraum jagt mich in den nächsten. Ich gehe schon mit Tränen in den Augen ins Bett, weil ich weiß was kommen wird….

Nächste Woche schreibe ich nochmal 3 Sachen. 2 davon sehr anspruchsvoll bzw. nein, es ist nicht schwierig, nur einfach viel zu lernen, und das andere muss ich mir mehr oder weniger nochmal alles selber zusammenschreiben und Infos dazu suchen, denn die neue Lehrerin ist zwar nett, aber ihren Unterricht kann man vergessen. Bin echt froh wenn Frau Dr. N. Ende Januar wieder kommt…

und Geschenke hab ich auch noch nicht. 2 davon kann ich hoffentlich noch über Amazon Prime holen, für 3 andere muss ich aber in die Stadt. Und mir wird schlecht und schwindelig wenn ich nur daran denke…

28. November 2017

Ich stehe im Zug, ich habe kaum geschlafen, mir tut alles weh. Seit 4 Uhr bin ich jetzt wieder wach. Das unglaublich beschissene Wochenende ist ein dauerhaft belastender Gedanke in meinem Kopf, von den 300g Zunahme sind nur 100 schon wieder runter und es stresst mich so sehr. Gewicht halten und gleich bleibend fett sein, ok, nicht schön aber vergleichsweise noch irgendwie auszuhalten, Zunahme hingegen ist absolut inakzeptabel. Ich sollte mich auf die 2 Arbeiten diese Woche konzentrieren (Terminologie und Medizinische Fachkunde), dafür lernen bzw. heute und morgen auch noch für die potenzielle Mikrobiologie Abfrage. Krieg ich es hin? Nein, denn zuhause kann ich kaum ruhig sitzen. Der Drang zur Bewegung, möglichst viele Schritte zu machen und Kalorien zu verbrennen ist stärker.

Heute Nacht war schlimm. So viele Tränen die ich einfach nicht mehr zurückhalten konnte. Angst, Verzweiflung, Selbsthass, Verlustängste, Erinnerungen und Flashbacks. Beruhigung war so unglaublich schwer. Gefolgt von einem fetten Albtraum. Heute hatte ich tatsächlich sogar mal etwas stärkere Schatten unter den Augen. Aber für sowas hat ein schlauer Mensch ja Concealer erfunden.

Ich gehe in Gedanken den Tag durch der vor mir liegt und möchte mich einfach nur zusammenrollen. Ich bin so müde….möchte mich in mein Bett verkriechen, nicht länger mit den Tränen kämpfen müssen, meine Ruhe haben. Aber selbst wenn ich zuhause wäre, würde ich mir das gönnen? Nein.

Meine Mutter kritisiert mich auch nur am laufenden Band. „Du rutscht ja in die Magersucht so wie du dich verhältst“, „auf wie viele Kalorien kommst du jetzt am Tag überhaupt noch“, „was hast du heute gegessen?“ usw. Am liebsten würde ich sie einfach anschreien und ihr sagen sie soll gefälligst dankbar sein dass ich jeden morgen aufstehe und weiter atme…

24. November 2017

Wieder eine Woche geschafft, wie jede Woche bis Weihnachten mit 2 Arbeiten, diese Woche 2 Kurzarbeiten, eine davon hab ich bereits zurückbekommen mit 1,0. Ich sitze im Zug, habe Schmerzen (mittlerweile sowohl rechte als auch linke Hüfte, aber es ist mir egal, ich kann und will es halt nicht schonen und bewege mich trotzdem), und denke nach. Schaue aus dem Fenster, beobachte die Menschen sowohl draußen auf dem Bahnsteig, als auch hier im Zug.

Erstaunlich viele laufen mit irgendwas zu essen in der Hand rum, bzw. essen im Zug. Naja klar, ist ja auch Mittag. Und ich beneide sie in gewisser Weise. Weil sie etwas können was ich nicht kann. Sich einfach mal was zu essen kaufen und es essen. Für mich momentan absolut utopisch. Gestern kam ich auf 264 kcal, und für jede einzelne davon hasse ich mich. Heute bin ich schon bei 183, und obwohl ich weiß dass ich heute genug Zeit habe mir das wieder runterzulaufen kann ich mir das nicht verzeihen. Ich weiß dass ich essen muss, besonders morgens bevor ich aus dem Haus gehe, aber wirklich abfinden kann ich mich damit nicht. Abnehmen tu ich sowieso nicht mehr, habe diese Woche bei max. 400 kcal am Tag plus Bewegung gerade mal 1 Kilo verloren. Aber auch wenn ich weiß dass ich sowieso nicht abnehme, kann ich trotzdem nicht essen. Ich bin blockiert, habe Angst und bin wenn ich esse extrem gestresst und gereizt. Morgen „muss“ ich mit Oma auf einen Weihnachtsmarkt (ich hasse es wie die Pest, aber sie freut sich, also geh ich halt mit ihr), und sie erwartet dass wir da dann was essen. Davon hatte ich heute Nacht bereits einen Albtraum. Fantastisch.

Ich habe darüber nachgedacht wie sich das die letzten Monate so entwickelt hat. Mit diesem kompletten Rückfall in die ES. Es kam zuerst schleichend, angetrieben durch den eigenen Wunsch abzunehmen, aber auch die ständige Ermutigung durch die Familie dazu, aber seit die Schule angefangen hat, nimmt es gravierend schnell zu. Weil es der einzige Ausgleich ist den ich habe. Ich kann nicht länger tagelang depressiv im Bett rumliegen, mich in Bücher und Serien flüchten, die Nächte durch heulen, den ganzen Tag nur im Kampf mit den dunklen Gedanken verbringen. Verletzen kann ich mich ja schon lange gar nicht mehr. Und jetzt muss ich funktionieren. Und das wieder auf einem völlig neuen Level. Jeden Tag aufstehen und zur Schule gehen, sehr gute Leistungen bringen, zuhause lernen, und und und. Und nur noch so nebenbei dann eben mit der Depression, der PTBS, den Suizidgedanken und dem Verlangen nach einer SV kämpfen. Im Nachhinein betrachtet konnte das nur zu ner Verschlimmerung von irgendwas führen. In diesem Sinne sollte ich vielleicht dankbar sein dass es „nur“ das Essen ist? Ich weiß es nicht. Es ist trotzdem ja so scheiße schwer… wäre es anders gewesen wenn ich nie mit den Tabletten aufgehört hätte? Wahrscheinlich nicht.

Mein Kopf pocht und schmerzt unangenehm, meine Augen tun weh. Dabei habe ich es heute Nacht auf unglaubliche 6 Stunden Schlaf gebracht. Daran kann es also nicht liegen. Aber mein Körper ist allgemein echt im Arsch. Haut total am rumzicken, Lippen trocken und rissig egal wie viel ich sie eincreme, die Haut um die Nägel ebenfalls total empfindlich und rissig trotz Pflege. Richtig lustig alles. Nicht.

Noch 9 Minuten bis der Zug sich endlich mal in Bewegung setzt. Hoffentlich. Nicht so wie letzte Woche, als es dann hieß wir müssten noch 30 Minuten warten weil wir keinen Lockführer haben 👌🏻😒). Und zuhause dann erst noch was für N. machen damit sie endlich aufhört deswegen zu fragen, dann bewegen und darauf warten dass es Abend wird. Und ich schlafen kann.

N. ist auch so ein Thema. Sie ist ja nett, aber so langsam bringt sie mich an den Rand meiner Geduld. Es ist einfach ihrer Art, so übertrieben immer, und ständig umarmt sie mich, und das pack ich ja so gar nicht. Und irgendwie hat sie mich jetzt auch zu ihrem Kummerkasten auserwählt, der ihr sagen soll was sie machen soll um ihre Probleme zu lösen, bzw. liegt mir ständig mit dem Kerl auf den sie steht in den Ohren. Es nervt wirklich. Ich bin nicht der Typ für sowas. Also so gar nicht.

Ich habe das Wochenende fast komplett für mich allein. Eltern fahren heute weg, morgen muss ich vormittags wohin und abends eben auf den Weihnachtsmarkt, aber ansonsten bin ich allein. Nur ich. Ruhe. Einerseits freue ich mich riesig darüber, andererseits habe ich Angst was es mir auch für Möglichkeiten bietet. Wir werden sehen….

21. November 2017

Und wieder warten im Zug. An manchen Tagen ist es wirklich die Hölle, auch wenn man nach Jahren daran gewöhnt ist. Heute ist wieder so ein Tag. Aber mal aus etwas anderes Grund. Sitzen tut weh, stehen tut weh, gehen tut weh. Bin heute morgen im Zug die ganze Zeit dank einer ganz wunderbaren Idiotin so blöd gestanden dass mir seitdem die rechte Hüfte weh tut, und es wird immer schlimmer. Hab in meiner Verzweiflung vorhin schon meine Lehrerin gefragt was ich da machen soll, kühlen oder wärmen. Sie meinte das was sich besser anfühlt und mir ne „Gymnastik-Übung“ (?) gezeigt (heilige Scheiße, das wird weh tun…). Ich hasse es so sehr. Wie soll ich so heute auf meine Schritte/Kalorien kommen?!

Alle freuen sich dass morgen schulfrei ist, und mir wird schlecht. Denn ich muss zum Zahnarzt. Stress und Panik pur, auch wenn es „nur“ ein Kontrolltermin ist. Und wenn ich das dann hinter mir habe muss ich lernen. Und Sport machen. (In der optimistischen Hoffnung dass die Übung alles wieder richtet und ich dann keine Schmerzen mehr habe.) Und überhaupt sind so freie Tage doch eh fürn Arsch…

Ich habe mich gestern mit meinem Kleiderschrank auseinandergesetzt. Und bin überrascht was mir alles wieder passt, bzw. sogar schon zu groß ist. Meine Mutter sieht das natürlich als Zeichen dass es reicht. Aber das tut es nicht. Klar, die Röcke passen, aber wie sehen sie denn bitte aus mit meinen fetten Beinen, Bauch und Arsch?! Das geht doch echt nicht. Und ständig diese Kommentare. Das reicht nicht, du musst mehr essen, das ist ungesund, bla. Man könnte meinen sie hätte inzwischen, nach all den Jahren, gelernt was diese Kommentare bringen, nämlich genau nichts (außer dass ich genervt und zickig werde). Nö, gar nichts gelernt. Aber ich glaube eh dass sie die letzten Jahre ausblenden. Weil ich ja jetzt „normal“ bin und funktioniere. Eigentlich ja genau das, was ich möchte, aber bei so gewissen Sachen wäre es dann schon praktisch wenn sie mal zurückdenken würden….

Oh man ich kann echt langsam nicht mehr sitzen, und der scheiß Zug fährt in 13 Minuten erst mal los 😩 aber selbst wenn ich zuhause wäre, was hab ich schon für Optionen? Die Übung machen und hoffen dass es besser wird, mit Tabletten bis oben hin vollpumpen und gegen den Schmerz anlaufen, oder ins Bett legen. Keine dieser Optionen finde ich besonders ansprechend. Aber da ich eh lernen muss, wird es wohl aufs Bett rauslaufen…

Die letzten 2 Schultage habe ich rein von Konzentration und „mitmachen“ und gleich Stoff aufnehmen wieder erstaunlich gut bewältigen können. Das macht Hoffnung. An den Schlafmangel scheint sich mein Körper immer besser zu gewöhnen.

Ich kam gestern auf 402 kcal, und dafür sind 10.000 Schritte einfach zu wenig. D.h. Ich muss heute entweder genauso viel zu mir nehmen (der Gedanke gefällt mir nicht) und mehr Kalorien verbrauchen (wie soll ich das machen?) oder ich esse nichts mehr und bleibe damit bei 184 kcal und versuche mich noch so gut wie möglich zu bewegen. Option 2 gefällt mir deutlich besser, aber das wird wieder ne wahnsinnige Diskussion geben… warum muss immer alles so kompliziert sein?

20. November 2017

Alles ist zum kotzen. Wortwörtlich. Und dementsprechend sehe ich auch aus. Blass, Haut unrein ohne Ende, etc. Wenigstens die Augenringe verschwinden relativ kurz danach immer wieder. Aber es ist echt schrecklich wie mich der gestrige Tag allein zugerichtet hat.

Und es wird nicht besser. Psychisch bin ich komplett am Ende. Kann nicht schlafen, könnte dauerhaft heulen. Aber die Maske sitzt wieder perfekt. Wenigstens etwas.

Von allen Seiten kommen sie, die Kommentare um die ich NIE bitte. „Du musst aufhören abzunehmen sonst sieht es ja nicht mehr gesund aus“, „da stehen ja schon die Knochen raus“, „willst du nichts essen?“. Es nervt mich so unendlich. Man könnte meinen ich würde nur aus Haut und Knochen bestehen. Und das ist absolut nicht wahr. Ich bin nach wie vor zu fett und mein Gewicht viel zu hoch (und das meine ich objektiv, ich bin ja nicht mal annähernd im Untergewicht oder so.) Wieso meinen immer alle sich einmischen zu können? Mache ich bei anderen doch auch nicht, ist gar nicht schwer. Mal ganz zu schweigen davon dass ich 23 Jahre alt bin und es verdammt nochmal meine Entscheidung ist was ich mit meinem Körper mache.

Ist einfach komplett die gleiche scheiße wie mit dem „du hast ja Abi und schon Erfahrungen mit studieren, du schaffst das ja alles locker mit lauter 1ern“ und „da bist du doch unterfordert“. Habe ich um diese Meinungen gebeten? Nein, habe ich nicht. Warum können mich nicht einfach alle mal in Ruhe lassen?

Wie schlecht es um meine Psyche bestellt ist habe ich vor allem heute in Naturwissenschaftliche Grundlagen zu spüren bekommen. Just for fun haben wir den Querschnitt eines Blattes mikroskopiert. Und wie schneidet man den? Richtig, mit Rasierklingen. Und ich habe echt nicht kommen sehen wie sehr es mich triggern würde. Ich kann seitdem kaum an was anderes denken. Naja, doch, aber auch nur wie ich heute auf meine Schrittzahl (gezählt wird nur zuhause) kommen und gleichzeitig noch alles für morgen lernen soll. Und meine Nägel müssen ja auch noch gemacht werden. Und Hautpflege. Und und und. Und nach jedem dieser Gedanken – KlingeKlingeKlinge, wo ich sie zuhause versteckt habe und was ich damit alles machen könnte. Scheiße.

Das wird wieder eine lange Nacht….

14. November 2017

Ich sitze im zum Glück noch leeren EDV Raum. Kaffee vor mir, aber der wirds auch nicht mehr rausreißen. Eine extrem unruhige Nacht voller Alpträume und Tränen hat ihre Spuren hinterlassen.

Ich versage. Jeden Tag aufs neue. Ich habe panische Angst vor morgen. Ich will nicht mehr leben. Und meine Tante hat Krebs. Es ist alles so im arsch….

10. November 2017

Wieder sitze ich im Zug. Da er erst in 43 Minuten überhaupt losfährt, ist es noch leer und ruhig. Ich bin erschöpft. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Denken fällt schwer, ich habe heute morgen im Bad locker doppelt so lange gebraucht wie sonst, weil ich ständig nur dumm rumstand weil ich nicht mehr wusste was ich als nächstes machen wollte/sollte. Dementsprechend anstrengend war es heute dem Unterricht zu folgen, sogar in englisch, was ja in der Regel überhaupt kein Problem für mich darstellt.  

Das alles dank letzter Nacht. Die war im Vergleich zu den sonstigen katastrophalen Nächten nochmal wesentlich schlimmer. Ich konnte ca. 3 Stunden schlafen, aber im Nachhinein wünschte ich es wäre anders gewesen. Ich bin alle halbe Stunde aufgewacht, hatte einen Alptraum (interessanterweise sogar ausschließlich die Ausbildung betreffend) nach dem anderen. 

Ich sehe schrecklich aus. Augenringe, geschwollene, rote Augen (beides konnte ich nicht abdecken da der Bereich einfach nur weh tut sobald ich irgendwie nur in die Nähe davon komme), ich bin blass, was sich dank Foundation und Puder relativ gut kaschieren lässt. Vorhin erst würde mir gesagt ich sähe müde aus. Tja.

Und mein Körper ist nicht gut auf mich zu sprechen. Treppen stellen eine enorme Herausforderung dar, ich spüre meinen Herzschlag durchgehend unangenehm stark in der Brust, und mir ist die ganze Zeit schlecht. 

Heute werden Tabletten genommen. Und zwar ne höhere Dosis. Ich brauche Schlaf, und das dringend. Morgen bin ich den ganzen Tag allein zuhause, da kann ich für nächste Woche eh nicht üben, also kann ich auch schlafen bzw. rumgammeln, da ist ein Überhang also kein Problem. 

Ich habe heute in meiner Berzweiflung eine Lehrerin, die zur Zeit auch kommissarisch die Schulleitung hat, gefragt, ob ich überhaupt eine Chance habe das auszugleichen wenn ich in den 2 Schulaufgaben (gestern und nächste Woche) so versagt habe. Ihre Antwort war nicht hilfreich. Sie ist genau wie alle anderen. Glaubt ich würde das alles schaffen. Sie meinte sie sähe bei mir da gar keine Probleme, und ich solle doch erstmal abwarten bevor ich mir da so einen Kopf mache. Ja danke auch. Das war weder die Antwort auf meine eigentliche Frage noch hat sie recht. Denn das gestern war definitiv absolut verkackt und das nächste Woche pack ich allein nervlich schon gar nicht, wie soll ich da fachlich noch was raushauen? Aber das konnte ich j auch schlecht sagen… also habe ich nur genickt und mich bedankt und bin wieder gegangen.

Mein Laptop ist jetzt seit bestimmt 3/4 Wochen weg. Und wie ich ja auch erfahren habe nicht mehr zu reparieren. Also schon, aber für 1000 € bekomme ich zum jetzigen Zeitpunkt einen gleichwertigen Neuen. Papa wollte es eigentlich jetzt am wochenende mit mir angehen und einen raussuchen. Es ist einfach echt blöd nur mit Handy und IPad, und an den PC im Büro geh ich nicht gerne…ich vermisse ihn. Damit irgendwo rumzugammeln und irgendwas anzuschauen oder einfach war zu spielen. Wenn ich was für die Schule schreiben muss geht das auch nur am PC im Büro. Es ist einfach nervig… und irgendwie merke ich schon dass mir das zocken als Ablenkung fehlt. Klar hab ich noch andere Systeme von Nintendo usw. aber wie es immer so schön ist: man ist nur an dem interessiert was man nicht haben kann. 

Jetzt werde ich mich weiter meinem Buch widmen. Bei meinen kognitiven Einschränkungen momentan fühlt es sich an als würde ich im Schneckentempo lesen. Aber immerhin bin ich dann beschäftigt und muss nicht nachdenken.

09. November 2017

In einem viel zu warmen Zug stehen müssen ist mit starken Kreislaufproblemen, Erkältung, knapp einer Stunde Schlaf und mit Angst wirklich nicht lustig. Aber wenn man es bedenkt, passend. War klar dass der heutige Tag genauso mies anfängt wie der letzte geendet hat. Oh Gott, Wir fahren erst 6 Minuten und ich muss schon husten. Ich hasse vor anderen husten. Ich kann das nicht. Ich kann das nicht schaffen. Ja, wirklich ein sehr passender Start in diesen Tag. 

essgestört?

Vor ein paar Tagen erst, als ich mich mit K. getroffen habe, hat sie gefragt ob ich noch eine Essstörung hätte bzw. ob ich mich selbst als essgestört bezeichnen würde. Die Antwort war relativ einfach: Nein. Und irgendwie meinte ich es auch so. Wohl das klassische Wunschdenken, oder einfach nur der Versuch mich selbst zu belügen und zu überzeugen. 

Denn gerade eben wurde mir eines wieder schmerzlich bewusst: ich stecke tief drin. Genauso tief wie früher, und wenn ich ganz ehrlich bin, dann sogar tiefer. Wie ich darauf kam? Ganz einfach: für die Lern-Nacht wollte ich noch eine Tasse Kaffee trinken. Und dumm und unfähig und widerlich wie ich bin, habe ich auch noch zu den Spekulatius von meinem Vater gegriffen. Und danach fing mein Kopf an zu rechnen, und es war klar: das geht nicht, das Zeug muss raus. Eltern liegen im Raum neben meinem Bad nur durch eine dünne Holztür getrennt im Bett und sind noch wach. Früher hätte mich das abgehalten. Jetzt war es egal. Also Föhn an und los gings. Ich habe vergessen wie widerlich ich Kaffe rückwärts schon früher fand, aber die Kombi toppt es echt nochmal. Und ich habe definitiv nicht alles rausbekommen. Die Zeit hat einfach nicht gereicht. Ich kann ja nicht ewig so tun als würde ich mir die Haare föhnen. Und was ist die Konsequenz? Ich sitze auf meinem Bett mit meinen Lernunterlagen, und kann mich nicht darauf konzentrieren weil ich heule. Weil die Kalorien jetzt in mir sind. Weil ich wieder fetter werde. 

Lange Rede kurzer Sinn: oh ja, ich habe die Essstörung wieder. Da kann ich noch so sehr versuchen mir das Gegenteil einzureden, zu behaupten es wäre nur eine kurze Phase, denn tief in mir drin weiß ich es besser. Das ist keine Phase, die enden wird. Ich werde nicht aufhören können.  Wieder „normal“ essen. (Wenn ich das jemals wirklich getan habe… ich bin ja eher so von zwischen den Extremen hin und her geschaukelt.) Ich werden nicht aufhören können, denn es geht nicht nur ums abnehmen. Ich bin wieder in die Spirale gerutscht, in der ich mit kotzen Druck abbaue, mich beruhige, mich vielleicht auch bestrafe (gerade wenn der Hals durch die Erkältung eh schon extrem angegriffen ist) . Mein kleiner Ersatz zu den Selbstverletzungen. 

Und ich kann nicht aufhören zu heulen verdammt. Und ich bin selbst schuld…wie soll ich das alles bis morgen in meinen Kopf kriegen wenn ich nur daran denken kann wie viele Kalorien mein Körper jetzt aufgenommen hat und wie das mein Gewicht jetzt beeinflussen wird, wo sie sich wohl as fett ansetzen werden?

08. November 2017

Ich sitze im Zug und warte darauf dass er irgendwann losfährt und mich nachhause bringt. Einfach weil es ein Teil des alltäglichen Rhythmus ist. Und nicht weil ich nachhause möchte. Eigentlich ist es völlig egal wo ich mich aufhalte. Es ist alles ein einziger Schmerz. Mein Absturz hat begonnen. Heute versagt, morgen werde ich sowas von versagen, und das nächste Woche brauch ich’s doch nicht mal zu versuchen.  Es bringt doch nichts. Wie dumm ich war zu glauben, zu hoffen es schaffen zu können. Es bleibt dabei, ich werde niemals irgendetwas schaffen/erreichen. Ich bin eine einzige Verschwendung:  Zeit, Platz, Nahrung, Geld, Luft.  Ich möchte nur noch sterben. Nichts mehr fühlen, nicht diesen ständigen Schmerz, das ständige Versagen. 

Meine Unterlippe ist zerbissen und blutet. Es reicht nicht. Nicht im geringsten. Vielleicht heute Abend. Beine. Sieht ja eh niemand. Scheiß auf 498 Tage ohne SV. Es bedeutet nichts. Nur Qual. Aushalten. Kontrolle. Und was bringt es mir? Nichts. Es ändert nichts an dem was ich bin. Ich bin trotzdem nicht normal. Ich bin immer noch die dumme, dreckige, kaputte und gestörte N. die ich schon immer war. Die keinen Platz in dieser Welt hat. Weil sie es nicht geschissen kriegt. 

Letzte Nacht nicht mal 2 Stunden Schlaf zusammenbekommen. Dafür geheult. Ich will nicht wissen wie sehr sich das heute noch steigert. Obwohl, vielleicht bin ich mach dem schneiden ruhiger, vielleicht könnte ich schlafen. Haha, wers glaubt. 

Jeden Tag kotzen. Mehrmals. Totaler Rückfall. Es ist eklig, es ist erbärmlich und ich hasse mich dafür, aber ich kann nicht anders. Ich nehme nur noch Nahrung zu mir die „leicht wieder rauszukriegen ist“. Ich warte nur darauf. Es ist mir teilweise sogar egal ob meine Eltern es mitbekommen könnten. Sollen sie mich ruhig mal sehen wie ich wirklich bin, für was sie sich den Arsch aufreißen. Vielleicht werden sie dann begreifen dass ich es nicht wert bin, und sich abwenden. Dann wäre ich frei….und könnte allem endlich ein Ende setzen…

Edit: nichts mit schneiden. Ich hab keine Kraft mehr. Ich muss mich jetzt ne Stunde hinlegen bevor ich lerne. Nicht mal um zu schlafen, sondern aus dem simplen Grund dass ich nicht mehr weiß wie ich noch sitzen/stehen/gehen soll. Mein oberer Rücken ist duechgehend verkrampft und langsam wird es wirklich gemein. Dazu kommt die Erkältung, ich friere selbst mit mehreren Schichten Kleidung und dicker Decke plus zusätzlichem Heizlüfter. Vorhin wieder dieses unkontrollierbare zittern am ganzen Körper gehabt. Ich hasse es…. alles.